02/2026-CHARKIW – 24. Februar: Steglitz-Zehlendorf bleibt solidarisch

24. Februar 2026: Brandenburger Tor erstrahlt in Blau und Gelb

24. Februar 2026: Brandenburger Tor erstrahlt in Blau und Gelb

Charkiw / Februar 2026

Am 24. Februar 2026 jährte sich der brutale Überfall der russischen Invasoren auf die benachbarte Ukraine zum vierten Mal. Seither steht auch die aus Sicht der Aggressoren strategisch günstig gelegene Stadt Charkiw immer wieder im russischen Fokus. Mit der bewundernswerten Resilienz der Ukrainerinnen und Ukrainer hat der russische Präsident nicht gerechnet.

Seit vier Jahren ist die Solidarität des Bezirks Steglitz-Zehlendorf mit der ukrainischen Partnerstadt Charkiw ungebrochen. Eine ungemein wichtige Rolle spielt dabei der Städtepartnerschaftsverein Steglitz-Zehlendorf e.V., der seit vier Jahren zu Spenden im Rahmen der „Charkiw-Hilfe“ aufruft und regelmäßig Hilfslieferungen durchführt. Der vierte Jahrestag wurde an verschiedenen Orten in ganz Berlin als Tag der Solidarität begangen – natürlich auch bei uns in Steglitz-Zehlendorf.

24. Februar 2026: Ansprache von Bezirksbürgermeisterin Schellenberg bei der Solidaritätsveranstaltung im Charkiw-Park

24. Februar 2026: Ansprache von Bezirksbürgermeisterin Schellenberg bei der Solidaritätsveranstaltung im Charkiw-Park

„Die Ukraine kämpft weiterhin ums Überleben“. – Mit dieser eindringlichen Wahrheit hatte Vereinsvorsitzender Sebastian Leskien den Ton in der Einladung an Bürgerinnen und Bürger, Vereinsmitglieder und die ukrainische Gemeinschaft im Bezirk zu einer nachmittäglichen Gedenkveranstaltung im Charkiw-Park gesetzt. Als Gastrednerin räumte Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg ein, dass sich die Hoffnungen auf Frieden in den letzten Jahren leider nicht erfüllt hätten, da es von Seiten Russlands dafür kein wirkliches Interesse gebe. Ausdrücklich hieß sie alle Geflüchteten aus Charkiw und der gesamten Ukraine, die in den letzten Jahren nach Steglitz-Zehlendorf gekommen sind, ganz herzlich im Bezirk willkommen.

Stand with Ukraine! - Solidaritätsveranstaltung am 24. Februar 2026 im Charkiw-Park

Stand with Ukraine! - Solidaritätsveranstaltung am 24. Februar 2026 im Charkiw-Park

24. Februar 2026: Botschaftssekretärin Nina Masol ergreift im Charkiw-Park das Wort

24. Februar 2026: Botschaftssekretärin Nina Masol ergreift im Charkiw-Park das Wort

Für die Ukrainische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland ergriff die Zweite Botschaftssekretärin Nina Masol das Wort. Im bisher härtesten Winter seit dem Beginn der Großinvasion habe Russland seine Angriffe nochmals verstärkt, machte sie deutlich. „Außer Russland will niemand auf der Welt, dass dieser Krieg weitergeht“, unterstrich sie. Es komme jetzt darauf an, eine dauerhafte Friedenslösung mit entsprechenden Sicherheitsgarantien umzusetzen. Im Namen der Ukraine dankte sie Deutschland, Berlin und dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf für die seit Jahren andauernde Unterstützung.

24. Februar 2026: Olga Pischel vom Städtepartnerschaftsvereins hält eine Ansprache

24. Februar 2026: Olga Pischel vom Städtepartnerschaftsvereins hält eine Ansprache

Als dritte Rednerin zeigte sich Olga Pischel „überwältigt“ von der Hilfsbereitschaft hierzulande. Die Vorstandsbeisitzerin des Städtepartnerschaftsvereins gab einen Überblick über die von Spendengeldern der Charkiw-Hilfe finanzierten Unterstützungsmaßnahmen. Immer wieder besucht sie ihre Heimatstadt, um sich vor Ort davon zu überzeugen, dass die Spenden tatsächlich bei den Empfängern ankommen – zum Beispiel bei der seit langer Zeit unterstützten Suppenküche. Besonders dankte sie den anwesenden Vertreterinnen der evangelischen Paulus-Kirchengemeinde Lichterfelde und dem dort angesiedelten „Café Handgestrickt“ für die erfolgreich abgeschlossene Winter- und Weihnachtshilfe 2025/26 zugunsten der Stadt Charkiw (wir berichteten). “Während meiner Rede bei unserer Bezirkskundgebung versuchte ich ‚nur‘ den Alltag meiner lieben Freunde in Charkiw wiederzugeben”, bekannte sie in einer Nachbetrachtung. “Wir alle kämpften mit Tränen und Emotionen”, fügte sie hinzu.

