Bezirksamt bewirbt sich für das Label „StadtGrün naturnah“ – Die Auszeichnung würdigt deutschlandweit besonderes Engagement für die Stadtnatur

Gruppenbild der Akteure Stadtgrün u. a. mit Bezirksstadträtin Dr. Leistner und Frau Bechthold

Pressemitteilung vom 01.06.2026

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick setzt sich bereits seit Jahren für mehr Natur in der Stadt ein. Seit Ende des Jahres 2025 bewirbt sich der Bezirk in einem umfangreichen Verfahren für die Auszeichnung „StadtGrün naturnah“. Mit dem Label würdigt das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.“ (Kommbio) das ökologische Grünflächenmanagement von Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Die Kommbio-Juroren haben sich nun am Mittwoch, dem 20. Mai 2026, ein Bild von den naturnahen Maßnahmen des Bezirksamts im Stadtgebiet gemacht – unterwegs waren sie gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Straßen- und Grünflächenamts, Umwelt- und Naturschutzamts, des NABU – Naturschutzbund Deutschland e. V. und Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner.

Die Exkursion führte zum Waldfriedhof Oberschöneweide, der mit seinen sogenannten Friedhofsüberhangsflächen viel urbane Naturräume bietet: Wildbienen finden in mehreren Habitaten – teilweise sogar aus entsorgten Grabsteinen gebaut – Nahrung und Nistplätze, der Dachs kann ungestört nach Futter suchen und Vögel sowie Fledermäuse finden Wohnraum in Hochstubben und Nisthilfen. Bereits seit mehreren Jahren mähen zudem Schafe im Herbst schonend und leise die Wiesen und erfreuen die Friedhofsbesucherinnen und -besucher. Auf dem gesamten Friedhof setzt das Straßen- und Grünflächenamt auf klimaangepasste und insektenfreundliche Pflanzen.

Klimaangepasstes Wassermanagement gab es auf dem Grünzug „Am Oktogon“ in Adlershof zu sehen. Direkt neben den Tramgleisen fördern Staudenmischpflanzungen nicht nur die biologische Vielfalt und trotzen den trockenen Sommern. In Tiefbeeten mit Silbersommer und Blütenzauber wird Regenwasser gespeichert und versickert an Ort und Stelle, wodurch das Grundwasser gespeist wird. Auch im Kosmosviertel in Altglienicke, wird seit der Umgestaltung des großen Grünzugs Regenwasser nachhaltig genutzt und dezentral über vielfältig bepflanzte Tiefbeete, Mulden und Baumrigolen versickert. Damit wird nicht nur der Seerosenteich im Grünzug mit Wasser versorgt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung Berlins als Schwammstadt geleistet.

Nach einem Zwischenstopp an der wilden Obstwiese mit Insektenhotel am Gerosteig in Altglienicke führte die Exkursion durch den Treptower Park in Alt-Treptow vorbei am Nationalerbebaum – einer über 200 Jahre alten Flatterulme mit Sonderstatus – weiter zu den Themengärten „Heidegarten“ und „Sommerblumengarten“ – vorbei an Benjeshecken und gestaffelt gemähten Flächen.

Das Straßen- und Grünflächenamt pflegt seit etwa sechs Jahren rund 25 Parkanlagen und Grünflächen auf naturnahe Weise: Das Stadtgrün wird seltener oder zeitversetzt in Streifen gemäht, was schnittempfindliche Wiesenkräuter fördert. Davon profitieren Tiere und Pflanzen gleichermaßen: Wo Salbei, Natternkopf oder Löwenzahn gedeihen, sind auch Wildbienen und Schmetterlinge nicht weit. Darüber hinaus sind vielfältige Naturräume wesentlich widerstandsfähiger gegenüber den veränderten Umweltbedingungen aufgrund des Klimawandels.

Am 22. September 2026 soll der Bezirk Treptow-Köpenick die Zertifizierung in Frankfurt am Main erhalten. In drei Jahren kann sich der Bezirk dann erneut zertifizieren lassen.

Dazu Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt: „Treptow-Köpenick ist ein grüner Bezirk und zugleich besonders nah an der Natur. Schon heute setzen wir zahlreiche Projekte um, die Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen und die biologische Vielfalt stärken. Mit unserem Biodiversitätskonzept und der Strategie Grün haben wir dafür eine wichtige strategische Grundlage geschaffen und konkrete Maßnahmen für mehr urbane Natur im Bezirk verankert. Mit der Bewerbung um die Auszeichnung möchten wir dieses Engagement noch sichtbarer machen. Denn vermeintliches Unkraut ist oft ein wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten – auch dafür möchten wir ein stärkeres Bewusstsein schaffen.“

*Über das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e. V.“ und das Label „StadtGrün naturnah“+
Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ (Kommbio) ist ein Zusammenschluss von derzeit 437 Städten, Gemeinden und Landkreisen. Gemeinsam setzen sie sich für artenreiche Naturräume im Siedlungsbereich und in der freien Landschaft ein. Aktuell haben 81 Kommunen in Deutschland das Label „StadtGrün naturnah“ erhalten. Zu Beginn des Verfahrens tragen die teilnehmenden Kommunen die Pflegepraktiken und bereits umgesetzten Maßnahmen in einer Bestandserfassung zusammen. Darauf aufbauend entwickeln sie einen Maßnahmenplan mit den geplanten Aktivitäten zur naturnahen Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen. Am Ende des Prozesses werden die Teilnehmenden mit der Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold belohnt.