Gedenken an die Novemberpogrome 1938: Veranstaltungen in Treptow-Köpenick

Pressemitteilung vom 23.10.2026

Der Beauftragte für Antisemitismusprävention des Bezirksamtes Treptow-Köpenick informiert über Veranstaltungen im November, die an die Novemberpogrome von 1938 erinnern, jüdisches Leben sichtbar machen und zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus einladen.

Am 9. November jähren sich die Novemberpogrome von 1938. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in zahlreichen Orten des Deutschen Reiches Synagogen in Brand gesetzt sowie jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört. Jüdinnen und Juden wurden misshandelt, verhaftet und ermordet. Die Pogrome markierten einen Wendepunkt auf dem Weg zur Shoah: Sie bedeuteten den Übergang von der Entrechtung zur systematischen Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden.
Das Gedenken an die Opfer bleibt eine gesellschaftliche Verpflichtung – auch weil Antisemitismus bis heute fortwirkt. Die bundesweiten Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus, getragen von der Amadeu Antonio Stiftung und dem Anne Frank Zentrum, enden am 9. November. Sie erinnern auch an Ereignisse, deren Folgen bis in die Gegenwart reichen: den Anschlag in Halle am 9. Oktober 2019 und den Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.
Auch im November finden in Treptow-Köpenick zahlreiche Veranstaltungen statt. Im Mittelpunkt stehen Gedenkveranstaltungen zu den Novemberpogromen, Rundgänge zu Orten jüdischen Lebens und der Verfolgung im Bezirk sowie Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Nachfahrinnen und Nachfahren.

Veranstaltungen in Treptow-Köpenick im Überblick:

4. November: „Kontinuitäten rechter Gewalt“

Die Veranstaltung stellt die Frage nach den Kontinuitäten rechten Terrors. Anhand ausgewählter Beispiele werden Zusammenhänge sichtbar gemacht. Mit einer Methode der Initiative Bilan kommen sowohl Betroffene als auch solidarisch engagierte Menschen zu einzelnen Ereignissen rechten Terrors zu Wort; dabei werden auch die Folgen für betroffene Personen thematisiert.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Von der Geschichte zur Gegenwart – Historische und politische Bildungsarbeit in Treptow-Köpenick“, einem Kooperationsprojekt des Zentrums für Demokratie Treptow-Köpenick, der Partnerschaften für Demokratie Schöneweide und Treptow-Köpenick, des Interkulturellen Willkommensbüros für Migrantinnen und Migranten, des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, der Museen Treptow-Köpenick sowie des Bezirksamtes Treptow-Köpenick – Politische Bildung.
Termin: 4. November, 18 Uhr
Ort: Zentrum für Demokratie, Michael-Brückner-Straße 1 / Spreestraße, 12439 Berlin
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7. November: Traditionelle Matinee des BdA Treptow zum Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome von 1938

Der Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow lädt zur traditionellen Matinee ein. Dr. Susanne Heim hält einen Vortrag zum Thema „Niemandsland der Juden. Enteignung und Vertreibung der Juden im Jahr 1938 zwischen dem Anschluss Österreichs und dem Novemberpogrom“. Es singt der Antifaschistische Chor Pirna Pir-Mol.
Termin: 7. November, 11 Uhr
Ort: Rathaus Treptow, Großer Ratssaal (Raum 218), Neue Krugallee 2–6, 12435 Berlin
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7. November: „Der Star mit dem Stern“ – Filmausschnitte

Anlässlich der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus und zur Ehrung von Klaus Gendries, dem künstlerischen Leiter des Stadttheaters Köpenick, anlässlich seines dritten Todestages werden Filmausschnitte seiner letzten Inszenierung „Der Star mit dem Stern“ gezeigt. Die Uraufführung wurde von Bernd Wefelmeyer fertiginszeniert. Die Inszenierung widmet sich dem künstlerischen Leben und dem frühen Tod des jüdischen Regisseurs und Schauspielers Kurt Gerron, der nach Theresienstadt deportiert und im Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurde.
Termin: 7. November, 16 Uhr
Ort: Stadttheater Köpenick, Wendenschloßstraße 103–105, 12557 Berlin
Tickets und weitere Informationen

