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Ausstellungseröffnung „Mukenge/ Schellhammer. Fleshy Works“ in der Galerie Johannisthal

Pressemitteilung vom 08.09.2026

  • Ausstellungseröffnung: 11.09.2026, 19 Uhr
  • Ausstellunsdauer: 12.09–04.11.2026
  • Ort: Galerie Johannisthal, Sterndamm 102, 12487 Berlin

Das Leopardenfell repräsentiert vielschichtige historische und aktuelle Bedeutungen: Es war Ausdruck vorkolonialer Herrschaft und zugleich ein Zeichen des Widerstands, es wurde zum Symbol politischer Macht und steht bis heute in der Modeindustrie für Eleganz, Glamour aber auch Geschmacklosigkeit. Es ist mit kolonialen Vorstellungen von Wildheit und Exotik verbunden und verweist auf die Geschichte kultureller Aneignung.

Am Freitag, dem 11. September 2026 um 19 Uhr eröffnet die Ausstellung „Mukenge/ Schellhammer. Fleshy Works“ in der Galerie Johannisthal, die sich mit diesen verschiedenen Bedeutungszuschreibungen beschäftigt. In der neu entwickelten multimedialen Installation erscheint das Leopardenfell expressiv gemalt in den Bildern und auf kongolesischen Wax-Stoffen, als Fell selbst in Videoarbeiten und einer aus zahlreichen Fotos erstellten Photogrammetrie. Die unterschiedlichen Bedeutungszuschreibungen stehen dabei nicht isoliert nebeneinander, sondern überlagern sich und wirken gleichzeitig.

Christ Mukenge (*1988, Kinshasa, DR Kongo) und Lydia Schellhammer (*1992, Konstanz, Deutschland) leben und arbeiten zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo und sie schaffen Kunst, die aus ihrer Lebensrealität und den historischen Verflechtungen beider Kontinente hervorgeht. Diese Verflechtungen sind nicht als abgeschlossene Folgen der Kolonialgeschichte zu verstehen, sondern werden bis heute durch fortwirkende Macht- und Wissensordnungen geprägt. Deshalb sind transnationale Übersetzungsprozesse nicht nur Gegenstand ihrer Kunst, sondern prägen auch deren formale und ästhetische Gestaltung. Der Ausstellungstitel „Fleshy Works“ (dt. „fleischige Arbeiten“ oder auch „fleischig wirkt/ funktioniert“) bezieht sich auf das Wort “Musuni” (Lingala, dt.: Fleisch), das in der aktuellen Modeszene in Kinshasa für besonders stylische Kleidungsstücke benutzt wird.

Im kollektiven Malprozess haben Mukenge/ Schellhammer ihre individuellen Handschriften so eng miteinander verbunden, dass daraus ein eigenständiger Stil, eine künstlerische Sprache des Duos entstanden ist. Diese gemeinsame Autorenschaft verweigert sich der Interpretation vor dem Hintergrund geographischer Herkunft, Klasse oder Geschlechts und richtet den Blick stattdessen auf die Prozesse, durch die kulturelle Bedeutungen entstehen und sich verändern, ebenso wie auf die damit verbundenen ungleichen Machtverhältnisse und hegemonialen Deutungshoheiten. Die Frage ist also nicht, was das Leopardenfell bedeutet, sondern wer oder was darüber bestimmt, was es bedeutet.

Zur Begrüßung sprechen Marco Brauchmann, Bezirksstadtrat für Weiterbildung, Schule, Kultur und Sport, und Milena Mercer, Leiterin der kommunalen Galerien Treptow-Köpenick, führt in die Ausstellung ein. Musikalisch begleitet wird der Abend durch ein DJ-Set von eareLepHanT.