Flughafen Tempelhof

Flughafen Tempelhof
Bild: AP

Der Flughafen Tempelhof – ein besonderer Zukunftsort

Wie kaum ein anderer Ort in Europa steht das Gebäude des Flughafens Tempelhof für eine bewegte Vergangenheit: Von der dunklen nationalsozialistischen Epoche, über die essentielle Bedeutung während der „Luftbrücke“ 1948/49 bis hin zum regulären Flugbetrieb, der 2008 eingestellt wurde. Tempelhof ist mehr als ein Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst und das größte Baudenkmal Europas – das 1,2 km lange Gebäude ist ein Ort von welthistorischer Bedeutung und als Symbol für Hoffnung und Freiheit eng mit der Stadt Berlin und ihrer Geschichte verbunden.

Entwicklungsziel Dieses einzigartige Gebäude zu bewahren, aber gleichzeitig innovativ zu entwickeln ist eine große Herausforderung für die Tempelhof Projekt GmbH. Das Flughafengebäude soll nach und nach zu einem kreativen Inkubator der Stadt entwickelt werden. Hier soll ein Experimentierort und neues Stadtquartier für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft entstehen: ein Areal voller spannender Ideen, mit Raum zum Arbeiten und Ausprobieren, Platz für einzigartige Events und Adresse kreativer, innovativer und gastronomischer Angebote.

Aktuelle Nutzung Seit Einstellung des Flugbetriebs wird das Gebäude parallel zu den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen als Standort für Unternehmen sowie als international etablierte Event-Location genutzt. Das Gebäude verfügt über insgesamt 205.000 m² vermietbarer Fläche. Hiervon werden derzeit 76.500 m² für Büros, Gewerbeflächen und Lager verwendet, während 128.500 m² als Flächenpotenzial für Entwicklung und Nutzung zur Verfügung stehen.

Projekte

Tower THF Bis 2020 werden der westliche Kopfbau und der Tower denkmalgerecht saniert, barrierefrei umgebaut und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besucher können dann aus dem verglasten Tower den spektakulären 360°-Blick über Berlin und das Tempelhofer Feld genießen. Und auch der Schritt hinaus auf die Dachterrasse wird möglich. Ziel des Öffnungsprojektes Tower THF ist es, die Einbindung des Gebäudes in die Stadt sowie die prägende Wirkung auf das Tempelhofer Feld erfahrbar zu machen. Das Vorhaben wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ ausgezeichnet und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit von 2016 bis 2018 mit 4 Mio. Euro gefördert. Das Land Berlin unterstützt das Vorhaben mit 2 Mio. Euro.

Geschichtsgalerie auf dem Dach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Flughafens Tempelhof und der Stadt Berlin werden schrittweise ab 2022 erlebbar. In einer Ausstellung auf dem 1,2 km langen Dach kommen innovative Präsentationen zum Einsatz. Der Leitgedanke des Projekts ist die historische Kommentierung der Aussicht. Die Geschichtsgalerie ist ein Schlüsselprojekt für die Tourismusentwicklung und Nutzung des Flughafengebäudes Tempelhof und soll mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur – Tourismus (GRW) sowie mit Mitteln des Landes Berlin gefördert werden.

Gebäudeteil H2rund, ehemaliges Offizierscasino Kreativunternehmen, Künstler, Kulturschaffende – sie werden künftig den Geist des Standortes prägen und inspirierende Angebote schaffen. Das gilt nicht zuletzt für das Bauteil H2rund am Platz der Luftbrücke, das zu einem Digital- und Innovationszentrum entwickelt wird.

Besucherzentrum Am Haupteingang erhalten Gäste künftig Informationen zur Historie des Baudenkmals, zu Projekten und Zukunftsplänen sowie zu aktuellen Angeboten und Veranstaltungen. Zudem ist es Ausgangspunkt für Gebäudeführungen. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahrs 2018 erarbeitet die Stiftung Topographie des Terrors eine temporäre Ausstellung zur Standortgeschichte, die im September 2018 eröffnet werden soll.

Neugestaltung des Ehrenhofes und des Platzes der Luftbrücke Der Ehrenhof und der Platz der Luftbrücke werden in den nächsten Jahren denkmalgerecht instandgesetzt und neu gestaltet. Ziel ist, bestehende gestalterische und funktionale Mängel zu beseitigen und das Zusammenwirken von Flughafengebäude samt Ehrenhof mit der Grünfläche um das Luftbrückendenkmal zu optimieren.

AlliiertenMuseum Die Bundesregierung hat den Umzug der Ausstellung von Zehlendorf nach Tempelhof zur kulturpolitischen Priorität erklärt und hierfür 27,1 Mio. € bewilligt. Die international anerkannte Sammlung soll im Hangar 7 auf völlig neue Art zur Geltung kommen.

Ertüchtigung zur Versammlungsstätte (Hangars 1-6) In den kommenden Jahren werden die Qualifizierungsmaßnahmen für die dauerhafte Versammlungsstätte umgesetzt. Sie bilden die Grundlage für die Ausstattung der Hangarflächen mit moderner Infrastruktur, barrierefreier Zugänglichkeit und Sicherheitskonzepten zur Durchführung von Großveranstaltungen im Herzen der Stadt. Das stützenfrei überdachte Vorfeld mit 19.000 m“, das betonierte Vorfeld mit 236.000m² und die historische Kulisse sind im Zusammenspiel mit den Hangars eine europaweite Einmaligkeit für internationale Veranstaltungen.

Gute Aussichten Sowohl für die Ertüchtigung der Hangarflächen zur Versammlungsstätte, die Entwicklung des ehemaligen Offizierscasinos im Gebäudeteil H2rund zum Innovationszentrum der Kreativwirtschaft als auch zum Ausbau marktgerechter Büroflächen für moderne Arbeitswelten, hat der Senat von Berlin Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt in Höhe von 131.9 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter thf-berlin.de und auf der Seite BLC.