Europäische Territoriale Zusammenarbeit / Interreg

Interreg
Bild: EC, DG Regio

Was ist unter territorialer Zusammenarbeit zu verstehen?

Der Begriff “Territoriale Zusammenarbeit” steht im „EU-Jargon“ für eine durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanzierte Zusammenarbeit zwischen Partnern aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union sowie Drittstaaten. Dieser Erfahrungsaustausch und die vorbildlichen Praktiken („best practice“) sollen zum gegenseitigen Nutzen sowie zu Wachstum und Beschäftigung und zur sozialen Integration innerhalb Europas beitragen. Hierbei spielen die besonderen Bedürfnisse und Eigenheiten der einzelnen Regionen innerhalb der EU eine Rolle und ihre speziellen geografischen Stärken und Schwächen. Damit wird der Beitrag der “Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ)” / Interreg zur Förderung des EU-Vertragsziels des territorialen Zusammenhalts und zur Umsetzung der Ziele der EU-Kohäsionspolitik in Bekräftigung der Europa 2020-Strategie (intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum) herausgestellt.

Was ist neu in der Förderperiode 2014-2020?
  • Stärkere Fokussierung der Interreg Programme auf Innovation, Umwelt/Energie, Verkehr und Governance
  • Bezug zu den makroregionalen Strategien insb. im Ostsee-, Alpen- und Donauraum
  • stärkere Ergebnisorientierung
  • Verwaltungsvereinfachung (Kostenpauschalen, erleichteres Antragsverfahren etc.)
  • Förderquote für deutsche Partner liegt zw. 75%-80%

Welche Förderprogramme gehören dazu?

Interreg A: “Grenzübergreifende Zusammenarbeit”
Gefördert wird eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit benachbarter Gebiete zur Schaffung dauerhafter, grenzübergreifender, wirtschaftlicher und sozialer Lösungen und zur gemeinsamen Planung räumlicher Entwicklungen. Berlin gehört – anders als Brandenburg – nicht zum Grenzraum. Somit können Berliner Projektträger unter dieser Förderlinie grundsätzlich keine Förderung beantragen, jedoch von der sogenannten 20 % Flexibilitätsmöglichkeit der Interreg – Programme Brandenburg-Polen profitieren. (20% Flexibilitätsregel: Zur Finanzierung von in einem Projekt involvierten Partnern außerhalb des Kooperationsraums, bis zu 20% des EFRE-Projektbudgets, sofern diese dem Programmraum zugute kommen.)

Zudem können Sie über das EFRE-Programm „Programm für Internationalisierung- Netzwerk-Richtlinie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe einen Antrag auf Beteiligung an einem grenzübergreifenden Vorhaben stellen.

Interreg B: "Transnationale Zusammenarbeit"

Die “Transnationale Zusammenarbeit” basiert auf einer Aufteilung der EU in 14 staatenübergreifende Kooperationsräume. Diese umfassen jeweils mehrere EU-Länder, die ein gemeinsames Interesse an der Umsetzung spezifischer regionaler Zukunftsaufgaben haben. Deutschland ist in der EU-Förderperiode 2014-2020 an sechs dieser Kooperationräume beteiligt (Alpenraum, Donauraum, Nordsee und im Ostseeraum, Nordwesteuropa und Mitteleuropa.

Berlin ist in zwei dieser Interreg-Programmräume der transnationalen Zusammenarbeit vertreten. Projektinteressierte aus Berlin haben dadurch die Möglichkeit Projektaktivitäten im Kooperationsraum Ostsee (Baltic Sea Region) und in Mitteleuropa (Central Europe) zu initiieren und eine entsprechende finanzielle Förderung zu erhalten.

Interreg Baltic Sea Region

Link zu: Interreg Baltic Sea Region
Bild: Interreg BSR

Wie ist das Programm aufgebaut? Wie viele Fördermittel stehen zur Verfügung? Welche Art von Projekten ist möglich? Wer kann eine Förderung erhalten? Weitere Informationen

Interreg Central Europe

Link zu: Interreg Central Europe
Bild: Interreg CE

Welche Themen sind förderfähig? Wie und wo kann man Anträge stellen? Wie viele Fördermittel stehen zur Verfügung? Weitere Informationen

Interreg Europe

Link zu: Interreg Europe
Bild: Interreg

Welche Zielstellung verfolgt das Programm? Wer gehört zur Zielgruppe? Was macht die neue policy learning platform? Weitere Informationen

Rolle Berlins

Berlin beteiligte sich im Rahmen der Bund-Länder-Zusammenarbeit aktiv an den Verhandlungen über die Gestaltung der Interreg-Programme der EU-Förderperiode 2014-2020 und wird, wie bisher auch, die Umsetzung der Programme im Rahmen des jeweiligen Deutschen Ausschusses Interreg begleiten.

