Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar

Pressemitteilung vom 26.01.2021

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Dieser Jahrestag ist seit 1996 der bundesweit gesetzlich verankerte Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 haben ihn die Vereinten Nationen (UNO) zusätzlich zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt. Die UNO stellte aus diesem Anlass fest, „dass der Holocaust, bei dem ein Drittel des jüdischen Volkes sowie zahllose Angehörige anderer Minderheiten ermordet wurden, auf alle Zeiten allen Menschen als Warnung vor den Gefahren von Hass, Intoleranz, Rassismus und Vorurteil dienen wird.“ Sie forderte „nachdrücklich auf, Erziehungsprogramme zu erarbeiten, die die Lehren des Holocaust im Bewusstsein künftiger Generationen verankern werden.“

Anlässlich des Gedenktages 2021, der in ungewöhnlichen Umständen stattfindet, macht Cornelia Flader, Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport, auf die Online-Angebote der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche aufmerksam:

(Ton-)Spuren der Gewalt. Ein Audiowalk zur „Köpenicker Blutwoche“ 1933

Der Audiowalk zur „Köpenicker Blutwoche“ führt durch die Siedlung Elsengrund und die Dammvorstadt, wo sich ehemalige Wohnorte von Opfern, aber auch Orte der Taten und Täter befinden. An den 16 Stationen des Audiowalks kommen Angehörige von Verhafteten und Mordopfern zu Wort. Zeugenaussagen vom Prozess gegen die SA-Täter nach 1945 geben Aufschluss über die juristische Aufarbeitung der „Köpenicker Blutwoche“. Historikerinnen und Historiker ordnen diesen Terror des NS-Regimes in den Kontext der Frühphase der nationalsozialistischen Herrschaft und Machtkonsolidierung ein.

Karte und Broschüre zu den Gedenk- und Erinnerungsorten der „Köpenicker Blutwoche“

Ein weiteres Angebot der Gedenkstätte ist die für alle mobilen Endgeräte optimierte Karte der Gedenk- und Erinnerungsorte der „Köpenicker Blutwoche“. Bei einem Spaziergang oder von Zuhause aus können diejenigen Orte erkundet werden, die bereits mit einem Gedenkzeichen im Stadtraum an die Ereignisse von 1933 erinnern. Zusätzlich kann auf der Webseite der Museen Treptow-Köpenick die nunmehr zweite Auflage einer Publikation zu diesen Gedenkorten heruntergeladen werden.

Die „Köpenicker Blutwoche“ stellt einen Höhepunkt des frühen SA-Terrors in Berlin dar. Wenige Monate nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten verschleppten und folterten im Juni 1933 hunderte SA-Angehörige bis zu 500 politisch Andersdenkende, Jüdinnen und Juden. Dabei starben mindestens 23 Menschen. Dies fand in aller Öffentlichkeit und vor den Augen der Mitbürgerinnen und Mitbürger statt. Die NS-Führung war nahezu überrascht, wie weit sie mit Folter und Mord gehen konnte, ohne dass sich ihr Polizei, Justiz und Gesellschaft in den Weg stellten. Das Versagen der Zivilgesellschaft bei der „Köpenicker Blutwoche“ bereitete den so auch den Boden für weitere nationalsozialistische Verbrechen.

Die zu den Museen Treptow-Köpenick gehörende Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche in der Puchanstraße 12 in 12555 Berlin ist derzeit pandemiebedingt geschlossen.