Nachruf: Das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin trauert um Bianca Klose

Pressemitteilung vom 23.06.2026

Mit tiefer Bestürzung und großer Trauer hat das Bezirksamt Treptow-Köpenick vom frühen Tod von Bianca Klose erfahren. Die Mitbegründerin und langjährige Leiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) verstarb am 17. Juni 2026 im Alter von nur 53 Jahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie, ihren Angehörigen sowie ihren Weggefährtinnen und Weggefährten.

Bianca Klose war eine Ausnahmefrau der Berliner Zivilgesellschaft und eine Pionierin der demokratischen Kultur in Deutschland. Ihre wegweisende Arbeit ist untrennbar mit unserem Bezirk verbunden. Hier, in Treptow-Köpenick, entwickelte sie in den frühen 2000er Jahren die allerersten Handlungsstrategien und Konzepte für eine wirksame Auseinandersetzung mit rechtsextremen Angsträumen. Sie definierte Qualitätskriterien für die Jugendarbeit im Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen, beriet Jugendclubs, Träger und Vereine und schuf mit innovativen Vertragsklauseln gegen die rechtsextreme Nutzung öffentlicher Räume Werkzeuge, die heute bundesweit Standard sind. Auch die Entstehung des Netzwerks „Berlin gegen Nazis“ ist ihrem unermüdlichen Engagement zu verdanken.

Für das Bezirksamt war Bianca Klose über Jahrzehnte hinweg eine unverzichtbare Ideen- und Ratgeberin. Sie vertrat stets die feste Überzeugung, dass Demokratiearbeit direkt vor Ort, im konkreten Alltag der Menschen, ansetzen muss. Dabei war sie strategisch, pragmatisch, direkt und fordernd – auch und gerade gegenüber der Verwaltung. Mit analytischer Schärfe zeigte sie frühzeitig auf, dass Rassismus und menschenfeindliche Einstellungen kein Randphänomen sind, sondern in der Mitte der Gesellschaft Platz gefunden haben. Als eine der profiliertesten Kritikerinnen der sogenannten „Extremismusklausel“ verteidigte sie mit absoluter Klarheit die Unabhängigkeit zivilgesellschaftlicher Initiativen gegen jeden Generalverdacht.

Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick Oliver Igel würdigte ihr Engagement mit den Worten: “Ihr mutiges und unnachgiebiges Eintreten für ein offensiv demokratisches Gemeinwesen machte sie über Jahre hinweg zu einer Zielscheibe von Anfeindungen durch Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten. Doch Bianca Klose wich nicht zurück. Sie zeigte permanente Präsenz – in den Vereinen, auf der Straße, im direkten Gespräch mit Vermieterinnen und Vermietern von Nazitreffpunkten. Sie stritt mit Rechtsextremen, benannte Missstände beim Namen und engagierte sich intensiv in der Arbeit gegen rechte Gewalt und in der Opferbetreuung”.

Im persönlichen Umgang war Bianca Klose eine Frau, die gleichermaßen entschlossen und unnachgiebig in der Sache, aber den Menschen immer zutiefst zugewandt war. Sie hinterlässt eine schmerzhafte Lücke.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick wird Bianca Klose ein ehrendes Andenken bewahren. Ihr Vermächtnis – der tägliche, kompromisslose Einsatz für eine Gesellschaft, in der Neonazis und Rassismus keinen Platz haben – bleibt uns Auftrag und Verpflichtung.