Fluglärmkommission bekräftigt Schutz der Nachtkernzeit – Beschluss mit überragender Mehrheit gefasst

Pressemitteilung vom 08.12.2025

Die Fluglärmkommission (FLK) BER hat in ihrer Sitzung vom 3. Dezember 2025 mit überragender Mehrheit einen Beschluss zur konsequenten Umsetzung des Nachtflugverbots gefasst.

Im Kern missbilligt die Kommission alle aktuellen Bestrebungen einzelner Luftverkehrsgesellschaften, verspätete Landungen über die bestehende Verspätungstoleranz zwischen 23:30 und 24:00 Uhr hinaus zu ermöglichen. Sie fordert die Deutsche Flugsicherung (DFS) auf, verspätete Anflüge rechtzeitig durch Umleitung auf Ausweichflughäfen zu steuern und hier zu unterstützen, um Durchstartmanöver nach 0:00 Uhr am BER zu verhindern. Zudem fordert die Fluglärmkommission die Genehmigungsbehörde (LuBB) auf, keine neuen Kriterien für die „Belange im Interesse der Allgemeinheit“ bei der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen heranzuziehen, wie es von einzelnen Fluggesellschaften gefordert wird.

Der Beschluss bekräftigt zugleich die bereits am 14. Februar 2011 formulierte klare Haltung der Kommission gegen Nachtflüge zwischen 22 und 6 Uhr. Die Kommission verweist dabei auf einschlägige Urteile des Bundesverwaltungsgerichts, die eine grundsätzlich flugfreie Nachtkernzeit zwischen 0:00 und 5:00 Uhr fordern. Forderungen nach einer „pragmatischeren Handhabung“ der Regeln über Mitternacht hinaus widersprechen diesen gerichtlichen Vorgaben und gefährden den Gesundheitsschutz der Anwohner.

Dazu Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner aus Treptow-Köpenick, die den Beschlussantrag federführend eingebracht hat:
„Der Schutz der Anwohnenden in der Nacht ist nicht verhandelbar. Die Menschen in den lärmgeplagten Bezirken und Kommunen haben ein Recht auf ungestörte Nachtruhe. Mit diesem Beschluss setzen wir ein klares Signal gegen weitere Aufweichungen des Nachtflugverbots.“

Unterstützt wurde der Beschluss u. a. von:
Rainer Teschner-Steinhardt, Schriftführer der BVF e.V. und Stellvertretender Vorsitzender der FLK Berlin und Brandenburg, Dr. Saskia Ellenberg, Bezirksstadträtin für Ordnung, Straßen, Grünflächen, Umwelt und Naturschutz des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg, Michael Schwuchow, Bürgermeister, Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, Ingo Röll, Bürgermeister, Gemeinde Schöneiche, Frank Nerlich, Bürgermeister, Stadt Wildau, Jörg Jenoch, Bürgermeister, Gemeinde Eichwalde, Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat und Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, Bezirksamt Neukölln, Stephan Bartz, stellvertretendes Mitglied der FLK, Stadt Königs Wusterhausen, Markus Mücke, Bürgermeister, Gemeinde Schulzendorf und Peter Preetz, Gemeinde Rangsdorf.