Ein Blick in die Stadtgeschichte
Königs Wusterhausen geht auf eine slawische Siedlung zurück, deren Name bereits um 1320 als „hus to wosterhusen“ erstmals urkundlich erwähnt wurde. Im Mittelalter war der Ort Teil des Grenzgebiets zwischen der Mark Brandenburg und der Lausitz. Mehrere Adelsgeschlechter prägten die frühe Entwicklung, bevor das Gebiet im 15. Jahrhundert dauerhaft zur Mark Brandenburg gehörte. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde Wusterhausen schwer verwüstet, erholte sich jedoch dank der verkehrsgünstigen Lage wieder.
Die wohl wirkmächtigste historische Figur, die Königs Wusterhausen ihren Stempel aufgedrückt hat, war Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Obwohl er selbst keine Kriege führte, steht er wie kein anderer für preußischen Drill und den Aufbau eines schlagkräftigen Heeres. In ganz Europa rekrutierte der Monarch seine „Langen Kerls“, großgewachsene Vorzeigesoldaten, die auf Wusterhausens Kirchplatz exerzierten. Die barocke Repräsentationslust seines Vaters Friedrich I. in Preußen (1701-1713) teilte er ebenso wenig wie die Liebe seiner Mutter zu den schönen Künsten. Die Zusammenkünfte des berühmten „Tabakskollegiums“ waren sicher nichts für zart besaitete Gemüter, die schon beim feinsten Geruch von Pfeifenrauch das Weite suchen. In diesen informellen Abendrunden besprach sich der König mit Offizieren, Ministern und ausgewählten Gästen – oft lebhaft und derb, in demonstrativer Abgrenzung vom höfischen Prunk.
Im 19. Jahrhundert setzte eine Phase der Modernisierung ein: 1832 erhielt der Ort das Marktrecht, 1848 eine erste kommunale Selbstverwaltung. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz (1867) sowie der Ausbau des Nottekanals stärkten Handel und Verkehr nachhaltig. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Königs Wusterhausen zu einem bedeutenden Technikstandort, unter anderem durch seine Pionierrolle beim Ausbau des Rundfunks. 1935 wurde KW das Stadtrecht verliehen. Bis zum Tag der Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 1990, war die Stadt Bestandteil der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Im Zuge der Kreisreform 1993 büßte KW seine Rolle als Kreisstadt ein.