Entwicklungspolitik in Berlin

Historie der Entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes Berlin

In den zurückliegenden vier Dekaden hat sich Berlin zu einer Stätte des Dialogs, der Begegnung und des internationalen Wissens entwickelt. Bereits seit 1962 wirkt Berlin aktiv in der deutschen Entwicklungspolitik mit. Es ist heute ein deutsches Zentrum für die Zusammenarbeit mit den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas. Diesen Ruf verdankt die Stadt vor allem den entwicklungspolitischen Organisationen, die hier ihren Sitz haben. Im Stadtführer Entwicklungspolitik stellen sich mehr als 230 Einrichtungen dar.

Bis 2011 orientierte sich die entwicklungspolitische Arbeit Berlins an den Entwicklungspolitischen Leitlinien. Diese basierten auf dem Beschluss der Ministerpräsidenten-Konferenz (MPK) von 1988 und umfassten seit dem Beschluss des Senats vom 23. Oktober 2001 folgende politische Grundsätze:

  • Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse wie Ernährung, Bildung, Gesundheit, Wohnen, politische und kulturelle Selbstbestimmung
  • Schutz der Umwelt und Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen
  • Stärkung demokratischer Selbstorganisation insbesondere der wirtschaftlich und sozial Benachteiligten
  • Durchsetzung der Menschenrechte
  • Überwindung rassistischer und geschlechtsspezifischer Diskriminierung
  • Gleichberechtigte Teilnahme von Frauen am Entwicklungsprozess und die Verbesserung der Bedingungen für diese
  • Bewusstsein schaffen für die Ursachen von Unterentwicklung und Unterdrückung

Ausgehend von den “Entwicklungspolitischen Leitlinien” des Landes Berlin führte die LEZ 2011 einen partizipativen Diskussionsprozess zur Überarbeitung der Entwicklungspolitischen Leitlinien durch.

Die Ergebnisse sind in die Überarbeitung der Entwicklungspolitischen Leitlinien als Grundlage der entwicklungspolitischen Ausrichtung des Berliner Senats und der Förderung von Projekten und Nichtregierungsorganisationen (NRO) eingeflossen.

  • Berlins internationale Beziehungen im Jahr 2030

    PDF-Dokument (2.2 MB)

Aktueller Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz zur Entwicklungszusammenarbeit der Deutschen Länder (10. Juni 2021)

Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben sich am 10. Juni 2021 auf das Positionspapier “Beitrag der deutschen Länder zur nachhaltigen Entwicklung” verständigt und damit bekräftigt, dass sie auch künftig einen Beitrag zur Bewältigung entwicklungspolitischer Herausforderungen im Rahmen der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) leisten werden. Sie setzen damit ein Zeichen für internationales Engagement und weisen auf ihre Kompetenzen in verschiedenen Themenfeldern hin, in denen sie Beiträge zur Entwicklungszusammenarbeit leisten oder leisten können. Dazu gehören unter anderem Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, gute Regierungsführung, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Beschaffung und Bildungsarbeit hier vor Ort.

  • Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz

    PDF-Dokument (39.3 kB) - Stand: 10. Juni 2021

  • Broschüre der MPK Beschlüsse zur EZ von 1962 bis 2017

    PDF-Dokument (900.7 kB)

Ansprechpartnerin

Stefani Reich