Die Idee, die freie Kunstszene so umfassend wie möglich zu unterstützen, kam aus der Verbandsarbeit heraus: „Seit der Gründung des LAFT Berlin 2007 waren das Fragestellungen aus der Praxis, bei denen wir gedacht haben: Da fehlt etwas, was an bestimmten strategisch wichtigen Punkten unterstützt und Hilfestellungen gibt. Diese Thematik hatte sich der Verband neben der kulturpolitischen Tätigkeit auch schon im Gründungsmanifest als Ziel gesetzt.“ Gemeinsam mit ihrem Kollegen Stefan Sahlmann fügte Benduski diese Ideen 2012 zu einem Konzept zusammen.
LAFT Berlin Performing Arts Programm (PAP)
Bild: ariadne-an-der-spree.de
Vor den Brettern, die die Welt bedeuten In einer alten Berliner Spielstätte unterstützt ein Verband Künstler auf ihrem Karriereweg
Mit dem Performing Arts Programm (PAP) hat der Landesverband freie darstellende Künste e. V. in Berlin ein Projekt aufgelegt, das in der Kunst- und Kulturszene deutschlandweit Beachtung findet. Finanziert wird es durch das Programm „INP – Stärkung des Innovationspotenzials in der Kultur“, dessen Gelder aus EFRE-Mitteln stammen. Hier finden angehende wie professionelle Tanz- und Kulturschaffende unter einem Dach Unterstützung bei ihrem künstlerischen Werdegang. EFRE wirkt:
Wir treffen Janina Benduski im Theatersaal des Ballhaus Ost in Prenzlauer Berg. Hier sitzt auch der Landesverband freie darstellende Künste Berlin e. V. (LAFT Berlin). Bis 2012 war Benduski noch Vorstandsmitglied im LAFT Berlin, dann wechselte sie in das Projekt, von dem sie heute erzählt: „Das Performing Arts Programm verfolgt das Ziel, die freien darstellenden Künste Berlins, also die Spielstätten, die Einzelkünstler, die Gruppen und Ensembles, in ihrer Tätigkeit zu unterstützen.“ Heute werden im Performing Arts Programm, kurz PAP, junge Künstlerinnen und Künstler beraten und durch erfahrene Mentoren begleitet, Branchentreffs sowie Marketingwettbewerbe initiiert und dem Publikum unbekannte freie Spielstätten vorgestellt.
Bild: Benjamin Krieg
Das Performing Arts Programm besteht aus sieben Bausteinen
Heute ist das PAP eine der ersten Adressen in Berlin für Tanz- und Theaterschaffende. „Das Projekt ist von den Menschen selbst entwickelt worden, denen es zugutekommt“, hebt Benduski die Besonderheit hervor. Die Ideen, die hier umgesetzt werden, entstammen den Wünschen und Bedürfnissen der Kreativen: „Uns war wichtig, dass wir möglichst viele Praktiker in unserem Projekt haben, die parallel in der freien Szene arbeiten“, betont die Projektleiterin, die selber noch ein eigenes Produktionsbüro führt.
Mittlerweile ist das PAP breit vernetzt: Aktuell besteht das Team des PAP aus 16 Personen. Sie koordinieren unter anderem die Experten in den einzelnen Beratungen. „Wir haben eine enge Verbindung zu den künstlerischen Hochschulen und zahlreichen Kooperationspartnern aus der Szene“, erklärt Benduski. Ein solches Kooperationsbeispiel sind die Theaterscoutings. Hier bringt das PAP Publikum und freie Theaterszene zusammen. „Viele Kulturinteressierte sind zwar neugierig auf die freie Szene, kennen aber weder Spielstätten noch Gruppen“, erläutert Benduski. „An diesem Punkt schaffen wir einen Zugang: Jeden Monat begleiten wir 15 bis 20 Tanz- und Theaterbesuche.“ So eröffnet das monatlich wechselnde Programm die Vielfalt der Berliner Theaterszene.
Der jährliche Branchentreff ist ein weiterer Baustein. Er ruft Akteurinnen und Akteure sowie Spielstätten dazu auf, sich über aktuelle Branchenthemen auszutauschen. Obwohl erst im Herbst 2013 gestartet, wurde bereits die zweite Auflage 2014 mit über 500 Teilnehmenden zum größten deutschsprachigen Theaterkongress. Eine Erfolgsgeschichte, die sich auch 2015 fortsetzte.
„Eindeutig an Profis richtet sich der jährliche Marketingwettbewerb“, zählt Benduski ein weiteres PAP-Modul auf: „Hier geht es um die besten Marketingideen der Stadt. Das richtet sich eindeutig an High Professionals, die wissen, was sie tun.“ Neben diesen Angeboten komplettieren vier weitere Standbeine das Performing Arts Programm: eine zentrale Marketingstelle und eine webbasierte Proberaumplattform. Zudem eine Beratungsstelle und ein Mentoringprogramm – wobei diese beiden Angebote ebenfalls durch die Kulturverwaltung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden.
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