Erste umfassende Erhebung zum Trägerwohnraum für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Suchterkrankungen in Treptow-Köpenick

Pressemitteilung vom 19.05.2026

Die Qualitätsentwicklungs-, Planungs- und Koordinierungsstelle für Öffentliche Gesundheit (QPK) des Bezirksamtes Treptow-Köpenick hat erstmals eine systematische Bestandsaufnahme des Trägerwohnraums für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und Suchterkrankungen vorgelegt. Die Erhebung zeigt deutlich: Der Bedarf an geeignetem und bezahlbarem Wohnraum übersteigt das vorhandene Angebot weiterhin erheblich.

Im Januar 2025 standen im Rahmen der psychiatrischen Pflichtversorgung insgesamt 1.087 Plätze zur Verfügung. 461 der Plätze (42,4 %) werden von 17 der 24 Leistungserbringer in Trägerwohnraum angeboten. Die Auslastung liegt bei rund 89 %. Insgesamt existieren 266 Wohnungen, darunter 180 Einzelwohnungen und 86 Gemeinschaftswohnungen. Der Trägerwohnraum wird überwiegend angemietet und häufig von privaten Vermieterinnen und Vermietern zur Verfügung gestellt. Die rechtliche Situation ist teilweise unsicher, da die Nutzung unter anderem dem Gewerbemietrecht unterliegt. Barrierefreie Angebote sind nur bedingt vorhanden und bestehen ausschließlich im Einzelwohnbereich.

Trotz eines leichten Zuwachses an Wohnungen im Jahr 2024 – vor allem bei Einzelwohnungen – besteht weiterhin ein deutlicher Mehrbedarf, insbesondere im Segment des Einzelwohnens. Neue Wohnungen zu akquirieren stellt sich für die Träger jedoch als herausfordernd dar. Erfolgreich sind vor allem persönliche Netzwerke und Kooperationen, während Wohnungsmangel, hohe Mieten und Vorbehalte gegenüber der Zielgruppe erhebliche Hürden darstellen. Trägerwohnraum bietet den Klientinnen und Klienten wichtige Schutz- und Entwicklungsräume, ist für die Träger jedoch mit finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Risiken verbunden.

„Die Erhebung zeigt, dass Trägerwohnraum ein unverzichtbarer Baustein in der Versorgung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass wir dringend mehr bezahlbaren und sicheren Trägerwohnraum benötigen – insbesondere Einzelwohnungen. Hier müssen wir gemeinsam mit den Trägern, dem Bezirk und den Vermietern Lösungen finden“, betont Carolin Weingart, Bezirksstadträtin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Teilhabe.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick wird die Ergebnisse der Erhebung nutzen, um gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Trägerwohnraumsituation zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Kooperationen, die Stärkung von Netzwerken sowie die Prüfung rechtlicher und struktureller Verbesserungsmöglichkeiten.

Link zur Studie: Gesundheitsberichterstattung