Sehenswertes - Partnerstädte im öffentlichen Raum

Albineplatz in Johannisthal

Der Albineaplatz in Johannisthal erinnert an die besondere Verbindung zwischen Treptow‑Köpenick und der norditalienischen Gemeinde Albinea. Diese Partnerschaft hat ihren Ursprung in einem tragischen Ereignis des Jahres 1944: Fünf deutsche Soldaten, darunter der aus Treptow stammende Hans Schmidt, wurden in Albinea von der Wehrmacht hingerichtet, weil man ihnen Kontakte zur italienischen Resistenza vorwarf. Der örtliche Pfarrer Don Ugoletti setzte sich mutig dafür ein, dass die Männer nicht anonym verscharrt wurden, sondern ihre Namen auf den Gräbern erhalten blieben – ein Akt der Menschlichkeit in einer Zeit der Gewalt.

Fünfzig Jahre später ehrte Albinea die fünf Getöteten posthum als Ehrenbürger. An der Gedenkfeier nahm auch die Tochter von Hans Schmidt teil, die dadurch die ersten persönlichen Kontakte zwischen Albinea und Treptow‑Köpenick knüpfte. Aus diesen Begegnungen entwickelte sich eine enge Beziehung, die 1997/ 1998 in ein offizielles Partnerschaftsabkommen mündete. Um diese Verbindung sichtbar im Stadtbild zu verankern, erhielt der Platz vor dem alten Rathaus Johannisthal im Jahr 2003 den Namen Albineaplatz – als Zeichen der Erinnerung, der Versöhnung und der lebendigen Freundschaft zwischen beiden Gemeinden.

Auf dem Albineaplatz befindet sich ein Denkmal für die Opfer des Faschismus und davon abgesetzt ein Gedenkstein, der eine Namenstafel einiger Johannisthaler Opfer, darunter den Namen von Hans Schmidt, trägt. Die Namenstafel wird nach Diebstahl derzeitig neu beschafft.

Cajamarcaplatz in Schöneweide

Der Cajamarcaplatz am Bahnhof Schöneweide erinnert an die Städtepartnerschaft zwischen Treptow‑Köpenick und der peruanischen Stadt Cajamarca, die seit 1993 besteht. Der Platz trägt seinen Namen, um diese internationale Verbindung sichtbar im Stadtbild zu verankern und die lange Tradition des Austauschs zwischen beiden Kommunen zu würdigen. Cajamarca liegt in den nördlichen Anden Perus und ist bekannt für seine indigene Kultur, seine koloniale Architektur und seine lebendige Stadtgesellschaft – Aspekte, die in gemeinsamen Projekten immer wieder aufgegriffen werden.

Der Platz selbst liegt an einem zentralen Verkehrsknotenpunkt und fungiert damit als gut sichtbares Zeichen für die Offenheit des Bezirks gegenüber globalen Partnerschaften. Er steht sinnbildlich für Begegnung, Dialog und die Bereitschaft, über Kontinente hinweg voneinander zu lernen. Durch Veranstaltungen, Besuche und kulturelle Initiativen bleibt die Verbindung zu Cajamarca lebendig, und der Cajamarcaplatz erinnert täglich daran, dass internationale Freundschaft auch im lokalen Alltag ihren Platz hat.

Friedenskirche

Don-Ugoletti-Platz vor der Friedenskirche in Grünau (Albinea)

Der Don‑Ugoletti‑Platz in Grünau erinnert an den italienischen Pfarrer Don Luigi Ugoletti aus Albinea, der während des Zweiten Weltkriegs großen Mut bewies. Als 1944 fünf deutsche Soldaten – darunter der Treptower Hans Schmidt – von der Wehrmacht wegen angeblicher Kontakte zur italienischen Resistenza hingerichtet wurden, setzte sich Don Ugoletti dafür ein, dass ihre Gräber nicht anonym blieben. Durch sein Engagement erhielten die Toten ihre Namen zurück und damit ein Stück Würde, das ihnen genommen worden war.

Viele Jahrzehnte später führte dieses historische Ereignis zu einer besonderen Verbindung zwischen Albinea und dem Berliner Bezirk Treptow‑Köpenick. 1994 wurden Hans Schmidt und die anderen vier Soldaten posthum zu Ehrenbürgern Albineas ernannt; an der Zeremonie nahm auch Schmidts Tochter teil, die die ersten Kontakte zwischen beiden Gemeinden knüpfte. Diese Begegnungen mündeten 1997/98 in eine offizielle Städtepartnerschaft. Als Zeichen der Dankbarkeit und Erinnerung wurde 2008 der Platz vor der Friedenskirche in Grünau nach Don Ugoletti benannt – einem Mann, der Menschlichkeit bewahrte, als sie am dringendsten gebraucht wurde.

