Initiative "Schulter an Schulter" (SAS)
Antisemitische und antimuslimische Anschläge sowie Angriffe auf Flüchtlinge haben ein erschreckendes Ausmaß angenommen.
Im Jahr 2017 waren in Deutschland etwa 1.500 Straftaten antisemitisch und 1.000 antimuslimisch motiviert. Es gab über 2.200 tätliche Angriffe auf Geflüchtete.
Bei jeder Form von Gewalt sind breite Solidarisierungen mit den Opfern erforderlich. Die Täter dürfen nicht den Eindruck bekommen, dass menschenfeindliche Aktionen von der Bevölkerung akzeptiert werden.
SCHULTER AN SCHULTER (SAS) gibt Anregungen, was bei Anschlägen getan werden kann und trägt dadurch zur Integration von Betroffenen bei.
Wann und wo immer es zu gewalttätigen Übergriffen oder Anschlägen kommt, sollten Staat und Zivilgesellschaft öffentlich auftreten.
Folgende Schritte werden angeregt:- 1. Solidaritätsbesuche bei Betroffenen.
Bei Solidaritätsbesuchen ist nicht entscheidend, wer die möglichen Täter
und was ihre Motive waren. Es geht darum deutlich zu machen, dass jede Form von Gewalt abgelehnt wird und die Opfer nicht allein gelassen werden. - 2.Solidarisierende Unterschriftslisten erstellen und übergeben.
- 3. Medien sollten über diese Zeichen von Solidarität ausführlich berichten und nicht vor allem über die Gewalttaten. Von Gewalttätern wird es als ein Erfolg verbucht, wenn über sie in den Medien berichtet wird. Deshalb sollten Medien vor allem über Aktivitäten gegen die Gewalttaten berichten.
- 4. Thematische Veranstaltungen im Rathaus oder anderen Einrichtungen, bei denen auch öffentlich bekannte Persönlichkeiten Gesicht zeigen.
- 5. Schweigeminuten bei Sportveranstaltungen oder in Schulen.
- 6. Veranstaltungen von Religionsgemeinden, bei denen die Betroffenen
einbezogen werden.
Jeder Vorfall sollte der Polizei gemeldet werden, damit Ermittlungen eingeleitet werden können.
Bei SAS wird eine Liste von Personen erstellt, die dazu bereit sind, an ihren Orten solidarisierende Aktivitäten anzuregen, zu bestärken oder zu koordinieren.
Übergriffe und solidarisierende Aktivitäten sollten SAS mitgeteilt werden. Kurze Berichte über die Ereignisse können dadurch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. SAS kann auf der Grundlage dieser Darstellungen die Aktiven vor Ort beraten und im Einzelfall finanziell unterstützen.
Die Arbeit von SAS ist im Aufbau.
Kontakt- Stiftung gegen Rassismus
Goebelstr. 21a, 64293 Darmstadt
Tel.: 06151- 339 971, Mail: info@schulter-an-schulter.de
Homepage: stiftung-gegen-rassismus.de/SAS
Kontakt
Politische Bildungsarbeit
Christine Herm