Pflegeeinsatz zur Eindämmung des Orientalischen Zackenschötchen

Pressemitteilung vom 09.12.2025

Das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis) ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die buschig wachsende Staude wird bis zu 1,50 m hoch und blüht bereits im ersten Jahr nach der Keimung. Von Mai bis August zeigt das Orientalische Zackenschötchen seine intensiv gelben Blütenstände, die auf den ersten Blick an Raps erinnern.
Ursprünglich war das Zackenschötchen in Sibirien bis Ost- und Südosteuropa beheimatet. Inzwischen breitet es sich aber immer großflächiger in Deutschland aus und wird daher als potenziell invasive Art eingestuft. Die konkurrenzstarke Pflanze bildet Dominanzbestände, die zu einer Verarmung von artenreichen Pflanzengesellschaften führen können. Für blütenbesuchende Insekten bedeutet die Abnahme der Pflanzenvielfalt eine Reduktion des Nahrungsangebots.
Auf den artenreichen Flächen der Hirschgartenwiesen kommen einige in Berlin selten gewordene oder gefährdete Pflanzenarten vor. Das konkurrenzstarke Zackenschötchen könnte diese Arten schwächen oder verdrängen. Um dies zu verhindern, wird das Zackenschötchen hier regelmäßig von ökologischen Bundesfreiwilligen des Umwelt- und Naturschutzamtes durch Ausstechen der Wurzeln entfernt.

Folie in den Hirschgartenwiesen ausgelegt

Zusätzlich wurden im Oktober 2025 im Südosten der Hirschgartenwiesen testweise Folien installiert, um die lichtliebende Pflanze am erneuten Austreiben zu hindern. Die Folien werden in regelmäßigen Abständen versetzt, um die Keimung der im Boden ruhenden Samen zu ermöglichen. Anschließend werden die Jungpflanzen wieder abgedeckt. So wird ihnen das zum Wachsen nötige Licht genommen und die Pflanzen sterben ab.
Da die Samen des Zackenschötchens über mehrere Jahre im Boden überdauern können, wird die Maßnahme voraussichtlich für zwei bis drei Jahre durchgeführt werden.