Gute Arbeit

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Bild: iStock.com/Katarzyna Bialasiewicz

25. September 2019: Von Erwerbsarmut in Gute Arbeit – Europäisch denken. Solidarisch handeln

Immer mehr Menschen in Europa sind arm, obwohl sie arbeiten. Am stärksten stieg die Erwerbsarmut im europäischen Vergleich in den vergangenen Jahren in Deutschland. Das ist in einem reichen Land, das seit Jahren wirtschaftlich boomt, ein gesellschaftlich unhaltbarer Zustand. Trotz anhaltenden Wirtschafts- und Beschäftigungswachstums gelten hierzulande rund 10 % der Erwerbstätigen als arm, d. h. über vier Millionen Menschen und ihre Familien müssen mit einem Einkommen auskommen, das für einen angemessenen Lebensunterhalt nicht ausreicht und sind auf Sozial- oder Lohnersatzleistungen angewiesen. Auch im Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten leben rund 10 % in Erwerbsarmut. Für diese Menschen und ihre Familien ist Erwerbsarmut eine bittere Realität, an deren Ende oftmals Altersarmut steht.

Auf der Konferenz am 25. September 2019 wird dem Phänomen der Erwerbsarmut intensiv nachgegangen. Dabei spielt der gegenwärtige Stand der Forschung mit der Beleuchtung von Ursachen und Auswirkungen, auch und gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung, eine entscheidende Rolle. Hier gilt es die Perspektiven der Betroffenen selbst zu berücksichtigen. Vor allem aber geht es darum, pragmatische Lösungsmöglichkeiten zur Überwindung der Erwerbsarmut zu eruieren und zu gestalten. Was können Politik und Verwaltung, was kann die Wirtschaft, was kann die Gesellschaft als Ganzes aber auch jeder Einzelne zur Überwindung dieses Zustands beitragen? Europaweit gibt es vielversprechende Ansätze, die Wege aus der Erwerbsarmut weisen. Gute Praxis-Projekte aus Europa sollen identifiziert, ausgetauscht und weiterentwickelt werden.

Die folgenden Themen- und Handlungsschwerpunkte stehen im Mittelpunkt der Konferenz:

  • Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Erwerbsarmut
  • Digitale Transformation und Erwerbsarmut
  • Dienstleistungssektor und Erwerbsarmut
  • Aus- und Weiterbildung und Erwerbsarmut

Bitte beachten Sie, dass die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Erwerbsarmutskonferenz am 25. September 2019: Vorläufige Agenda

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Betriebspanel Berlin 2018 – Ergebnisse der 23. Welle

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Betriebspanel Berlin
Bild: SenIntArbSoz

Auch im Jahr 2018 wurden im Rahmen des „IAB-Betriebspanel“ Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Berlin zu einer Vielzahl beschäftigungspolitischer Themen befragt. Die repräsentativen Ergebnisse des „Betriebspanel Berlin 2018“ geben Aufschluss zur Struktur und Entwicklung der Beschäftigung, insbesondere zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen wie geringfügige Beschäftigung, befristete Beschäftigung, Leiharbeit und Teilzeit. Weitere Themen sind Beschäftigung von Geflüchteten, mobile Arbeit, Fachkräftebedarf, Tarifbindung sowie Aus- und Weiterbildu

Betriebspanel 2018

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Wenn Sie in Berlin arbeiten oder eine Arbeit suchen, ist es wichtig, dass Sie zu guten Bedingungen arbeiten können. Hier trifft sich Ihre Erwartung mit unserem Anspruch: In Berlin muss es Gute Arbeit geben!

Für Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer ist es vor allem von Bedeutung, dass die wichtigsten Kriterien für gute Arbeitsbedingungen erfüllt sind:

  • die Sicherheit des Arbeitsplatzes,
  • ein festes, verlässliches und existenzsicherndes Einkommen und
  • die soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und im Alter.

Gute Arbeit erfordert aber noch mehr: Zum einen sind das Arbeitsbedingungen, die Gesundheit sowie körperliches und soziales Wohlbefinden nicht beeinträchtigen, wie es auch in der Arbeitsschutzgesetzgebung als Ziel formuliert ist. Zum anderen schließt Gute Arbeit auch eine menschenwürdige Behandlung am Arbeitsplatz, die humane Gestaltung der Arbeitszeiten, eine altersgerechte Arbeitsgestaltung, Gleichberechtigung und damit die Vermeidung jeglicher Diskriminierung am Arbeitsplatz sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.

Gute Arbeit ist aber nicht nur an den aktuellen Arbeitsbedingungen zu messen: Sie muss darüber hinaus auch individuelle Entwicklungs- und Aufstiegschancen eröffnen und entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.

DGB-Index Gute Arbeit 2018 – Berliner Ergebnisse

Logo DGB Index Gute Arbeit 2018
Bild: SenIntArbSoz

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales hat im Rahmen des „DGB-Index Gute Arbeit“ 2018 erstmals Berliner Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. Die repräsentativen Ergebnisse dokumentieren den Stand der Arbeitsqualität in Berlin aus Sicht von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Der Bericht „Gute Arbeit in Berlin“ stellt dar, was die Beschäftigten belastet, wie ihre vorhandenen Potenziale genutzt und unterstützt werden, wie sie ihr Einkommen und ihre Beschäftigungssicherheit beurteilen.

