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Köpenick

Kietz Köpenick
Bild: BA Treptow-Köpenick

Die um 1920 gebildete Stadtgemeinde Köpenick setzte sich zusammen aus den Vorstädten Köpenick Nord, Köllnische Vorstadt, Spindlersfeld, Wendenschloß und aus den früheren Landgemeinden Friedrichshagen, Grünau, Müggelheim, Rahnsdorf und Schmöckwitz.
Den Kern der ehemaligen Stadt Köpenick bilden die auf einer Insel gelegene Altstadt, der Kietz und das Ende des 17. Jahrhunderts errichtete Schloss Köpenick.

Bellevuepark

  • Friedrichshagener Straße
  • Gartendenkmal
  • 1766, 1927-28, 1953
  • Friedrichshagener Straße 40
  • Gärtnerhaus des Schlosses Bellevue
  • Baudenkmal
  • um 1770

Krankenhaus Köpenick

  • Salvador-Allende-Straße 2-8
  • Verwaltungs- und Krankenhausgebäude mit späterem Anbau, Wirtschaftsgebäude, Isolierhaus, Desinfektionshaus- und Leichenhaus Teile der Einfriedung und Villa
  • 1912-13 von Hugo Kinzer

Lindenstraße 1

  • 1909-1910 von Hugo Kinzer

Zwischen 1909 und 1910 baute die Stadt Köpenick unter der Leitung Hugo Kinzers eine mit ihrem Turm weit sichtbare Realschule. Der aus drei Gebäudekomplexen – Rektorenwohnhaus, Schulgebäude und Aulatrakt – bestehende Bau wird von spätgotischen und von der Renaissance entlehnten Formen geschmückt. Besonders auffallend sind die unterschiedlich gestalteten Giebel und die mit Sandstein umrahmten Fenster.

Lindenstraße 35

  • Fabrikantenvilla, nach 1871

Mit der steigenden Bevölkerung und der Ansiedlung industrieller Unternehmen in der unmittelbaren Nähe der Altstadt entstand in der Lindenstraße 35 um 1871 eine kleine Fabrikantenvilla, die durch ihre wohlproportionierte Gestalt im Stadtbild auffällt. Nach jahrelangem Leerstand konnte das Haus instandgesetzt werden. Mit hohem Engagement wurde nicht nur das Äußere des Hauses saniert, im Innern wurde eine unter zahlreichen Farbschichten verborgene Jugendstilmalerei wiedergefunden und restauriert.

Rathaus Köpenick

  • 1901-04 von Schütte und Kinzer
  • Erweiterungen 1926-27 und 1936-39
  • Baudenkmal, Bestandteil des Ensembles Alt-Köpenick 4/10A, 12-20, 21/29, 22, 31-34, 36/38, 39, Altstadt Köpenick

Das Rathaus Köpenick ist nach dem Schloss Köpenick das repräsentativste Gebäude der ehemaligen Stadt Köpenick. Es ist mit seinem weithin sichtbaren Turm, den aufwendigen Schaugiebeln und dem beeindruckenden Haupteingang mit Treppenhaus ein prägendes Element des Stadtbildes. Zusammen mit der Kirche und dem Schloss trägt es zu der charakteristischen Silhouette der Stadt bei. Es ist zu einem Wahrzeichen und Identifikationspunkt des Bezirkes Treptow-Köpenick geworden.
Den Architekten ist es gelungen, Repräsentationsbedürfnis, Traditionsbewusstsein und zweckmäßige Raumeinteilung mit künstlerischen Mitteln zu einem einheitlichen Ganzen zu verschmelzen und in das Gewand ihrer Zeit zu kleiden. Wie bei mehreren anderen zeitgenössischen öffentlichen Bauten in Berlin (z.B. Märkisches Museum) sollte mit der detailfreudigen märkischen Backsteingotik eine große Vergangenheit der Region wieder aufgenommen werden. Gleichzeitig wurden zeitgenössische Jugendstildekorationen verwendet; ein ausgefeiltes ikonografisches Programm (Wappen, Glasmalereien usw.) knüpft Verbindungen zur örtlichen Geschichte. Das geschah mit großem künstlerischen und handwerklichen Aufwand (Maßwerk, dekorative Verwendung von z.T. farbigen Glasur- und Formsteinen, aufwendige Innenausstattung im Treppenhaus und Rathaussaal, Gitterwerk usw.).

Schloss Köpenick

  • Schlossinsel Köpenick, 1677-81 von Rutger van Langervelt
  • Portalbau mit Wachhäusern, 1682
  • Schlosskirche mit Anbauten 1682-84
  • Galerieanbau, 1688 von Johann Arnold Nering

An gleicher Stelle, an der das heutige Schloss steht, befand sich seit dem 13.Jahrhundert eine Burg und später ein in den Jahren 1558 bis etwa 1571 errichtetes Jagdschloss. Auf Veranlassung des Kurprinzen Friedrich (später Kurfürst Friedrich III., König Friedrich I.) wurde das Jagdschloß 1677 durch eine neue stattliche barocke Schlossanlage ersetzt.
Parallel zum Flussverlauf der Dahme, an der Westseite der Schlossinsel, entstand der einflügelige dreigeschossige Neubau. Seine Längsseiten sowohl zur Wasser- als auch zur Hofseite werden durch Mittelrisalite gegliedert und erhalten durch die mit Sandstein eingefassten Portale und Fenster einen besonderen Akzent. Je ein Segmentbogengiebel bildet den Abschluss der Risalite.
Beeindruckend sind neben dem äußeren Erscheinungsbild der Schlossanlage vor allem die Treppenanlagen und die mit reichen Stuckkaturen und aufwendigen Malereien ausgestatteten Innenräume. Sie stammen aus der Werkstatt Giovanni Caroveri. Die noch erhaltenen Raumausmalungen dokumentieren den Willen des Landesherrn eines zu Beginn des 18. Jahrhunderts prosperierenden Landes, dem Schloss ein prächtiges Aussehen zu geben.
An der Ostseite der Insel, dem Schlossbau gegenüber, wurden im Zeitraum von 1682-1684 durch den jungen Architekten Arnold Nering die Schlosskapelle mit den zu beiden Seiten angefügten Wirtschaftsgebäuden errichtet. Hier erfahren die Fassaden in der Gliederung und dem plastischen Schmuck eine Angleichung an den Schlossbau. Der Kapellenflügel fällt zwar im Vergleich sehr niedrig aus, erhält jedoch durch die mit einer hohen Kuppel und einer hölzernen Laterne betonte Kapelle ein würdiges Erscheinungsbild. Die Innenraumgestaltung der Kapelle wurde wie die des Schlossbaus von italienischen Künstlern aufwendig ausgeführt. Die beidseitigen Wirtschaftsgebäude wurden ihrem Zweck entsprechend, innen wie außen, einfacher gestaltet.
Zusammen mit dem Kapellenflügel wurden um 1682 am nördlichen Zugang der Schlossinsel ein Tor, zwei flankierende Torhäuser und schließlich um 1688 ein an den Schlossflügel angrenzender offener Gallerieanbau errichtet, der nachträglich vermauert wurde. Um 1693 begannen wiederum unter der Leitung Nerings die Arbeiten an einem Mittelflügel zwischen Kapelle- und Schlossflügel, der die Anlage zur Stadtseite hufeisenförmig öffnen sollte. Dieser Bau wurde jedoch über das Kellergeschoss hinaus nicht fortgesetzt. Was letztlich zur Einstellung der Bauarbeiten an dem begonnenen Flügel führte, lässt sich nicht mit Gewissheit ergründen. Vermutlich war die um 1694-1695 getroffene Entscheidung, Lietzenburg, das spätere Charlottenburg, anstelle von Köpenick zur Sommerresidenz des Königs zu wählen, der ausschlaggebende Grund für die Einstellung weiterer Ausbaumaßnahmen der Schlossanlage in Köpenick.
Köpenick wurde bis in die Zeit Friedrichs II. nur noch als Jagdschloss genutzt ehe es 1749 bis 1782 zum Witwensitz der Prinzessin Henriette Marie von Brandenburg-Schwedt bestimmt wurde. 1804 gelangte das Schloss in den Besitz des Grafen von Schmettau und ab 1819 in die Verwaltung des königlichen Domänenamtes. Mit dem Einzug des Lehrerseminars im Jahr 1851 setzte zumindest bis 1926 eine kontinuierliche Nutzung ein, die den Erhalt dieser Anlage gewährleistete, allerdings auch substanzeingreifende Veränderungen mit sich brachte. Mit dem ab 1963 im Haus befindlichen Kunstgewerbemuseum hat schließlich das Schloss einen Nutzer gefunden,der auch nach der 1993 begonnenen Sanierung einen konservatorischen Erhalt der einmaligen barocken Anlage gewährleistet. Durch die im Haus stattfindende Ausstellung wird es vielen Besuchern des Bezirkes Köpenick ermöglicht, die prachtvollen Innenräume zu besichtigen.

Schlossgarten

  • Schlossinsel Köpenick, Schlossgarten, 1677, 1804, 1962-64, 1970er Jahre von Helmut Lichey
  • Gartendenkmal

Stadtbezirksgericht

  • Mandrellaplatz 6
  • Denkmalbereich
  • Zellengefängnis mit Gedenkstätte, 1899-1901 von Paul Thoemer
  • Puchanstraße 12

Straßenbahnhof

  • Wendenschloßstraße 138
  • 1903-06 von Hugo Kinzer, Straßenbahndepot und Verwaltungsgebäude

Altstadt

  • Ensemble

Die auf einer Insel an der Mündung der Dahme in die Spree entstandene Stadt Köpenick weist neben der Doppelstadt Berlin / Kölln und Spandau den dritten mittelalterlichen Stadtkern im Land Berlin auf. Die Ansiedlung auf der Insel erfolgte bereits um 600. Die günstige Lage führte im 12. Jahrhundert zur Ausbildung eines Zentrums mit einer Burganlage und einer festen Ansiedlung. 1325 wird sie als Stadt aufgeführt. Erst mit Beginn des Schlossneubaus um 1682 erlangte die Stadt an Bedeutung. Straßenführungen, Sichtachsen und bescheidene Repräsentationsbauten entstanden.
Zwei Bauten in der auf das Schloss ausgerichteten Straße Alt Köpenick zeugen von dieser Entwicklung. Alt Köpenick 15 war eines der Gebäude, die Mitte des 18. Jahrhunderts gänzlich massiv ausgeführt wurden. Dieses Wohnhaus behielt als eines der wenigen Gebäude in der Altstadt seine in Anlehnung an das friderizianische Rokoko gestaltete Fassade. Deutlichstes städtisches Repräsentationsgebäude ist das Köpenicker Rathaus, welches einen bescheidenen Vorgängerbau 1901-1904 ablöste und durch den Schuster Voigt 1906 Weltruhm erlangte.
Die stets wachsende Anzahl der Mitglieder der Kirchengemeinde führte 1838 bis 1849 zum Neubau der Laurentiuskirche. Einen entscheidenden Entwicklungsschub erhielt die Stadt mit der Errichtung eines Haltepunktes der Eisenbahn Berlin – Frankfurt, der sich nicht nur baulich auf die Erneuerung von Gebäuden in der Altstadt – Freiheit 1 / Alt Köpenick 31/33 – auswirkte, sondern auch zum Bau von Schulen – Freiheit 15 – führte.

Kietz

  • Kietz 3-28, Dorfanlage Kietz
  • Ensemble

Die Besiedlung des Kietzes erfolgte um die Mitte des 13. Jahrhunderts, als die slawische Bevölkerung zur Aufgabe ihrer Niederlassung auf der Schlossinsel gezwungen war. Aus dem Jahr 1355 stammt die erste urkundliche Erwähnung. Bis zum Jahr 1811 zählte der Kietz zum Amt Köpenick, von 1811 bis 1872 zum Amt Mühlenhof und schließlich ab 1897 zur Stadt Köpenick. Parallel zum Ostufer der Dahme, der Schlosskapelle gegenüber, entstand das Straßendorf mit seinen ab 1589 überlieferten 31 Hausstellen. Zwischen den Häusern wurden Wassergassen angelegt, die zu den auf der Ostseite liegenden Häusern gehörten, und ihren Bewohnern die Ausübung des Fischereigewerbes ermöglichten. Die Ausübung des Fischereigewerbes war für die Entwicklung des Kietzes bestimmend. So ist die Bebauung von der bis ins 19. Jahrhundert intensiv betriebenen Fischerei noch heute geprägt.
Von der ersten Bauphase bis zum Dreißigjährigen Krieg sind keine Bauten überliefert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden die Häuser unter Beibehaltung der überlieferten Struktur wieder aufgebaut. Als typische Hausform wird das eingeschossige, traufseitige Haus gewählt, das je nach Grundstücksgröße vier-, in der Regel aber fünfachsig mit Satteldach ausgeführt wurde. Über einen breiten Mittelflur wurde das mit Küche, Kammer und Stube ausgestattete Haus erschlossen. Zugleich führte der Flur direkt in den Hof, wo sich der Abort und die für das Fischereigewerbe benötigten Wirtschaftsgebäude befanden.
Zahlreiche Häuser im Kietz weisen noch heute die Substanz der Ende des 17. Jahrhunderts errichteten Häuser auf. Häufig wurden sie im 19. Jahrhundert unter Verwendung der vorhandenen Konstruktionen saniert. So wurde mit viel Engagement der Eigentümer das Haus Kietz 21 instand gesetzt. Im behutsamen Umgang mit der Originalsubstanz wurde das Wohnhaus einschließlich der Nebengebäude erhalten. Weitgehende Originalsubstanz weist schließlich auch das 1727 erbaute Haus Kietz 27 – trotz der im 19. Jahrhundert vorgesetzten massiven Fassade – auf. Mit der Gründerzeit entstanden die ersten Neubauten, die sich noch bezüglich der Höhe an den Häusern orientierten, jedoch mit spätklassizistischen Fassaden, einem erhöhten Drempel und einem Dachausbau versehen worden waren. Schließlich erfolgte bis 1910 der Bau weniger mehrgeschossiger Mietshäuser.
Die Straßenführung im Kietz hat sich über die Jahrhunderte erhalten. Es erfolgte im Gegensatz zur achsialen Ausrichtung der Straße Alt Köpenick Ende des 17. Jahrhunderts keine Veränderung. Zugleich behielten die Grundstücke ihre typische Kammstruktur. Viele Häuser im Kietz wurden bereits denkmalgerecht saniert. Veränderungen, vor allem im Dachbereich, waren auf Grund der berechtigen Nutzungswünsche der Eigentümer unumgänglich. Dennoch hat das Ensemble seinen einzigartigen Charakter bewahren können.