Begleitprogramm zur Ausstellung „Berlins vergessene Traumfabrik?“ im Museum Treptow

Pressemitteilung vom 20.01.2026

Berlins vergessene Traumfabrik ? - Film- und Fernsehgeschichte aus Johannisthal und Adlershof

Im Februar startet im Museum Treptow das Begleitprogramm zur im November eröffneten Ausstellung „Berlins vergessene Traumfabrik?” zur Film- und Fernsehgeschichte in Johannisthal und Adlershof. Dieses besteht aus Vorträgen des Autors und Jofa-Experten Wolfgang May sowie Filmvorführungen und Vorträgen der Filmwissenschaftlerin Irina Vogt.

Programm

Johannisthaler Filmgeschichte(n): Vorgeschichte und Stummfilmzeit (1909-1929)
  • Freitag, 13.02.2026 um 19:00 Uhr
    Vortrag mit Filmausschnitten von Wolfgang May, Autor und Jofa-Experte
    In den 1920 zu Filmateliers umgebauten Hallen des Flugplatzes Johannisthal entstanden bis 1929 etwa 400 Stummfilme, wie „Hamlet“, „Nosferatu“ und „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“.
„Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ (Deutschland, 1922, Regie: Friedrich Wilhelm Murnau)
  • Freitag, 20.02.2026 um 19:00 Uhr
    Stummfilmvorführung mit Livemusik – am Piano Jack Day, filmwissenschaftliche Einführung von Irina Vogt. Der Stummfilmklassiker „Nosferatu“ gilt bis heute als unsterbliches Meisterwerk des deutschen Filmexpressionismus.
Johannisthaler Filmgeschichte(n): Frühe Tonfilme und braune Filmpolitik (1929–1936)
  • Freitag, 20.03.2026 um 19:00 Uhr
    Vortrag mit Filmausschnitten von Wolfgang May, Autor und Jofa-Experte
    Ab 1929 kamen die ersten Tonfilme in die Kinos wie „Die Nacht gehört uns“ mit Hans Albers und Charlotte Ander. Ab 1933 führte die NS-Filmpolitik zur Vertreibung zahlreicher Filmschaffender.
„Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?“ (Deutschland, 1932, Regie: Slatan Dudow)
  • Freitag, 10.04.2026 um 19:00 Uhr
    Filmvorführung mit filmwissenschaftlicher Einführung von Irina Vogt
    1933 wurde „Kuhle Wampe“ von den Nationalsozialisten verboten. Das Drehbuch für den im Arbeitermilieu spielenden politischen Film stammt von Bertolt Brecht.
Johannisthaler Filmgeschichte(n): Die Traumfabrik des Filmministers und ihr Untergang (1937–1945)
  • Freitag, 25.9.2026 um 19:00 Uhr
    Vortrag mit Filmausschnitten von Wolfgang May, Autor und Jofa-Experte
    Ab 1937 war die deutsche Filmproduktion größtenteils verstaatlicht. In Johannisthal drehte die Tobis AG neben NS-Propagandafilmen auch anspruchsvolle Unterhaltungsfilme.
„Romanze in Moll“ (Deutschland, 1943, Regie: Helmut Käutner)
  • Freitag, 09.10.2026 um 19:00 Uhr
    Filmvorführung mit filmwissenschaftlicher Einführung von Irina Vogt
    Eine der künstlerisch wertvollsten Produktionen aus Johannisthal ist der Studiofilm „Romanze in Moll“ von Helmut Käutner.
„Ich klage an“ (Deutschland, 1941, Regie: Wolfgang Liebeneiner)
  • Freitag, 06.11.2026 um 19:00 Uhr
    Filmvorführung mit filmwissenschaftlicher Einführung von Irina Vogt, anschließend Publikumsgespräch. Dieser NS-Propagandafilm ist bis heute nicht zur Ansicht oder allgemeinen Verwertung freigegeben (Vorbehaltsfilm). Er darf nur mit filmwissenschaftlicher Einordnung und anschließendem Publikumsgespräch vorgeführt werden.

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenfrei. Anmeldungen sind nicht erforderlich.

Zum Ausstellungsmodul „Berlins vergessene Traumfabrik? Film- und Fernsehgeschichte in Johannisthal und Adlershof im Museum Treptow:
1920 gingen in Johannisthal die Scheinwerfer an: In den riesigen Ateliers der Johannisthaler Filmanstalten (Jofa) entstanden namenhafte Stumm- und Tonfilme wie „Nosferatu“ und „Ein Lied geht um die Welt“. Zwischen 1946 und 1961 war Johannisthal Dreh- und Produktionsort der DEFA, später des DDR-Fernsehens. Während die Film- und Fernsehproduktionen aus Johannisthal bis heute unvergessenen sind, ist die Erinnerung an die einstige „Traumfabrik“ fast völlig verblasst.

Das Ausstellungsmodul wurde vom Autor und Jofa-Experten Wolfgang May und der Filmwissenschaftlerin Irina Vogt kuratiert. Sie basiert auf der gleichnamigen Publikation „Berlins vergessene Traumfabrik“ von Wolfgang May.

Das Museum Treptow befindet sich im historischen Rathaus Johannisthal, Sterndamm 102, 12487 Berlin und ist wie folgt geöffnet:
  • Mo. bis Do. von 10:00–18:00 Uhr
  • Fr. von 9:00–14:00 Uhr
  • Sa. und So. von 14:00–18:00 Uhr
  • Flyer "Berlins vergessene Traumfabrik ? - Film- und Fernsehgeschichte aus Johannisthal und Adlershof"

    PDF-Dokument (2.2 MB)