Der Bezirk Treptow-Köpenick zählt zu den am schnellsten wachsenden Berliner Bezirken. Es ist eine gewaltige Herausforderung, das vorhandene Wohnungsbaupotenzial auszuschöpfen und dabei die Wohn- und Lebensqualität weiterhin zu gewährleisten. Neben der notwendigen sozialen soll ebenso die blau-grüne Folgeinfrastruktur gesichert werden.
Urbane Freiräume und Grün unterliegen oft bei konkurrierenden Flächenansprüchen, sind einem hohen Nutzungsdruck und sich wandelnden Anforderungen und Erwartungen der Bevölkerung sowie klimatischen Belastungen ausgesetzt. Im Bezirk Treptow-Köpenick kommt ihnen zudem eine gesamtstädtische Versorgungsfunktion in Bezug auf Bereitstellung von Trinkwasser, Erholungsgebiete, gesamtstädtisch wirksamen Klimaausgleich sowie in Bezug auf die Sicherung europäisch bedeutsamer Lebensräume für Fauna und Flora (FFH- und SPA-Gebiete, Natur- und Landschaftsschutzgebiete) zu. Tendenziell verringert sich Freifläche in Treptow-Köpenick.
Vorsorge für Gesundheit, Klima und Biodiversität
Um dem zu begegnen, hat der Bezirk ein Strategie- und Maßnahmenkonzept mit dem Titel „Strategisches Konzept zur Landschafts- und Freiraumentwicklung Treptow-Köpenick“ – kurz: „Strategie Grün“ entwickelt. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat die Strategie Grün (Stand Oktober 2025) am 19.02.2026 auf der Grundlage des Bezirksamtsbeschlusses Nr. 769/25 vom 25. November 2025 (Drs.Nr. IX/1192) als fachlichen Teilplan der Bereichsentwicklungsplanung beschlossen (Beschluss Nr.: 0672/41/26).
Treptow-Köpenick hat damit als einer der ersten Berliner Bezirke ein Konzept zur Sicherung und Entwicklung von urbanen Freiräumen und Grünflächen erarbeitet und beschlossen. Zunächst wurde eine komplexe Versorgungsanalyse durchgeführt, die über die üblichen Standards für wohnungs- und siedlungsnahes Grün hinaus die Versorgung bezogen auf die Funktionen Erholung, Klimaanpassung, Gesundheit und Biodiversität untersucht und auch das Thema Umweltgerechtigkeit beachtet hat.
Für den Bezirk wurden Entwicklungsziele definiert und entsprechende Handlungsempfehlungen gegeben. Außerdem wurden Räume abgeleitet, in denen besonderer Handlungsbedarf besteht. Für diese Schwerpunkträume und für alle Freiflächentypen wurden Potenziale identifiziert und standortbezogene Strategien, Handlungsfelder und Maßnahmen in Steckbriefen beschrieben. Als Teilplan der Bereichsentwicklungsplanung (BEP) bildet dieses Konzept die freiraumplanerische Leitlinie des Bezirks für eine nachhaltige, resiliente und umweltgerechte Stadtentwicklung mit angemessener Erholungsversorgung.
Die Erarbeitung erfolgte mittels eines umfangreichen Abstimmungsprozesses unter Mitwirkung unterschiedlicher Gremien und Vertretungen aus Verwaltung, Politik und Verbänden und unter Einbeziehung der Öffentlichkeit.
Für das Projekt wurden Fördermittel aus dem Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung 2 (BENE 2) und Mittel aus dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) in Anspruch genommen.