Bericht DGB-Index Gute Arbeit 2018 – Berliner Ergebnisse

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Mindestlohn und Tarifverträge

Für die Durchsetzung guter Arbeitsbedingungen stehen insbesondere Mindestlohn und Tarifverträge. Während der langjährigen Diskussion um die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns – bundesweit gültig seit dem 1. Januar 2015 und inzwischen erhöht auf 8,84 Euro – hat das Land Berlin eigene Spielräume zur Durchsetzung guter Arbeitsbedingungen genutzt: Bereits zum 29. Dezember 2013 wurde ein Landesmindestlohn in Kraft gesetzt, der zum 1. August 2017 auf 9,00 Euro pro Stunde erhöht worden ist. Dieser Landesmindestlohn gilt nicht allgemein, sondern nur in den Einflussbereichen des Landes Berlin. Er gibt Ihnen beispielsweise die Sicherheit, keinen Stundenlohn unter 9,00 Euro akzeptieren zu müssen, wenn Sie bei einem Arbeitgeber arbeiten, der Zuwendungen vom Land Berlin erhält. Von großer Bedeutung sind jedoch auch branchenbezogene Mindestlöhne, die zum Teil deutlich über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegen und ebenfalls zwingend eingehalten werden müssen.

Mit dem Inkrafttreten des Tarifautonomiestärkungsgesetzes wurde unter anderem die Allgemeinverbindlich­erklärung von Tarifverträgen erleichtert. Damit konnten auf gemeinsamen Antrag der Tarifvertragsparteien bereits mehrere Tarifverträge von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt werden, bei denen das zuvor geltende Recht eine Allgemeinverbindlich­erklärung zum Teil nicht zugelassen hätte. Wir möchten daher alle Tarifvertragsparteien ermutigen, für ihre Tarifverträge deren Allgemeinverbindlich­erklärung anzustreben.

Tarifverträge haben zumeist einen besonderen Praxisbezug: Die Tarifvertragsparteien sind – anders als der Gesetzgeber – beim Aushandeln der Tarifverträge viel besser in der Lage, die Besonderheiten der einzelnen Wirtschaftsbereiche zu berücksichtigen und passgenaue Branchenlösungen zu finden. Nicht in jeder Branche gibt es regelmäßig Schichtarbeit, Arbeit an Sonn- oder Feiertagen oder – wie im Baugewerbe – häufig wechselnde Arbeitgeber. Das können Tarifverträge konkret berücksichtigen. Deshalb ist es wichtig, die Tarifvertragsparteien zu stärken, damit diese ihren vielfältigen Aufgaben im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmen nachkommen können.

Gewerkschaften und Sozialpartnervereinbarungen

Als Senatsarbeitsverwaltung wollen wir die Sozialpartner und das Tarifsystem stärken: vor allem durch die Umsetzung der Sozialpartnervereinbarung, die im Mai 2013 mit den regionalen Spitzenverbänden der Sozialpartner – dem DGB Bezirk Berlin-Brandenburg und den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg – geschlossen wurde. Wesentliches Mittel dazu ist die Durchführung von regelmäßigen Sozialpartnerdialogen.

Gewerkschaften können als Interessenvertretung der Beschäftigten nur dann wirkungsvoll in Erscheinung treten, wenn sie keine unlautere Konkurrenz haben. Mit dem Vorgehen gegen Scheingewerkschaften sorgen wir schon seit längerem dafür, dass die echten gewerkschaftlichen Interessenvertretungen in ihrer tariflichen Arbeit nicht durch Organisationen behindert werden, die gewerkschaftlichen Standards nicht genügen.

Das Gemeinsame Tarifregister Berlin und Brandenburg

Tarifverträge enthalten wichtige Vorgaben für die Gestaltung von Arbeitsbeziehungen. Auskünfte über tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen können Sie über das Gemeinsame Tarifregister Berlin und Brandenburg erhalten. Auf der Website des Tarifregisters finden Sie Informationen zu grundlegenden tarifrechtlichen Sachverhalten, zu Tarifauswertungen, zu Publikationen und Tarifinformationen anderer Stellen sowie zu den Kontaktmöglichkeiten zum Tarifregister.

Arbeitsgerichte

Gute Arbeit darf nicht nur auf dem Papier stehen, gute Arbeitsbedingungen müssen auch durchsetzbar sein. Bei Konflikten mit dem Arbeitgeber, die anders nicht beizulegen sind, können Sie prüfen, ob die Arbeitsgerichtsbarkeit zu einer Klärung der Streitfragen beitragen kann. Die nachfolgenden Informationen zum Gericht für Arbeitssachen, zu dessen Aufbau und dem arbeitsgerichtlichen Verfahren können Ihnen dabei weiterhelfen.

Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung

Gute Arbeit hält sich an Recht und Gesetz. Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung sind mit den Grundsätzen von Guter Arbeit nicht vereinbar. Unter dem unten aufgeführten Link finden Sie deshalb nähere Erläuterungen zu Erscheinungsformen von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung, zu dafür drohenden Strafen sowie zu Informationsmöglichkeiten und Ansprechpartnern zu diesem Themenkreis.

Joboption Berlin

Link zu: Joboption Berlin
Bild: Ralf Henning

Joboption Berlin ist ein von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales gefördertes Modellprojekt. Es identifiziert Branchen und Strukturen, die prekär-atypische Beschäftigung fördern, zeigt Handlungsfelder zur Umsetzung Guter Arbeit auf und wirbt für gute Beschäftigung. Weitere Informationen

Minor

Link zu: Minor
Bild: Minor

Das Projekt „Gute Arbeit in Berlin“ fördert die Arbeitsmarktintegration von Neuzugewanderten aus der EU mithilfe von Analysen, innovativen Veranstaltungen sowie der Entwicklung von Strategien. Weitere Informationen