Die große Malerin des Exils Nuria Quevedo Teixidó ist am 22. November 2025 in Berlin verstorben. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick nimmt mit großer Trauer Kenntnis vom Tod der Malerin, Zeichnerin und Grafik-Künstlerin, die mit ihrem melancholischen Figurenrepertoire Exil und Emigration sowie die existenziellen Gefühle von Entwurzelung und Verlorenheit thematisierte.
Nuria Quevedo wurde 1938 in Barcelona geboren, wuchs in einer künstlerischen wie intellektuellen Familie auf. Nachdem der Vater 1939 ins Exil gegangen war, emigrierte sie mit Mutter und Schwester 1952 nach Ost-Berlin, wo sie später an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee studierte. Als Meisterschülerin von Werner Klemke an der Akademie der Künste der DDR näherte sie sich bald autodidaktisch der Malerei. Sie wurde Mitglied der Akademie der Künste, aus der sie jedoch 1991 wieder austrat. Von 1994 bis 1996 war Núria Quevedo Gastprofessorin am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald. Sie lebte und arbeitete in Berlin und Sant Feliu de Guíxols (Katalonien/ Spanien).
In ihrer künstlerischen Praxis verband Quevedo persönliche Erinnerungen, Exilgeschichte und eine einzigartige Bildsprache. Ihre Werke zeichnen sich durch ein sensibles Gespür für Identität, Perspektive, Heimat und Fremde aus. Quevedo behauptet bis heute eine einzigartige Position in der Kunst, die immer mit ihrer klaren, politisch und sozial engagierten Haltung verbunden war. Eine Konstante in ihrem Werk ist die Figur des Don Quijote, die die Bedeutung der Literatur als Inspirationsquelle für ihre Kunst betont. Sie illustrierte zahlreiche Bücher, schuf Grafikmappen, machte nationale und internationale Ausstellungen und erhielt viele Auszeichnungen und Preise, u. a. den Kunstpreis zu Ehren von Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz (2023), „Hans-Meid-Medaille“ für Illustration (2005), Nationalpreis der DDR II. Klasse (1989) und den Goethepreis der Stadt Berlin (1982).
Mit dem Tod von Nuria Quevedo verliert der Bezirk Treptow-Köpenick eine bedeutende Künstlerin. Ihr Wirken hat über viele Jahrzehnte hinweg zur kulturellen Vielfalt und künstlerischen Dynamik des Bezirks beigetragen. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick gedenkt einer Künstlerin, die mit Mut und Sensibilität Lebens- und Erfahrungsräume in Bildern festgehalten hat und deren Werke Brücken zwischen persönlichen Geschichten und kollektiver Erinnerungen schlug.
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