Hans-Schmidt-Straße 16 in Adlershof (Albinea)

Die Hans‑Schmidt‑Straße in Adlershof trägt ihren Namen zur Erinnerung an den Treptower Hans Schmidt, der 1944 in Albinea (Italien) von der deutschen Wehrmacht hingerichtet wurde. Schmidt und vier weitere Soldaten wurden beschuldigt, Kontakt zur italienischen Resistenza aufgenommen zu haben – ein Vorwurf, der in der Endphase des Krieges oft mit dem Tod bestraft wurde. Dank des mutigen Einsatzes des örtlichen Pfarrers Don Ugoletti blieben die fünf Männer nicht namenlos: Er sorgte dafür, dass ihre Gräber gekennzeichnet wurden und ihre Identität bewahrt blieb.

Viele Jahrzehnte später rückte Hans Schmidt erneut in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. 50 Jahre nach ihrer Ermordung wurden er und seine vier Kameraden zu Ehrenbürgern der Gemeinde Albinea ernannt. Schmidts Tochter nahm an der Gedenkfeier teil und knüpfte erste Kontakte zwischen Albinea und dem heutigen Bezirk Treptow‑Köpenick.

Diese Begegnungen führten schließlich 1997/ 1998 zur offiziellen Städtepartnerschaft. Die Benennung der Hans‑Schmidt‑Straße würdigt sein Schicksal und erinnert daran, wie aus tragischer Geschichte ein Zeichen der Versöhnung und internationalen Freundschaft entstehen konnte.

Die Kölner Figuren Tünnes und Schäl auf dem Ehrenfelder Platz in Altglienicke

Kölner Viertel in Altglienicke

Das Kölner Viertel in Altglienicke erinnert an die besondere Verbindung zwischen Treptow‑Köpenick und der Stadt Köln, die kurz vor der deutschen Wiedervereinigung entstand. Während Neukölln bereits seit Jahrzehnten eine Partnerschaft mit Köln pflegte, setzte sich der damalige Neuköllner Bezirksbürgermeister dafür ein, diese Beziehung auch auf den Ost-Berliner Bezirk Treptow auszuweiten. Ziel war es, demokratische Strukturen zu stärken und den Austausch zwischen Ost und West zu fördern – ein wichtiges Zeichen in einer Zeit des politischen Umbruchs.

Diese Partnerschaft lebt bis heute fort und wird seit 2005 durch freundschaftliche Kontakte zum Kölner Bezirk Innenstadt‑Deutz ergänzt. Sichtbar wird die Verbindung im Kölner Viertel, dessen Straßen Namen mit Köln‑Bezug tragen – etwa die Coloniaallee oder der Ehrenfeldplatz. Ein besonderes Highlight ist das Denkmal der kölschen Figuren Tünnes und Schäl, das als humorvolle Geste der Verbundenheit gilt. Das Viertel macht damit deutlich, wie Städtepartnerschaften kulturelle Brücken schlagen und im Alltag der Menschen ankommen.

Odernheimer Straße in Müggelheim

Im Ortsteil Müggelheim befindet sich die Odernheimer Straße, benannt nach dem kleinen „Partnerdorf“ Odernheim am Glan. Odernheim liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz, am Rande des Nordpfälzer Berglandes im ausgedehnten Weinanbaugebiet des Flusses „Nahe“. Rund 1.900 Einwohner und viele Touristen genießen ganzjährig den guten Wein und die gesunde Luft sowie beim Wandern oder Radfahren den Ort, die Landschaft und ihre Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört die Klosterruine Disibodenberg. Dort lebte und wirkte die bedeutendste Vertreterin der Mystik des Mittelalters, die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098-1179). Das Klostermuseum gehört zu den herausragendsten Anziehungspunkten der Gegend.

Die Partnerschaft mit Odernheim am Glan hat ihren Ursprung in den Aktivitäten des Müggelheimer Heimatvereins, der die historischen Wurzeln Müggelheims zur Grundlage der Kontaktaufnahme mit Odernheim nahm. Müggelheim wurde 1747 von 20 Pfälzer Familien aus Odernheim gegründet. Ihnen hatte Friedrich der Große eine neue Heimat gegeben und mit Steuer- und Religionsfreiheit nach Preußen gelockt.

Städtepartnerschaftswegweiser

Städtepartnerschaftswegweiser am Rathaus Treptow und am Rathaus Köpenick

Die Städtepartner‑Wegweiser vor dem Rathaus Köpenick und dem Rathaus Treptow sind sichtbare Symbole für die internationale Vernetzung des Bezirks Treptow‑Köpenick. Die Wegweiser zeigen die Entfernungen zu den verschiedenen Partnerstädten des Bezirks und machen damit auf einen Blick deutlich, wie weitreichend die kommunalen Beziehungen reichen. Sie stehen gut sichtbar vor den Rathäusern und erinnert daran, dass Treptow-Köpenick seit vielen Jahren aktiv Austauschprogramme, kulturelle Projekte und Begegnungen mit Städten in Deutschland, Europa und weltweit pflegt. Die Wegweiser sind damit nicht nur ein dekoratives Element, sondern auch ein Zeichen für Offenheit, Dialog und gelebte Partnerschaft.

