Neue Werkstatt für Denkmalpflege im Bezirk Treptow-Köpenick
Bild: Frau Dr. Brauchle
Pressemitteilung vom 27.08.2026
Baustart für den Bauhof der Internationalen Jugendbauhütte Berlin in Schöneweide
Mit dem offiziellen Baustart am 17. August 2026 entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Berlin-Schöneweide ein neuer Bauhof für die Internationale Jugendbauhütte Berlin. Nach einem intensiven Abstimmungsprozess mit den Denkmalbehörden, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Jugendbauhütte Berlin wird damit ein wichtiger Baustein für die praktische Vermittlung von Denkmalpflege und traditionellem Handwerk geschaffen. Die Jugendbauhütte engagiert sich an diesem Standort bereits seit 2020 gemeinsam mit den Dampflokfreunden Berlin e.V. für den Erhalt historischer Bausubstanz. Der ehemalige Wasserturm ist bereits fertiggestellt, derzeit finden Arbeiten am ehemaligen Übernachtungs- und am ehemaligen Dienstgebäude statt.
Der Standort ist nicht nur denkmalfachlich, sondern auch für den Bezirk Treptow-Köpenick von besonderer Bedeutung: Das ehemalige Bahnbetriebswerk Schöneweide steht stellvertretend für die industrielle Entwicklung und den Ausbau der Bahninfrastruktur im 19. Jahrhundert im Bezirk. Besonders hervorzuheben ist, dass das Bahnbetriebswerk durch das Engagement der Dampflokfreunde Berlin e.V. noch heute in seiner ursprünglichen Funktion für das Einstellen und Reparieren von Dampflokomotiven und Wagen unterschiedlicher Bauzeit dient. Der Neubau des Bauhofs als Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird u. a. durch die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauen, Wohnen und Verkehr finanziell unterstützt.
Historische Bausubstanz erhalten, reparieren und mit handwerklichem Wissen für die Zukunft sichern
Der neue Bauhof schafft künftig Raum für Holz- und Metallwerkstätten, Restaurierungsarbeiten und praktische Seminare. Junge Freiwillige sollen dort Erfahrungen mit den Werkstoffen Holz, Stein, Glas und Metall sammeln und traditionelle Handwerkstechniken erlernen. Ein Grundgedanke von Denkmalschutz und Denkmalpflege ist das Erhalten, Reparieren und Weiterverwenden der Substanz und Konstruktion, damit werden automatisch Ressourcen geschont und Abfälle vermieden. Ein Wert, der insbesondere vor dem Hintergrund der immer drängenderen Energie- und Ressourcenknappheit und des Klimawandels neue Aktualität gewonnen hat. Denkmalpflege und Nachhaltigkeit gehen dabei Hand in Hand. Die Wiederverwendung vorhandener Bauteile schont Ressourcen und vermeidet Abfälle. Auch bei dem Entwurf für das neue Werkstattgebäude von ZRS-Architekten, Berlin, wird dieser Ansatz konsequent umgesetzt: Vorgesehen sind unter anderem wiederverwendete Fenster aus Rückbauvorhaben, im Erdgeschoss soll die hinterlüftete Fassade aus dem Konstruktionsholz eines in Wedding rückgebauten Dachstuhls hergestellt werden und über eine Bauteilbörse erworbenes graugrünes Wellblech kommt im Obergeschoss und als Dachdeckung zum Einsatz. Damit wird der Bauhof selbst zu einem Beispiel für ressourcenschonendes und zirkuläres Bauen.
Der Standort in Schöneweide bietet darüber hinaus besondere Möglichkeiten für die Bildungsarbeit. Die vorhandene Infrastruktur mit Unterkünften, Seminarräumen und Werkstätten soll künftig auch für Praxisseminare anderer Jugendbauhütten und internationaler Gruppen genutzt werden. So entsteht im Bezirk ein überregional bedeutsamer Ort, an dem Denkmalschutz, Handwerk, Bildung und nachhaltiges Bauen miteinander verbunden werden.
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