Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat ein natürliches Verbreitungsgebiet von Mexiko bis in den Süden Kanadas. Um das Jahr 1645 wurde sie als Zierpflanze nach Europa eingeführt. Ab dem 19. Jahrhundert wurde sie zunehmend über Gärten verbreitet, sodass sie um etwa 1950 bereits in ganz Deutschland anzutreffen war.
Die ausdauernde, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen bis zu 2 Meter. Sie breitet sich sehr schnell über kriechende Rhizome aus, die eine Länge von bis zu zehn Metern erreichen können. Darüber hinaus kann eine einzelne Pflanze bis zu 19.000 flugfähige Samen ausbilden.
Die Kanadische Goldrute gehört zu den sogenannten Ruderalpflanzen und wächst hier bevorzugt auf vom Menschen geprägten Standorten. Dazu zählen unter anderem Brach- und Schuttflächen, Schläge, Bahnstrecken sowie Trockenrasen, aber auch an Gewässerrändern und in Auwäldern kann sie sich erfolgreich ansiedeln.
Aber die Kanadische Goldrute ist eine problematische Art, die wegen ihrer starken Wuchskraft schnell dichte Dominanzbestände bildet. In Nordamerika wird ihre Ausbreitung durch etwa 250 natürliche Fressfeinde reguliert, die in Europa fehlen, sodass sich die Bestände hier nahezu ungehindert ausdehnen können. Dadurch werden vor allem einheimische, lichtliebende Pflanzenarten mit engem Standortanspruch verdrängt. Als weitere negative ökologische Auswirkung gehen in der Folge auch Tierarten zurück, die an diese Pflanzen angepasst sind.
Das können Sie tun bei Kanadischer Goldrute im Garten oder auf anderen privaten Flächen:
- Große Bestände: 2–3 Mal pro Jahr mähen, wenn die Pflanzen etwa 20 cm hoch sind, die regelmäßige Wiederholung schwächt die Pflanze langfristig.
- Kleine Bestände oder Einzelpflanzen: Kurz vor oder während der Blüte vollständig ausreißen, möglichst viele Rhizome und Wurzeln entfernen.
- Alternative Methode: Im Frühjahr kurz über dem Boden mähen, Fläche anschließend für 3 Monate mit einer UV-lichtundurchlässigen Folie abdecken.