Vorträge und Diskussion zu archäologischen Ausgrabungen zu NS-Zwangsarbeit am Bahnhof Köpenick, 3. September 2026

Pressemitteilung vom 29.07.2026

Kupferner Ring mit einem Herz und Initialen aus dem Zwangsarbeiterlager Berlin-Köpenick
  • Zeit: 03.09.2026, 17 Uhr
  • Ort: Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, Puchanstraße 12, 12555 Berlin

Am 3. September 2026, um 17 Uhr finden in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Vorträge mit anschließender Diskussion zu den archäologischen Ausgrabungen zu NS-Zwangsarbeit am Bahnhof Köpenick statt.

Bei archäologischen Grabungen am Bahnhof Köpenick traten Überreste eines bislang unerforschten Zwangsarbeitslagers der Reichsbahn zutage. Der Bahnhof Köpenick wird derzeit zum Regionalbahnhof umgebaut. Im Vorfeld der Baumaßnahme fanden archäologische Grabungen statt. Denn entlang des heutigen Stellingdamms befanden sich während des Zweiten Weltkriegs etwa 15 Baracken, in denen über 800 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter untergebracht waren. Bei den Grabungen, unter der Leitung von Gregor Döhner, kamen umfassende bauliche Spuren des Lagers zum Vorschein. Eingeleitet wird die Veranstaltung von einem Überblicksvortrag von Roland Borchers zur Zwangsarbeit in Berlin.

Es handelt sich um eine Kooperationsveranstaltung der Museen Treptow-Köpenick mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zur Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche:
Die bezirkliche Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche erinnert an eine bis dahin beispiellose Verhaftungs- und Gewaltwelle der Nationalsozialisten, die als „Köpenicker Blutwoche“ bekannt wurde. Vom 21. bis 26. Juni 1933 verschleppten und miss¬handelten Einheiten von Sturm¬abteilung (SA) und Schutz¬staffel (SS) mehrere hundert politisch Andersdenkende, Jü¬dinnen und Juden, wobei mindestens 23 Menschen starben. Die „Köpenicker Blutwoche“ steht stellvertretend für die Phase der Machterobe¬rung, in der die Nationalsozi¬alisten gezielt und öffentlich mit Einschüchterung, Folter und Mord agierten. Die Gewalt fand nicht im Verborgenen statt, sondern in aller Öffentlichkeit und vor den Augen der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Bis heute zeigen diese Ereignisse, wie wichtig Zusammenhalt und eine starke Zivilgesellschaft sind.

Die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche befindet sich im ehemaligen Köpenicker Amtsgerichtsgefängnis in der Puchanstraße 12 in 12555 Berlin und ist wie folgt geöffnet:

  • Dienstag und Donnerstag von 10 Uhr bis 18 Uhr
  • Samstag und Sonntag von 14 Uhr bis 18 Uhr.

Weitere Informationen:
www.berlin.de/bildung-t-k