8. November: Stolpersteinverlegung für Alfred, Hildegard, Rachel und Kurt Salinger

Die Stolpersteingruppe Treptow und der Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Treptow laden zur Verlegung von Stolpersteinen für Alfred, Hildegard, Rachel und Kurt Salinger ein.
Termin: 8. November, 15 Uhr
Ort: Am Treptower Park 18, 12435 Berlin
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9. November: Ökumenisches Pogromgedenken in Köpenick

Zum traditionellen stillen Gang sind Menschen aller Generationen und Konfessionen eingeladen. In der Stille des Gottesdienstes wird der Opfer antisemitischen Hasses gedacht. Der anschließende Weg zur Gedenktafel der ehemaligen Synagoge ist ein Bekenntnis: „Wir erinnern uns. Wir sind da. Das Vergessen hat keinen Platz unter uns.“ Im Anschluss findet eine Kranzniederlegung am ehemaligen Standort der Synagoge in der Freiheit statt.
Termin: 9. November, 18 Uhr
Ort: Stadtkirche Köpenick, Alt-Köpenick 9, 12555 Berlin

9. November: Gedenkgottesdienst zur Pogromnacht mit anschließendem Klezmerkonzert

Die evangelische Kirche Bohnsdorf-Grünau gedenkt in einem Gottesdienst der Reichspogromnacht, in der nationalsozialistische Täter jüdische Gotteshäuser und Geschäfte zerstörten und Jüdinnen und Juden ermordeten. Erinnert wird auch an Wachtmeister Wilhelm Krützfeld, der die Brandstiftung an der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße verhinderte. Im Anschluss an den Gottesdienst gestaltet die Band „Querbeet“ ein Klezmerkonzert, das an den Reichtum jüdischer Kultur erinnert.
Termin: 9. November, 19 Uhr
Ort: Friedenskirche Grünau, Don-Ugoletti-Platz, 12527 Berlin

10. November: „Gedenken im Wohnzimmer“ mit András Varga und Eva Nickel

Die Mittelpunktbibliothek Treptow – Alte Feuerwache lädt in Kooperation mit dem Beauftragten für Antisemitismusprävention zu einem Abend des Erinnerns ein. Im Format „Zikaron baSalon“ (hebräisch für „Erinnern im Wohnzimmer“) erzählt Dr. András Varga, Holocaust-Überlebender und Zeitzeuge, von seinem Leben. Eva Nickel, deren Familie die Reichspogromnacht in Berlin erlebt hat, begleitet das Gespräch. In kleiner Runde gibt es anschließend Zeit für Fragen, Austausch und gemeinsames Nachdenken.
Um Anmeldung unter stadtbibliothek-feuerwachetreptow.veranstaltungen@ba-tk.berlin.de oder unter Telefon (030) 90297 6800 wird gebeten.
Termin: 10. November, 19 Uhr
Ort: Mittelpunktbibliothek Treptow – Alte Feuerwache, Michael-Brückner-Straße 9, 12439 Berlin
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24. November: Lesung mit Marina Chernivsky – „Bruchzeiten. Leben nach dem 7. Oktober“

Im Rahmen der Reihe „Jüdisches Leben heute“ liest die Psychologin Marina Chernivsky aus ihrem Buch „Bruchzeiten“. Sie reflektiert jüdische Erinnerung und Gegenwart und beschreibt, warum der 7. Oktober 2023 für die jüdische Gemeinschaft einen tiefen Bruch darstellt, der durch soziale Kälte und Antisemitismus noch vertieft wird. Das Buch verwebt autobiografische Erzählungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen.
Um Anmeldung unter stadtbibliothek-altermarktkoepenick.veranstaltungen@ba-tk.berlin.de oder unter Telefon (030) 90297 3418 wird gebeten.
Termin: 24. November, 19 Uhr
Ort: Mittelpunktbibliothek Köpenick, Alter Markt 2, 12555 Berlin
Weitere Informationen

Weitere Informationen und Termine:

Die Veranstaltungen und weitere Angebote werden auf den jeweiligen Internetseiten der Veranstalterinnen und Veranstalter bekannt gegeben.