Bezirksamt stärkt blau-grüne Infrastruktur und leitet Regenwasser von Wohnhausdach in Streuobstwiese
Pressemitteilung vom 14.04.2026
Wetterextreme wie Starkregen und Hochwasser, Stürme, Dürre und Hitze treten leider immer häufiger auf. Um die öffentlichen Grünanlagen an den Klimawandel anzupassen, geht der Bezirk Treptow-Köpenick neue Wege und setzt dabei gleichzeitig eine Maßnahme des bezirklichen Biodiversitätskonzepts um: Zukünftig fließt das Wasser vom Dach des Wohngebäudes im Ellernweg 29–39 in Johannisthal nicht mehr in die Kanalisation, sondern bewässert die Streuobstwiese in der öffentlichen Grünanlage nebenan.
Dazu werden die Regenfallrohre des Gebäudes der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH vom Kanalnetz abgekoppelt und an Rinnensteine angeschlossen. Über diese offenen Rinnen fließt dann das Regenwasser von gut der Hälfte der Dachfläche in die natürliche Senke der Streuobstwiese und versickert dort. Die Bewässerung der Grünanlage mit Dachwasser ist eine „Low-Tech“-Lösung, also vergleichsweise kostengünstig einzurichten und mit geringem Wartungsaufwand verbunden. Umso größer ist der Nutzen für die grün-blaue Infrastruktur und die Klimaresilienz der Grünanlage. Die Maßnahme stärkt den natürlichen Wasserkreislauf: Regenwasser versickert vor Ort, entlastet die Kanalisation und steht der Grünanlage direkt zur Verfügung. Davon profitiert auch die biodiversitätsfördernde Streuobstwiese, die als wertvoller Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten weiter aufgewertet wird. Gleichzeitig sorgen feuchte Böden und Pflanzen für eine spürbare Abkühlung und verbessern das Mikroklima – besonders an heißen Tagen.
Für diese grundstücksübergreifende Lösung der Regenwasserbewirtschaftung von privaten Flächen in eine öffentliche Grünanlage hat das Bezirksamt mit der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH als Flächeneigentümerin einen Vertrag geschlossen.
Die Bauarbeiten in der Grünanlage am Ellernweg/ Königsheideweg und an den Regenfallrohren des Wohnhauses im Ellernweg 29–39 finden voraussichtlich in der Zeit zwischen 20. April und 22. Mai 2026 statt.
Dazu Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt: „Diese Entwässerungslösung zeigt, wie wir Klimaanpassungen konkret vor Ort umsetzen können und ist eine Win-Win-Situation für das Stadtgrün und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land. Mit dieser Kooperation handeln wir vorausschauend und schaffen Synergien zwischen öffentlichem Raum und privaten Flächen. Dabei denken wir Wasserbewirtschaftung und Stadtgrün konsequent zusammen. Das Projekt steht exemplarisch für eine nachhaltige Stadtentwicklung im Sinne der Schwammstadt und ist ein Modellprojekt mit Vorbildcharakter für den gesamten Bezirk.“
Das Straßen- und Grünflächenamt legt bei der Umsetzung von Bauprojekten grundsätzlichen Wert auf ein intelligentes Wassermanagement. Zum Beispiel wurden im September 2024 in der Ladenpassage im Kosmosviertel Tiefbeete mit Bäumen, Stauden und Gräsern angelegt. Regenwasser, das auf der gepflasterten Fläche anfällt, wird direkt in die Beete geleitet und versickert. Über diesen Zwischenspeicher werden die Pflanzen besonders gut mit Wasser versorgt. Lediglich überschüssiges Wasser wird durch einen Überlauf abgeleitet.
Auf dem Wasserspielplatz Plansche im Plänterwald wird das Wasser über einen wasserdurchlässigen Bodenbelag in ein Speicher- und Versickerungsbecken mit Uferbegrünung abgeleitet, aus dem es dann wieder über die Beregnungsanlage für die Bewässerung der Pflanzen auf dem Spielplatz eingesetzt und so dem Grundwasser zurückgeführt wird.