Illegale Hundeeinfuhr unter dem Deckmantel des Tierschutzes aufgedeckt – erhebliche Verstöße gegen Tierseuchen- und Tierschutzrecht festgestellt
Pressemitteilung vom 18.03.2026
Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung zu einer Verkaufsanzeige von Welpen über eine Internetplattform führte die zuständige Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirksamtes Treptow-Köpenick gemeinsam mit dem Ordnungsamt, der Polizei sowie dem Tierfang eine unangekündigte Kontrolle in einer Wohnung durch. Dabei wurden erhebliche Verstöße gegen tierseuchenrechtliche und tierschutzrechtliche Vorschriften festgestellt.
In den entsprechenden Verkaufsanzeigen wurde damit geworben, dass die angebotenen Hunde aus dem Ausland gerettet worden seien, um sie vor Tötungsmaßnahmen zu bewahren. Nach derzeitigen Erkenntnissen besteht jedoch der dringende Verdacht, dass Tiere unter dem Deckmantel des Tierschutzes illegal nach Deutschland verbracht wurden. Dieses Vorgehen ist besonders kritisch zu bewerten, da es das Vertrauen in den Tierschutz missbraucht und zugleich erhebliche Risiken für Tiergesundheit und öffentliche Sicherheit birgt.
In der Wohnung wurden insgesamt sechs Hunde vorgefunden, die nach den vorliegenden Erkenntnissen teilweise erst kürzlich aus dem Ausland nach Deutschland verbracht worden waren. Die vorgelegten Heimtierausweise wiesen zahlreiche Unregelmäßigkeiten auf, darunter unvollständige Angaben, widersprüchliche Altersdaten sowie nicht nachvollziehbare Impfungen. Teilweise konnten Dokumente keinem Tier eindeutig zugeordnet werden, in einem Fall fehlte ein Mikrochip vollständig. Es besteht der Verdacht, dass Dokumente nicht ordnungsgemäß ausgestellt oder verfälscht wurden. Für einzelne Tiere lag kein ausreichender Nachweis eines gültigen Tollwutschutzes vor, sodass eine Gefährdung der Tiergesundheit sowie der öffentlichen Gesundheit nicht ausgeschlossen werden konnte.
Vor dem Hintergrund eines zu Jahresbeginn in Rheinland-Pfalz festgestellten Tollwutfalls bei einem illegal eingeführten Hund wird die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Einfuhr und Dokumentation erneut deutlich. Die vorgefundenen Tiere zeigten teilweise deutliche Verhaltensauffälligkeiten. Mehrere Hunde waren stark verängstigt. Ein Hund verharrte in einer ausgeprägten Starre, bewegte sich nicht mehr, befand sich in einem reduzierten Allgemeinzustand mit Anzeichen von Dehydrierung. Die beobachteten Verhaltensweisen lassen auf Defizite in Haltung und Betreuung schließen. Die Unterbringung der Tiere erfolgte getrennt in verschiedenen Räumen der Wohnung. Dabei wurden teilweise unzureichende Haltungsbedingungen festgestellt, insbesondere hinsichtlich Belüftung, Beleuchtung, Hygiene, Versorgung mit Wasser sowie der Ausstattung mit geeigneten Liegeflächen.
Aufgrund der festgestellten Verstöße wurden die Hunde durch die amtlichen Tierärzte sichergestellt und in amtliche Verwahrung genommen. Weitere ordnungsrechtliche Maßnahmen wurden eingeleitet.
Die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht weist darauf hin, dass die Einfuhr von Tieren strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt. Verstöße können erhebliche Risiken für die Tiergesundheit und den Schutz der Allgemeinheit mit sich bringen.
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