Die Ziele der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit liegen in der EU-Förderperiode 2014-2020 schwerpunktmäßig auf den Themen Innovation, Forschung und Entwicklung; Umweltschutz und Ressourceneffizienz und Verkehr und Mobilität. Das Potential von Interreg-Projekten als regionales Entwicklungslabor für Instrumente zur Förderung der Innovationspolitik und zur Internationalisierung soll weiterhin genutzt werden, um damit auch die innoBB, als gemeinsame Innovationsstrategie Berlin-Brandenburg für intelligente Spezialisierung (“smart specialisation”) beider Länder, zu unterstützen.

Projektbeispiel: Baltic Game Industry

ist ein dreijähriges Projekt im Rahmen des europäischen Regionalentwickungsprogramms Interreg für den Osteseeraum (BSR).
22 Partner aus Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden entwickeln gemeinsam praktische Lösungen zur Stärkung der digitalen Spieleindustrie. Lead Partner ist die BGZ Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mbH, eine Gemeinschaftseinrichtung des Landes Berlin und der Handwerkammer. Neben der BGZ sind in Berlin die Senatskanzlei und die HTW Berlin als Projektpartner involviert.

Ziel des Projekts ist es, die Attraktivität des Standorts für Start-ups der Branche zu steigern, um die Ansiedlung von Spieleunternehmen zu unterstützen und sie nach erfolgreichem Start im Ostseeraum zu halten. Damit sollen langfristig die in den letzten Jahren stark gewachsene Anziehungskraft der Region gefestigt, zu neuen Investitionen motiviert und die Industrie als starker Wirtschaftszweig im Ostseeraum etabliert werden.

Für Berlin ist dabei von besonderem Interesse, Standortbedingungen zur Ansiedlung junger Unternehmen der Spieleindustrie zu verbessern, Austausch und internationale Vernetzung der Städte im Ostseeraum zu stärken und am Beispiel des Einsatzes von Virtual Reality im therapeutischen Bereich aufzuzeigen, wie neue Märkte für die Branche über den Unterhaltungsbereich hinaus erschlossen werden können.

Ergebnisse des Projekts umfassen u.a.
  • Angepasste Strategien und Programme sowie ein Good-Practice-Katalog zu Rahmenbedingungen und Politiken für die Förderung der Spieleindustrie im Ostseeraum
  • Leitfäden für Game-Inkubatoren zur Gründungsunterstützung für Spieleunternehmen – mit Modellen für Inkubationsprogramme, Finanzierung, Mentoring und internationale Zusammenarbeit
  • eine VR-App zur medizinischen Therapie, ein Referenzmodell für VR im Gesundheitsbereich und Empfehlungen für VR-Anwendungen in anderen Industrien

LINK zur Projektwebsite: www.baltic-games.eu

Von der Idee zum Projekt - Wie erfolgt die Förderung?

In allen Interreg-Projektanträgen muss die Projektgruppe einen Hauptpartner (Lead Partner) benennen, der die organisatorische, inhaltliche und finanzielle Gesamtverantwortung für das Projekt trägt. Die Interreg-Programme rufen alle angesprochenen Akteure auf Projektvorschläge im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen, sog. Projektaufrufe (engl. Call) einzureichen und sich damit für die Programmmittel zu bewerben. Durchschnittlich haben die Interreg-Projekte 8 bis 12 Partner aus mind. 3 verschiedenen Ländern. Für eine Projektberatung können Sie sich jederzeit an die oben genannten Ansprechpartner werden. Die Kriterien für die Bewertung und Förderung eines Projektantrags finden Sie in den jeweiligen Programmdokumenten (“Manuals”). Die Programme werden durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Die Förderquote liegt für Partner aus Berlin bei 75%-80% der Gesamtprojektkosten. Die Projekte haben eine durchschnittliche Laufzeit von 3 Jahren (+Verlängerungsoption).

Bilanz der Förderperiode 2007-2013 für Berlin | Projektbeispiele

Innovativ, International Integriert - Europäische Netzwerke "made in Berlin"

Die Bilanz der Berliner Zusammenarbeit in der laufenden EU-Förderperiode mit anderen europäischen Regionen ist vorzeigbar. 56 Projekte wurden von 36 Berliner Partnern mit Akteuren aus nahezu allen EU-Ländern sowie auch Drittstaaten umgesetzt. Intensive Kontakte zu ca. 750 Partner aus 133 europäischen Regionen konnten aus- und aufgebaut werden. Details erfahren Sie im Dossier „Innovativ, International Integriert – Europäische Netzwerke made in Berlin“. Welche Themen stehen im Fokus von transnationalen und interregionalen Aktivitäten und wie ließen sich Projektergebnisse nachhaltig nutzen? Sie erhalten einen Einblick, wie die umgesetzten Projekte zudem einen Beitrag zur Internationalisierung der Innovationsstrategie der Länder Berlin-Brandenburg leisten konnten.

Innovativ - International - Integriert. Europäische Netzwerke "made in Berlin"

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