Antisemitismus und Israelfeindschaft gehen Hand in Hand
Es ist nicht immer leicht, legitime Kritik an Regierung und Militär Israels von antisemitischen Motivlagen zu trennen. Sicher spielt auch die bevorzugte Antisemitismusdefinition eine Rolle. Wie man es dreht und wendet: Man sollte sich vor Einseitigkeit hüten, wenn es z.B. darum geht, den Nahostkonflikt einzuordnen und zu bewerten. Sich für die Belange des palästinensischen Volkes einzusetzen, heißt nicht automatisch, israelfeindlich bzw. antisemitisch zu sein. Umgekehrt schließt eine proisraelische Grundhaltung überhaupt nicht aus, sich gleichermaßen für die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes einzusetzen. Ein Minimalkonsens sollte das Existenzrecht Israels sein. Jeder, der dies ablehnt oder sich einem ehrlichen und offenen Diskurs verweigert, ist auf dem Holzweg. Manchmal ist es ratsam, festgefügte Weltbilder zu hinterfragen und sich auf andere Denkweisen einzulassen.
Regishut sensibilisiert für Antisemitismus
Es ist gut und richtig, dass auch die Beamtinnen und Beamten der Polizeidirektion 4 (Süd), dem der Bezirk Steglitz-Zehlendorf angehört, im Rahmen von Schulungen mit den verschiedenen, sich stets wandelnden Erscheinungsformen von Antisemitismus vertraut gemacht werden. Das Projekt „Regishut“ des Vereins für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) e.V. leistet in diesem Zusammenhang wertvolle Arbeit. Laut eigener Webseite sensibilisiert es „für die Situation von Personen und Einrichtungen, die von antisemitischen Übergriffen bedroht oder betroffen sind“.
Polizeilicher Leitfaden zur Verfolgung antisemitischer Straftaten
Mit einem aktualisierten Leitfaden zur Verfolgung antisemitischer Straftaten in Berlin, den Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin am 26. August 2025 in einer gemeinsamen Pressemeldung vorstellten, wurde ein weiterer Schritt in Richtung Antisemitismusprävention unternommen. Er liefert „klare Definitionen und Beispiele für antisemitische Straftaten sowie Informationen, wie man solche Vorfälle erkennen und melden kann. Darüber hinaus enthält er Hinweise zu Ressourcen für Betroffene und Unterstützungsangebote, die helfen, mit den Folgen von Antisemitismus umzugehen“. Der gesamte Leitfaden kann hier heruntergeladen werden.