Buche im Müggelpark Friedrichshagen musste wegen Pilzbefall und Stammfäule gefällt werden

Pressemitteilung vom 12.11.2025

Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen Tagen an das Bezirksamt gewandt und ihre Trauer über den Verlust einer Rot-Buche im Müggelpark in Friedrichshagen bekundet. Der 25 Meter hohe Baum musste am Montag, 5. November 2025, zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit gefällt werden.

Die gefällte Buche war ein prägender Bestandteil der Grünanlage und diente vielen Menschen im Kiez als Treffpunkt. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick – insbesondere das Straßen- und Grünflächenamt – kann die Reaktionen auf den Verlust des Baumes gut nachvollziehen.
Die Mitarbeitenden des Bezirksamts engagieren sich täglich für den Erhalt und die Pflege des städtischen Baumbestands. Alle Bäume im Bezirk werden regelmäßig kontrolliert, und bei Bedarf werden entsprechende Maßnahmen ergriffen. Die Pflege und der Erhalt der Bäume im Bezirk haben oberste Priorität. Dementsprechend erfolgen Baumfällungen grundsätzlich nur, wenn sie aus Gründen der Verkehrssicherheit unumgänglich sind. In diesem Fall war ein kurzfristiges Eingreifen erforderlich, um die Sicherheit der Parkbesucherinnen und -besucher zu gewährleisten.

Die etwa 180 Jahre alte Buche hatte bereits eine längere Krankheitsgeschichte hinter sich und wurde viele Jahre lang engmaschig kontrolliert. Das Absterben des Baumes ist auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen. Im Jahr 2020 wurde erstmals festgestellt, dass der Baum aufgrund anhaltender Trockenperioden einen „Sonnenbrand“ im oberen Kronenbereich erlitten hatte. Die Schäden in der Rinde begünstigten dann den Befall mit Pilzen, unter ihnen der sogenannte „Zunderschwamm“. Im Jahr 2023 hatte dann ein extern beauftragter, öffentlich bestellter Sachverständiger eine weiterführende Baumuntersuchung vorgenommen – dabei wurde unter anderem die Holzdichte mittels Resistograph gemessen und der Zustand der Buche überprüft. Der Baum wurde weiter beobachtet und Anfang Oktober dieses Jahres erneut von öffentlich bestellten Sachverständigen untersucht: Die Schäden und die Fäule hatten sich in den vergangenen zwei Jahren rasch ausgebreitet. Die Oberkrone des Baumes war deutlich lichter, im Feinast- und Grobastbereich wurde Totholz gefunden. Aufgrund der Pilzinfektion in der Stammverlängerung zusammen mit der insgesamt nachlassenden Gesundheit des Baumes war dringender Handlungsbedarf angezeigt. Es bestand nicht nur die Gefahr, dass einzelne Äste herabfallen, sondern die ganze Krone auf einmal herunterbricht oder der Baum umstürzt. Die vom Straßen- und Grünflächenamt veranlasste Fällung war unumgänglich.

Baumpflegemaßnahmen hätten die Buche nicht retten können. Ein Entlastungsschnitt beispielsweise – also die Reduzierung der Krone – wäre keine Lösung gewesen, da die Fäulnis im Stamm bei Buchenarten besonders schnell voranschreitet und der Baum auch mit weniger Krone instabil geworden wäre. Selbst einen Hochstubben (Baum ohne Krone) stehen zu lassen, wäre nicht zu verantworten gewesen. Eine weiträumige Einzäunung des Baumes war ebenfalls keine Option, da an der stark frequentierten Stelle nicht ausreichend Platz ist. Darüber hinaus gibt es grundsätzlich keine wirksamen Pilzbehandlungen für Bäume.

Das Bezirksamt veröffentlicht regelmäßig Informationen zu den aktuellen Baumfällungen, die aus Gründen der Verkehrssicherheit erfolgen müssen. Im Idealfall gehen die Pressemitteilungen online, bevor die Bäume gefällt werden. In diesem Fall ist es aus personellen Gründen zu einer Unterbrechung des Informationsflusses gekommen und die Pressemitteilung wurde intern zu spät weitergeleitet. Das Bezirksamt bedauert dies, jedoch konnte die Fällung nicht weiter verzögert werden.

Grundsätzlich ist das Bezirksamt und ganz besonders das Straßen- und Grünflächenamt immer bestrebt, mit den vorhandenen Mitteln und Personal so viele neue Bäume wie möglich im öffentlichen Raum zu pflanzen.