Gemeinsam für ein besseres Stadtklima: Regenwasser belebt Streuobstwiese am Ellernweg

Entwässerung zur Streuobstwiese am Ellernweg

Pressemitteilung vom 08.07.2026

Ein wegweisendes Projekt für die wassersensible Stadtentwicklung wurde heute in Treptow-Köpenick vorgestellt. Das Bezirksamt und die STADT UND LAND Wohnungsbau-Gesellschaft mbH haben am Ellernweg in Berlin-Johannisthal eine Maßnahme realisiert, die Klimaanpassung, Biodiversitätsförderung und modernen Regenwasserschutz beispielhaft miteinander verbindet.

Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt 450 Quadratmeter Dachfläche eines Wohngebäudes der STADT UND LAND vollständig vom Berliner Abwassernetz abgekoppelt. Das dort anfallende Regenwasser wird fortan nicht mehr ungenutzt in die Kanalisation eingeleitet, sondern fließt über offene Rinnen direkt in die angrenzende öffentliche Grünanlage. Durchschnittlich 240 Kubikmeter Regenwasser pro Jahr werden so der dortigen Streuobstwiese als natürliche Wasserquelle zugeführt. Das Wasser versickert vor Ort, entlastet bei Starkregen die Kanalisation und stärkt nachhaltig den lokalen Wasserkreislauf sowie die Resilienz des Stadtgrüns gegen Trockenperioden.

Finanziert wurden die Umbaumaßnahmen aus Ausgleichsmitteln des Umwelt- und Naturschutzamtes Treptow-Köpenick. Als Vorhabenträger zeichnet das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt für die Umsetzung verantwortlich.

Weg der Entwässerung vom Haus bis zur Obstbaumwiese. v.l.n.r.: Uli Christmann, Landschaft planen + bauen; Lars Reineke, Straßen- und Grünflächenamt; Iris Bechtold, Umwelt- und Naturschutzamt; Sebastian Kühner, Stadt und Land; Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner; Maria Reusrath, Straßen- und Grünflächenamt; Sven Faßbender, Umwelt- und Naturschutzamt

Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt: „Mit diesem Projekt zeigen wir, wie wir Wohnungsbau und Natur klug miteinander vernetzen können. Statt wertvolles Regenwasser einfach wegzuspülen, nutzen wir es gezielt, um unsere grünen Oasen im Bezirk widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit zu machen. Die Aufwertung der Streuobstwiese ist ein wichtiger Baustein unseres bezirklichen Biodiversitätskonzepts und ein Gewinn für Mensch und Natur in Johannisthal.“

Das Vorhaben entstand in enger Kooperation zwischen dem Bezirksamt Treptow-Köpenick und der STADT UND LAND. Es dient als Best-Practice-Beispiel dafür, wie Wohnungswirtschaft und kommunale Verwaltung gemeinsam konkrete Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels geben können.

Ingo Malter, Geschäftsführer STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH: „Die vergangenen Hitzetage haben gezeigt, dass Klimaanpassung unsere Quartiere sowie unsere Mieterinnen und Mieter bereits heute betrifft. Als landeseigenes Wohnungsbauunternehmen beschäftigen wir uns auch damit, unsere Bestände klimaresilienter zu gestalten und Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen. Ansätze zur Regenwassernutzung und -rückhaltung sind dafür besonders relevant, weil sie Hitzebelastungen reduzieren, Grünflächen erhalten und Quartiere besser auf Starkregenereignisse vorbereiten können. Deshalb haben wir das Vorhaben sehr gern unterstützt.“

Durch die kontinuierliche Bewässerung wird die Streuobstwiese langfristig als wertvoller Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten aufgewertet und bleibt den Bürgerinnen und Bürgern als lebendiger Naturort im Kiez erhalten.