24. Februar 2026: Frauenchor der Markus-Kirchengemeinde bestreitet die musikalische Gestaltung

24. Februar 2026: Frauenchor der Markus-Kirchengemeinde bestreitet die musikalische Gestaltung

24. Februar 2026: Blau-gelbe Blumenpracht im Charkiw-Park

24. Februar 2026: Blau-gelbe Blumenpracht im Charkiw-Park

Am Ende ihrer Ansprache rief Olga Pischel zu einer Schweigeminute zu Ehren der im Ukrainekrieg Gefallenen auf. Nach dem offiziellen Teil legten viele Besucherinnen und Besucher am Schild des Charkiw-Parks Blumen in den ukrainischen Nationalfarben nieder. Neben einigen Volksweisen intonierte der ukrainische Frauenchor der evangelischen Markus-Kirchengemeinde die Nationalhymne – ein emotionaler Höhepunkt. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Hymnentext steht für den Durchhaltewillen und die nationale Selbstbehauptung der Ukrainer.

24. Februar 2026: Besucherinnen und Besucher der Gedenkveranstaltung legen Blumen in den ukrainischen Nationalfarben nieder

24. Februar 2026: Besucherinnen und Besucher der Gedenkveranstaltung legen Blumen in den ukrainischen Nationalfarben nieder

Beim Gedenken im Charkiw-Park waren Verordnete aller vier BVV-Fraktionen vertreten. Für das Bezirksamt waren außer der Bezirksbürgermeisterin der stellvertretende Bezirksbürgermeister Tim Richter, Bezirksstadträtin Malgorzata Sijbrandij und Bezirksstadtrat Patrick Steinhoff anwesend. Den Vorstand des gastgebenden Städtepartnerschaftsvereins vertraten dessen Vorsitzender Sebastian Leskien, die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Gisela Pflug und Rolf Breidenbach sowie die Beisitzerinnen Olga Pischel und Kaja Kowalski. Gesichtet wurde auch der Beauftragte des Bezirksamts für Partnerschaften, Christian Urlaub.

“Die Ukrainerinnen und Ukrainer verteidigen nicht nur ihr Land, sondern auch die Werte, auf denen unser freies Europa gründet”, schrieb Steglitz-Zehlendorfs Vizebezirksbürgermeister auf Facebook. Die Freundschaft zwischen Charkiw und Steglitz-Zehlendorf “steht sinnbildlich für Solidarität, Zusammenhalt und die gemeinsame Hoffnung auf Frieden”, so Tim Richter weiter.

„Sobald der Krieg vorbei ist, feiern wir hier ein Friedensfest“, wagte Rathauschefin Maren Schellenberg einen vorsichtig optimistischen Ausblick. Auch wenn wenig darauf hindeutet, gibt es zur Zuversicht keine Alternative. Die Menschen in der Ukraine haben es verdient, dass man ihren Kampf um Frieden und Freiheit unterstützt – auf allen Ebenen.

24. Februar 2026: Eingehüllt in Blau-Gelb: Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (links) mit Olga Pischel (Vorstandsmitglied des Städtepartnerschaftsvereins; Mitte) und Nina Masol, Botschaftssekretärin der Ukrainischen Botschaft, vor dem Schild des Charkiw-Parks

24. Februar 2026: Eingehüllt in Blau-Gelb: Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (links) mit Olga Pischel (Vorstandsmitglied des Städtepartnerschaftsvereins; Mitte) und Nina Masol, Botschaftssekretärin der Ukrainischen Botschaft, vor dem Schild des Charkiw-Parks

24. Februar 2026: Solidaritätsveranstaltung im Charkiw-Park

24. Februar 2026: Solidaritätsveranstaltung im Charkiw-Park

Ähnliche Solidaritätsveranstaltungen wie am 24. Februar 2026 hatte es bereits in den Vorjahren 2023, 2024 und 2025 gegeben.

Unterdessen hat die Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Stadt Charkiw (Департамент міжнародного співробітництва Харківської) Fotos aus ganz Europa auf Facebook veröffentlicht, die die Solidarität für die Stadt und die ganze Ukraine zeigen. Darunter ist auch eine Aufnahme der Veranstaltung im Charkiw-Park und das blau-gelb angestrahlte Brandenburger Tor.

Die Stadt Charkiw bedankt sich in dem Facebook-Beitrag bei seinen Partnerstädten herzlich für die Solidaritäts- und Unterstützungsaktionen anlässlich des vierten Jahrestages der vollständigen Invasion. Wörtlich genannt werden die deutschen Partnerkommunen Nürnberg und Steglitz-Zehlendorf. „Solche Initiativen sind nicht nur symbolische Gesten. Sie zeugen von der tiefen Solidarität der Welt mit dem ukrainischen Volk und insbesondere mit Charkiw – einer Stadt, die trotz der täglichen Herausforderungen tapfer Widerstand leistet und weiterlebt und sich weiterentwickelt“, heißt es im Wortlaut.

Slava Ukraini!

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub