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Vernissage & Ausstellung: In Bewegung – Moving Matters in der Galerie KingerKiez
Pressemitteilung vom 28.09.2026
Galerie KungerKiez wagt sich auf neues Terrain // Open Call erhielt über 200 Bewerbungen // Werke von 20 Künstler*innen werden im Oktober im Kungerkiez gezeigt
- Vernissage: 02.10.2026, 19 – 22 Uhr
- Ausstellung: 03. – 31.10.2026, Donnerstag bis Sonntag, 15 – 19 Uhr
- Finissage: 31.10.2026, 19 – 22 Uhr
- Ort: Galerie KungerKiez, Karl-Kunger-Straße 15, 12435 Berlin
Ausschreibung
Bewegung gehört zu den zentralen Erfahrungen unseres Lebens. Sie begegnet uns nicht nur als körperliche Bewegung, sondern ebenso in inneren Prozessen, persönlichen Veränderungen und den Übergängen, die unser Leben prägen. Bewegung kann Zeit sichtbar machen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbinden oder sich im Wechsel der Jahreszeiten und im Zusammenspiel der Elemente der Natur zeigen. Sie kann Übergänge markieren, Spannungen erzeugen oder scheinbar Gegensätzliches miteinander verbinden.
Mit ihrem Open Call „In Bewegung – Moving Matters“ hat die Galerie Kungerkiez erstmals Künstler*innen eingeladen, sich mit den vielfältigen Bedeutungen und Interpretationsmöglichkeiten dieses Themas auseinanderzusetzen. Über 200 Künstlerinnen haben ihre Arbeiten eingereicht und aus dieser beeindruckenden Vielzahl an Bewerbungen hat das ehrenamtliche Galerieteam 20 künstlerische Positionen ausgewählt, die nun in einer vielseitigen Gruppenausstellung präsentiert werden.
Die ausgewählten Arbeiten unterscheiden sich in Stil, Medium und Genre und eröffnen ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Ausstellungsthema. Die Künstler*innen nähern sich der Bewegung unter anderem als Veränderung, Prozess, Übergang, Rhythmus oder Beziehung. Dabei wird Bewegung sowohl als sichtbare körperliche Erfahrung als auch als innerer, gesellschaftlicher oder zeitlicher Prozess erfahrbar. Die Ausstellung macht deutlich, dass Bewegung nicht zwangsläufig Geschwindigkeit oder sichtbare Dynamik bedeuten muss. Sie kann ebenso im Stillstand liegen, in einem Moment des Übergangs, in einer Spannung zwischen zwei Polen oder in einer leisen Veränderung, die erst auf den zweiten Blick wahrnehmbar wird.
Künstler*innen
Carola Rümper war nach ihrem Studium an der Akademie der Künste in Enschede mit zahlreichen Projekt- und Reisestipendien sowohl in Berlin als auch international künstlerisch tätig. Mit ihrer Serie „In Passing“ untersucht sie das Spannungsfeld von Sichtbarkeit und Auflösung. Unter Bedingungen von Regulierung, Überwachung und Ökonomisierung wird die Frage nach Teilhabe, Zugehörigkeit und der Präsenz des Individuums im anonymisierten Stadtraum gestellt.
Danaimoi (Danai Puyguiraud) ist eine in Berlin ansässige Grafikdesignerin und bildende Künstlerin. Nach der Erforschung verschiedener künstlerischer Stile, Fotografie und roher Kunst (Art Brut/ Raw Art) spezialisiert sie sich in ihren jüngsten Arbeiten auf analoge Collagen und Mixed-Media. Ihre aktuellen Werke, darunter „Madeline 2“, untersuchen die Verbindung zwischen menschlichen Figuren und textbasierten Welten.
Franziska Peter ist in Bernau bei Berlin aufgewachsen. Sie studierte Malerei/ Grafik an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und erwarb den Master of Education für das Fach Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Seit 2008 lebt und arbeitet sie in Berlin. Ihr Werk „Floating“ zeigt das Bild eines Körpers in einem Moment des Übergangs. Die Arbeit thematisiert damit die Wahrnehmung von Bewegung und überlässt ihre konkrete Bedeutung dem Blick der Betrachtenden.
Grgur Savić ist ein in Berlin lebender bildender Künstler und Komponist. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von grafischer Notation, Klangkunst und experimenteller Musik. Seine Arbeit „Traces de contour II“ versteht grafische Notation als eine abstrakte Kartografie zeitlicher Klangstrukturen. Gestische Elemente, geometrische Formen und eigens entwickelte Symbolsysteme verbinden sich zu offenen visuellen Konstellationen, die Bewegung, Transformation und unterschiedliche Möglichkeiten klanglicher Interpretation einschreiben.
Irina Neander ist eine autodidaktische Künstlerin, die sich in ihren Arbeiten mit dem vielseitigen Thema des Menschen auseinandersetzt. Sie nähert sich diesem Thema vor allem über Plastiken aus Ton, Gips und Bronze, über Skulpturen aus Stein, aber auch über Zeichnungen und die Malerei. Die Bronze-Plastik „Zwei Artisten“ stellt zwei Figuren dar, die einander zugewandt auf hölzernen Stehlen stehen und im Moment eingefangen sind.
Jill Sandjaja hat früh begonnen eigene Ausstellungen in Berlin zu organisieren und über die Jahre eine eigene Ausstellungspraxis zu entwickeln. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich mit der Rolle von Kunst in gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen und arbeitet vor allem mit Aquarell, Fineliner und Acryl. Die dreiteilige Arbeit „Schmelz“, „Loslassen“, „Verwandlung“ untersucht Bewegung als Prozess von Übergang, Verwandlung und Auflösung.
Julia Katolla ist eine Mixed-Media-Künstlerin, die in Costa Rica aufgewachsen ist und in Bonn lebt und arbeitet. Ihre Werke schaffen anatomisch inspirierte Bildwelten zwischen wissenschaftlicher Illustration und psychedelischer Vision und verhandeln Themen wie Mutterschaft, systemische Aggression und die Spannung zwischen Chaos und Kontrolle. Die Serie Mitose verbindet körperliche Veränderung mit persönlichem Neubeginn und nimmt die Zellteilung als Sinnbild für Bewegung, Wachstum und Neubildung auf.
Liza-Melina Drewello studierte schwerpunktmäßig Malerei und unterrichtet seit 2018 unterrichtet an einem Gymnasium im Berliner Südwesten. Nebenberuflich widmet sich Liza der Kunst, vorwiegend der Malerei. Sie verbindet in ihren figürlichen Acryl- und Mixed-Media-Malereien Kontraste wie laut und leise, farbenfroh und gedämpft, gestern und heute. Ihre Arbeiten „ins blaue“ und „flieg“ greift diese Gegensätze auf unterschiedliche Weise auf.
Maria Korporal studierte Grafik und Malerei an der St. Joost Akademie der Bildenden Künste in Breda. Ihre künstlerische Arbeit umfasst Videokunst, interaktive Projekte, Installationen und Zeichnungen. Ihre Videoinstallation „WANDEL“ thematisiert den Klimawandel und die sozialen und kulturellen Veränderungen, die notwendig sind, um eine globale Umweltkrise zu vermeiden. Animierte Bilder suggerieren alternative Energien, die sich allmählich zu atmenden Lebensformen entwickeln – und der asphaltierte Planet beginnt wieder zu blühen.
Margot Point studierte Modedesign und war im Anschluss als Modedesignerin und Beraterin für verschiedene Fernsehproduktionen, Modenschauen und Designer tätig. 2017 schloss sie ihr Studium der Kunsttherapie an der Kunsthochschule Weißensee ab und arbeitet seither in der Justizvollzugspsychiatrie in Berlin. Parallel dazu ist sie als Malerin tätig. In ihrem Werk „Freedom“ geraten Körper, Farbe und Form in Bewegung und lösen die Grenzen zwischen Nähe und Freiheit, Festhalten und Loslassen auf. Das Bild hält einen Moment des Übergangs fest. Zwischen Halt, Aufbruch und Verwandlung.
Maru Turubarova is a Berlin-based contemporary painter working primarily in oil on linen. Her practice investigates the relationship between consciousness and the human body through figurative painting. Rather than approaching the body as a fixed biological form, she explores it as a site where perception, memory, intimacy, and psychological experience become visible Her work „On The Edge of Contact“ negotiates the invisible boundaries between people through gestures. In this silent exchange, touch becomes both invitation and barrier.
Melanie Ballerstein ist bildende Künstlerin mit dem Schwerpunkt Malerei. Seit 2020 arbeitet sie in dem von ihr gegründeten Atelier BareMünze in Brandenburg an der Havel, das heute auch als Ausstellungs- und Begegnungsort dient. Ihr Werk „zART 3“ ist Teil einer ortlaufenden Werkreihe, die sich mit inneren körperlichen Veränderungen und zyklischen Prozessen auseinandersetzt. Organische Formen und Farbflächen übersetzen körperliche Wahrnehmungen in eine abstrakte Bildsprache und machen sichtbar, was sich unter der Oberfläche verändert.
Michael Koch nutzt keramische Form als Sprache, um Gedanken, Beobachtungen und Wahrnehmungen sichtbar zu machen. Aus einem über Jahre gewachsenen eigenen Formenkanon entstehen intuitiv metaphorische Objekte, die zwischen organischer Erinnerung, Schönheit und Irritation oszillieren. Seine Arbeiten laden dazu ein, zu staunen, Bedeutungen zu hinterfragen und über die vielschichtigen Beziehungen zwischen Form, Wahrnehmung und Kommunikation nachzudenken.
Mona Glass ist freischaffende multidisziplinäre Künstlerin, Bühnenbildnerin und Leitung des Berliner Kulturortes „Raum für Raum“. In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie an der Schnittstelle von Klang, Performance, visueller Kunst und Installation. Es entstehen Erfahrungsräume, die dazu einladen, Wahrnehmung zu verlangsamen und Raum und Miteinander auf neue Weise zu erleben. Ihr Werk „Zweifel“ hält Dinge in Bewegung, hinterfragt den Status quo, eröffnet neue Perspektiven und schafft Raum für Neubewertung und Veränderung. So wird aus dem vermeintlich Unangenehmen eine produktive Kraft – ein Impuls, der dazu ermutigt, Gewohntes neu zu denken und Veränderung zu wagen.
Oscar Rey ist ein in Berlin lebender Maler, dessen Werk narrative Bildsprache, persönliche Symbolik sowie Einflüsse aus der Literatur und der mittelalterlichen spanischen Bildkultur miteinander verbindet. Seine künstlerische Praxis vereint kräftige Farben, eine expressive Linienführung und ein ausgeprägtes erzählerisches Gespür, das eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt. Seine Werke „Camera Bordeaux“, „Eine Flasche Tabasko“ und „Selbstkonstruktion“ überzeugen mit einer kräftigen Farbgebung und spannender Linienführung.
Peter Hintz ist 1979 – 1983 Meisterschüler an der Merz Akademie Stuttgart und arbeitet anschließend als Creative Director. Seit 2003 ist er als freischaffender Grafiker und Künstler in Berlin tätig. Sein Werk „Kopf Nr. 5“ stellt durch Linien, Fragmente und Überlagerungen einen menschlichen Kopf dar. Der Blick gelangt durch die äußeren Strukturen hindurch und legt den Menschen in seiner Verletzlichkeit frei. Die aufgebrochene, fragile Form verweist auf den steten Fluss der Vergänglichkeit menschlicher Existenz.
Sarah Hillebrecht machte eine Ausbildung zur Holzbildhauerei und studierte Integriertes Design. Im Anschluss hatte sie verschiedene Lehrtätigkeiten inne und ist seit 2016 Kursleiterin für Holzbildhauerei an der Werkschule Oldenburg und Dozentin für künstlerische Strategien am Gerhard-Marcks-Museum in Bremen. Ihr Werk „im flug“ besteht aus zwei Holzskulpturen. Sie sind die Visualisierung eines traumhaften Fliegens, ganz natürlich, ohne Hilfsmittel.
Stephan Lempert studierte zunächst Informatik und anschließend Malerei an der Hochschule der Künster Berlin in der Klasse von Georg Baselitz. Die Motive seiner künstlerischen Arbeit basieren in der Regel auf eigenen Fotografien seiner Umgebung, die er in einem intuitiven Malprozess interpretiert, zerlegt, auf Muster untersucht, übermal, kombiniert und abstrahiert. Diese Praxis ist exemplarisch an seinen Werken „Zweige“, „Autobahn V“ und „Brücke III“ nachzuvollziehen.
Torsten Holzapfel arbeitet seit 1998 in der Thikwa Werkstatt für Kunst und Theater. Er hat in den letzten Jahren an zahlreichen Solo- und Gruppenausstellungen teilgenommen und Wettbewerbe gewonnen. Sein Werk „Ich fahre zurück ins Hotel“ zieht den Betrachtenden perspektivisch in das Bild hinein und nimmt diesen so mit auf die Reise durch die Berliner U-Bahn.
Wilhelm Meister studierte bei Prof. Jorinde Voigt an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Seine Arbeiten aus Glasfaser-Polyesterharz-Laminat erinnern an Vorhänge und Kirchenfenster und bewegen sich damit zwischen Bild und Architektur. Geschwungene Linien, Überlagerungen und Farbfelder erzeugen ein Geflecht von Beziehungen, das als Karte, Landschaft oder Schnittzeichnung gelesen werden kann. Inspiriert von der Bildsprache und dem Farbspektrum orthodoxer Ikonenmalerei entsteht eine Topologie des Lebens, die vertraute räumliche Hierarchien von Innen und Außen, Nähe und Ferne sowie Eigenem und Fremdem auflöst und neue Perspektiven auf Beziehung und Ordnung eröffnet.
Kontakt
KungerKiezInitiative e. V.
Galerie KungerKiez