November 2024
Es hat sich herumgesprochen, dass der 7. Oktober 2023 eine Zäsur, wenn nicht eine „Zeitenwende“ eingeläutet hat. Nicht nur gefühlt ist der Antisemitismus im Lande entfesselt.
28. November 2024: RIAS Berlin stellt Zahlen für erstes Halbjahr 2024 vor
Seit 2015 dokumentiert die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) die bekanntgewordenen antisemitisch motivierten Vorfälle in unserer Stadt. Demnach wurden im Zeitraum von Januar bis Juni 2024 insgesamt 1.383 solcher Vorfälle erfasst. In einer am 28. November 2024 verbreiteten Pressemitteilung wird ein sprunghafter Anstieg antisemitischer Vorfälle seit dem Terrorangriff an der israelischen Zivilbevölkerung vom 7. Oktober 2023 diagnostiziert, „sowohl online als auch offline“. Weit überwiegend gehen diese Vorfälle auf das Konto des sogenannten „israelbezogenen Antisemitismus“.
„Eine rückläufige Tendenz ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts nicht abzusehen“, wagen die Autoren eine vorsichtige Zukunftsprognose.
Auch mit Blick auf den Bezirk Steglitz-Zehlendorf stellt RIAS eine Zunahme an antisemitischen bzw. israelfeindlichen Zwischenfällen fest. Im Konzert der zwölf Berliner Bezirke liegen wir mit 21 registrierten Fällen an siebenter Stelle, somit im Mittelfeld. Zum Vergleich: „Spitzenreiter“ wider Willen ist Mitte mit 192 Fällen, gefolgt von Neukölln mit 125 und Friedrichshain-Kreuzberg mit 122. Hinter Steglitz-Zehlendorf liegen (in dieser Reihenfolge) Treptow-Köpenick (19 Vorfälle), Lichtenberg (13), Reinickendorf (12), Spandau (11) und Marzahn-Hellersdorf (5).