Bezirk Treptow-Köpenick diskutiert Entwurf des Handlungskonzepts „Dialog statt Verdrängung“ zum Umgang mit informellem Wohnen

Pressemitteilung vom 26.05.2026

Workshop bringt Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen

Im Bezirksamt Treptow-Köpenick hat am 11. Mai ein Fachworkshop zum Entwurf des bezirklichen Handlungskonzepts „Dialog statt Verdrängung“ stattgefunden. Rund 40 Teilnehmende aus Verwaltung, freien Trägern, Wohlfahrtsverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen diskutierten gemeinsam den Umgang mit informellen Wohnformen, den sogenannten Problemimmobilien, problematischen Vermietungspraktiken, Wohnungs- und Obdachlosigkeit, sowie strukturellen Herausforderungen der kommunalen Praxis.

Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner eröffnete die Veranstaltung und stellte das Ziel des Handlungskonzepts vor: Der Bezirk will den Umgang mit informellem Wohnen künftig besser koordinieren, Zuständigkeiten klarer bündeln und Unterstützungsangebote stärker an den konkreten Problemlagen vor Ort ausrichten.

Ausgangspunkt ist die zunehmende Wohnungsnot in Berlin, die dazu führt, dass einkommensarme Menschen verstärkt auf informelle oder prekäre Wohnformen ausweichen.

„Informelles Wohnen ist Ausdruck einer angespannten Wohnungssituation und zugleich eine komplexe soziale und rechtliche Herausforderung für die Verwaltung. Wir brauchen abgestimmte Verfahren, klare Zuständigkeiten und zugleich einen sensiblen Umgang mit den betroffenen Menschen“, so Bezirksstadträtin Leistner.

Im Rahmen des Workshops wurden zentrale Ergebnisse des Handlungskonzepts vorgestellt, das auf einer Analyse vergangener Fallkonstellationen, Interviews mit Fachakteuren sowie einer Auswertung vorhandener Studien und Fachtexte basiert.

Ein zentrales Element des Konzepts ist die geplante „Task Force Informelles Wohnen“ als verwaltungsinterne Koordinierungsstelle, die künftig Prozesse bündeln und die Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Verwaltung als auch mit verbessern Akteuren stärken soll.

Der Workshop gliederte sich in drei Module: Nach fachlichen Inputs arbeiteten die Teilnehmenden in thematischen Gruppen zu Schnittstellen der Task Force, zur praktischen Ausgestaltung der Hilfekette sowie zu Prävention und Frühwarnsystemen.

In der anschließenden Diskussion wurden insbesondere Fragen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und freien Trägern, der frühzeitigen Identifikation von Unterstützungsbedarfen sowie der Verbesserung von Vermittlungs- und Hilfestrukturen diskutiert.

Die Ergebnisse des Workshops fließen in die Weiterentwicklung des Handlungskonzepts sowie in die geplante Umsetzung struktureller Maßnahmen im Bezirk ein. Vorgesehen ist zudem ein regelmäßiger Austausch mit Verwaltung, Zivilgesellschaft und weiteren Akteuren im Rahmen zukünftiger Dialogformate.

Hintergrund
Das Projekt „Dialog statt Verdrängung“ wurde von Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner initiiert und mit Mitteln aus dem Sicherheitsgipfel der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) realisiert. Es startete im Juli 2025 und verfolgt das Ziel, den Umgang mit informellen Wohnformen im Bezirk strukturell weiterzuentwickeln.

Für die Umsetzung wurde ein externer Dienstleister beauftragt, der den Prozess fachlich begleitet und moderiert hat. Im Rahmen des Projekts wurden Interviews mit Mitarbeitenden der beteiligten bezirklichen Fachämter sowie mit externen Partnerinnen und Partnern aus der Trägerlandschaft und der Wohlfahrtspflege geführt. Ergänzend fanden interne Austauschrunden statt, in denen ausgewählte Fallkonstellationen analysiert und bestehende Abläufe der amtsübergreifenden Zusammenarbeit untersucht wurden.

Ergebnis dieses Prozesses ist die Erarbeitung eines Handlungskonzepts, welche die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse bündelt und praxisorientierte Ansätze für die Weiterentwicklung koordinierter Verfahren im Umgang mit informellem Wohnen im Bezirk Treptow-Köpenick formuliert.

Zugleich versteht sich das Handlungskonzept als Beitrag des Bezirksamtes zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit der Bundesregierung, der das Ziel verfolgt, Wohnungs- und Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden. Der Bezirk Treptow-Köpenick setzt dabei insbesondere auf die Stärkung präventiver Ansätze, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteurinnen und Akteuren sowie eine bedarfsgerechtere Unterstützung betroffener Menschen.

Die Ergebnisse des Projekts bilden damit eine praxisbasierte Grundlage für die Weiterentwicklung koordinierter Verfahren im Umgang mit informellem Wohnen im Bezirk Treptow-Köpenick.