Ein Spielplatz für alle: Das FEZ eröffnet Berlins neustes Inklusionsprojekt

Pressemitteilung vom 20.05.2026

Ein neuer, gemeinsam mit Kindern entwickelter Spielplatz, auf dem Inklusion ganz im Mittelpunkt steht, eröffnete heute am FEZ-Berlin.

Ein Spielplatz, auf dem wirklich alle Kinder willkommen sind – auch die, für die viele Spielorte bisher nicht funktionieren: In Anwesenheit des Staatssekretärs für Jugend und Familie Falko Liecke, des FEZ-Geschäftsführers Chris Berghäuser sowie der Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt Dr. Claudia Leistner eröffnete heute ein Ort, der genau das bedient. Auf dem neuen inklusiven Spielplatz am FEZ-Berlin können sich endlich alle Kinder beim Spielen begegnen, unabhängig von ihren körperlichen und geistigen Besonderheiten – und ohne ständig an Grenzen zu stoßen.

„Wir freuen uns, dass wir den inklusiven Spielplatz in kurzer Zeit gemeinsam realisieren konnten. Heute eröffnen wir einen Ort, an dem alle Kinder selbstverständlich zusammenspielen können. Dafür danke ich allen Beteiligten“, sagte Chris Berghäuser.

„Viele Familien erleben im Alltag, dass ihre Kinder auf Spielplätzen nicht mitmachen können. Genau das darf nicht sein. Mit dem neuen inklusiven Spielplatz am FEZ schaffen wir einen Ort, an dem mehr Kinder gemeinsam spielen können – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen“, sagte Falko Liecke.

Vor dem FEZ-Berlin entsteht ein Spielraum, der Bewegung, Begegnung und gemeinsames Erleben neu organisiert. Die Investitionskosten für den Spielplatz liegen bei etwa 870.000€ und werden aus dem Kita- und Spielplatzsanierungsprogramm (KSSP) finanziert, die dem Bezirk Treptow-Köpenick durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eigens für die Errichtung eines inklusiven Spielplatzes in den Haushaltsjahren 2024 und 2025 zur Verfügung gestellt wurden.

Im Zentrum steht ein Ansatz, der mit klassischen Spielplatzlogiken bricht: Nicht alle müssen alles können – aber für alle ist etwas da. Genau das zeigt sich in der Gestaltung: Weitgehend rollstuhlbefahrbare Wege, Rampensysteme und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade ermöglichen vielfältige Zugänge. Gleichzeitig schaffen Rückzugsorte, sensorische Angebote und klar strukturierte Räume Orientierung und Sicherheit.

Herzstück ist ein großes inklusives Kletter- und Spielgerät mit Rampen, Stegen und integrierten Spielelementen für unterschiedliche motorische und sensorische Bedürfnisse. Ergänzt wird es durch einen Wasserspielbereich mit niedrig zugänglicher Pumpe, einen rollstuhlunterfahrbaren Matschtisch, eine angepasste Nestschaukel sowie Balancier- und Motorikangebote. Ein teilweise befahrbares Labyrinth, Tunnelstrukturen und geschützte Rückzugsräume erweitern das Spektrum.

Besonders relevant: Der Spielplatz ist nicht am Reißbrett entstanden, sondern im Dialog mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern. In einem Beteiligungsprozess mit Schülerinnen und Schülern der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule und der Carl-von-Linné-Schule analysierten Kinder den alten Spielplatz – und formulierten klare Kritik: „Mir fehlt auf diesem Spielplatz alles. Es gibt nichts, was ich benutzen kann“, sagt zum Beispiel Safa (12). Rückmeldungen wie diese wurden zum Mittelpunkt aller Planung.

Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann bringt es auf den Punkt: „Wir planen so sicher wie nötig, aber nicht so sicher wie möglich – damit Kinder lernen, Risiken einzuschätzen und eigene Erfahrungen zu machen.“ Teichmann ist Teil eines globalen Fachnetzwerks für naturnahe Schulhofgestaltung, die auch inklusive Spielräume umfasst. Erfahrungen aus Ländern wie Kanada sind direkt in die Planung eingeflossen. Das Ergebnis: ein Spielplatz, der sich an international erprobten Ansätzen genauso orientiert wie an den Wünschen und Ideen der Kinder – und Barrierefreiheit mit Erfahrungsräumen kombiniert.

Auch die Themen Klimaanpassung und Nachhaltigkeit sind integraler Bestandteil des Spielplatzkonzepts. Extensive Begrünung, neue Baumpflanzungen und geringe Versiegelung helfen das Mikroklima zu verbessern. Natürliche Materialien wie Holz und Stein schaffen zusätzliche Sinneserfahrungen und stärken die Aufenthaltsqualität.

Der neue Spielplatz versteht sich bewusst nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als lernendes System. Rückmeldungen aus der Nutzung sollen kontinuierlich in die Weiterentwicklung einfließen. Perspektivisch kann das Projekt damit als Referenz für inklusive Spielraumgestaltung in Berlin und darüber hinaus wirken.

In seinem Grußwort betont Bezirksbürgermeister Oliver Igel: „Der neue inklusive Spielplatz im FEZ ist ein starkes Zeichen für gelebte Teilhabe in unserem Bezirk. Dass die Planung gemeinsam mit Kindern erfolgt ist, macht dieses Projekt besonders wertvoll. Dieser Spielplatz ist seit vielen Jahren ein vertrauter Ort für zahlreiche Kinder und Familien im FEZ. Umso größer ist die Freude, dass er nun erneuert und als inklusiver Spielplatz wiedereröffnet wird. Ich danke dem FEZ und allen Beteiligten für dieses engagierte und vorbildliche Vorhaben.“

Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt, ergänzt: „Ich freue mich sehr, dass dieses wichtige Projekt des Landes Berlin mit Unterstützung unseres Straßen- und Grünflächenamtes umgesetzt werden konnte. Solche Orte stärken die Teilhabe von Kindern mit Behinderungen sowie das soziale Miteinander im Bezirk insgesamt. Der neue Spielplatz ist ein starkes Signal für ein offenes, barrierearmes und familienfreundliches Treptow-Köpenick. Gerade bei solchen Projekten zeigt sich, wie wichtig die gute Zusammenarbeit zwischen Senat und Bezirken ist, um konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort gemeinsam umzusetzen.“

Die Umsetzung erfolgte durch das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Treptow-Köpenick in enger Zusammenarbeit mit dem FEZ-Berlin. Den Entwurf entwickelte Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann auf Grundlage eines Beteiligungsworkshops mit Schülerinnen und Schülern der Paul-und-Charlotte-Kniese-Schule und der Carl-von-Linné-Schule. Unterstützt wurde der Prozess von der AG Menschen mit Behinderung sowie dem Deutsches Kinderhilfswerk. Die bauliche Umsetzung übernahm die Flöter & Uszkureit Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau GmbH.