Gleichzeitig laden die Wegweiser Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit den Partnerstädten des Bezirks auseinanderzusetzen – etwa mit Cajamarca in Peru, Köln in Deutschland oder weiteren langjährigen Partnerkommunen. Jede dieser Städtepartnerschaften hat ihre eigene Geschichte und trägt auf unterschiedliche Weise zum kulturellen, sozialen und manchmal auch wirtschaftlichen Austausch bei. Die Wegweiser machen diese Beziehungen im öffentlichen Raum sichtbar und zeigen, dass internationale Zusammenarbeit nicht nur auf politischer Ebene stattfindet, sondern im Alltag der Menschen verankert ist.

Wandbild zum Gedenken an den Warschauer Aufstand

Wandbild Groß-Berliner Damm 154 (Warschau-Mokotów)

Im Warschauer Aufstand von August bis Oktober 1944 erhob sich die polnische Widerstandsbewegung gegen die deutschen Besatzer. Die brutale Niederschlagung forderte unter den Kämpfern und der Zivilbevölkerung unermessliche Opfer. Dieses Wandgemälde erinnert daran und ist Teil eines deutsch-polnischen Jugendprojektes im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin – Warschau sowie der Partnerschaft zwischen dem Berliner Bezirk Treptow-Köpenick und Warschau Mokotów. Zentrales Element in diesem Kunstwerk sind die Armbinden der Aufständischen. Hinter jeder Armbinde steckt die Geschichte eines Menschen. Aus dem Inneren der Buchstaben sehen uns die Augen der Aufständischen direkt an und konfrontieren uns mit ihren Gefühlen.

Im Beisein des polnischen Botschafters, dem Sohn eines Zeitzeugen sowie der beteiligten Künstlerin Maria Michoń und vielen Interessierten wurde es am 8. Juli 2024 eingeweiht.

Damit ist der Bezirk Treptow-Köpenick der erste Ort in Berlin, der das Gedenken an die Aufständischen von Warschau für alle sichtbar ehrt.

Wandbild

Wandbild Hans-Schmidt-Str. 16 (Cajamarca)

Der aus einer Region im peruanischen Regenwald stammende Künstler und Umweltaktivist Alexander Shimpukat Soria bemalte 2023 die Außenfassade des Dienstgebäudes in der Hans-Schmidt-Straße 16 in Adlershof. Dabei setzte er auf Motive aus seiner peruanischen Heimat. Das Motiv des Wandbildes dient aber nicht nur als Schmuck für das Gebäude, es soll auch zum Erhalt und Schutz unserer Welt auffordern – ganz im Sinne der globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG).

Die Wandmalaktion geht auf die bereits seit 20. Mai 1998 andauernde Städtepartnerschaft zwischen der peruanischen Provinz Cajamarca und Treptow-Köpenick zurück. In den vergangenen Jahren gab es bereits viele Begegnungen und Aktionen zwischen Treptow-Köpenick und Cajamarca. Eine weitere bildet nun diese Wandmalaktion.

Wie bei allen Aktivitäten im Rahmen der Städtepartnerschaft spielt auch bei diesem Projekt die Begegnung der Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen eine wichtige Rolle. Und so hat Alexander Shimpukat Soria bei der Entstehung des Wandbildes Unterstützung von jungen Nachwuchskünstlerinnen aus dem Kunstverein Treptow erhalten. U. a. sind ein Lama und ein Kolibri auf dem Wandbild von den erst 11- bis 13-jährigen Mädchen entstanden.

Wussten Sie schon, dass ...

… vor der Grundschule in Albinea ein Originalteil der Berliner Mauer steht?
… es in Cajamarca einen großen Treptow-Köpenick-Park mit einer Skulptur eines … nun ja … Berliner Bären gibt? Der Bär sieht gefährlich aus und hat eigentlich nicht so viel mit dem putzigen Berliner Wappentier zu tun, aber wir freuen uns trotzdem sehr darüber.
… im Freundschaftspark von Albinea ein Maulbeerbaum aus Treptow-Köpenick steht?

  • Großer Treptow-Köpenick-Park mit einer Skulptur eines Berliner Bären in unserer peruanischen Partnerstadt Cajamarca
  • Vor der Grundschule in unserer Partnerstadt Albinea (Italien) steht ein Originalteil der Berliner Mauer

Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin

Postanschrift
PF: 91 02 40
12414 Berlin