Die Hybrid- oder Bastard-Luzerne (Medicago x varia) ist eine Kreuzung aus Luzerne (Medicago sativa) und Sichelklee (Medicago falcata). Weltweit wird sie als Futterpflanze, für Sprossen sowie zur Bodenverbesserung und Böschungsbefestigung genutzt. Heute findet man sie häufig auch in Saatgutmischungen und Seedbombs.
Die mehrjährige Pflanze mit den kleinen violetten oder violett-gelben Blüten ist äußerst konkurrenzstark, sehr schnittverträglich und bildet tiefe Wurzeln, mit denen sie selbst in trockenen Perioden noch feuchtere Bodenschichten erreicht. Als Schmetterlingsblütler kann sie zudem eigenständig Stickstoff binden – Eigenschaften, die es ihr ermöglichen, sich auch auf trockenen und nährstoffarmen Standorten erfolgreich durchzusetzen.
Aber in den letzten Jahren hat sich die Hybrid-Luzerne in Berlin stark ausgebreitet. Sie bildet rasch dichte Massenbestände und verdrängt dabei konkurrenzschwache einheimische Arten. Besonders wertvolle Magerrasen sowie Ruderalflächen sind durch ihre Ausbreitung gefährdet. Problematisch ist zudem, dass Hybrid-Luzerne weiterhin in einigen Saatgutmischungen und Seedbombs enthalten ist – und so unbeabsichtigt weiter verbreitet wird.
Das können Sie tun bei Hybrid-Luzerne im Garten oder auf anderen privaten Flächen:
- In Vollblüte mähen: eine Mahd in Vollblüte unterbindet die Samenbildung
- Mehrmals pro Saison mähen: mehrmaliges Mähen während der Vegetationsperiode schwächt die wieder austreibenden Pflanzen deutlich
- Zielgerichtet mähen: aufgrund der hohen Schnittverträglichkeit möglichst flächenscharf mähen mit sehr niedriger Mahdhöhe unter 5 cm und ggf. zusätzlich ausgraben / ausfräsen
- Saatgut prüfen: keine Saatgutmischungen oder Seedbombs kaufen und nutzen, die Hybrid-Luzerne enthalten