Treptow-Köpenick setzt ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen - Flaggenhissung und Gedenkveranstaltung am 25. November 2025 vor dem Rathaus Köpenick

Pressemitteilung vom 18.11.2025

  • Zeit: 25. November 2025, 11:00 – 11:30 Uhr
  • Ort: Rathaus Köpenick, Alt-Köpenick 21, 12555 Berlin

Im Monat November setzen zahlreiche Anti-Gewalt-Projekte und Fachstellen in Treptow-Köpenick ein klares Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und für Solidarität mit den Betroffenen. Auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick lädt herzlich zu vielfältigen Veranstaltungen ein, die von Lesungen bis zu Workshops reichen, um auf die Dringlichkeit des Themas aufmerksam zu machen.

Am 25. November 2025, dem internationalen Tag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, wird das Bezirksamt ein besonders starkes Zeichen setzen: Um 11:00 Uhr ertönen die Glocken der Stadtkirche Köpenick, die an die 78 Frauen erinnern, die 2025 in Deutschland gezielt aufgrund ihres Geschlechts getötet wurden – fünf davon in Berlin. Dies soll den Femiziden eine hörbare Dimension verleihen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Herr Pfarrer Musold von der Ev. Stadtkirchengemeinde Köpenick wird nachfolgend vor dem Rathaus in Köpenick eine kleine Andacht halten.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel wird im Anschluss die Berliner Fahne gegen Gewalt an Frauen und Mädchen hissen. „Jede Frau, die Opfer von Gewalt wird, ist eine zu viel. Es ist unsere gesamtgesellschaftliche Verantwortung, diesem Problem entschieden entgegenzutreten. Wir müssen alle gemeinsam ein deutliches Signal senden: Die Politik, die Zivilgesellschaft und jede*r Einzelne sind gefragt, sich aktiv gegen diese Gewalt zu stellen. Der Ausbau des Hilfesystems ist dabei ein zentraler Baustein – wir brauchen flächendeckende, gut erreichbare Anlaufstellen und Unterstützungsangebote, die den Betroffenen schnell und wirksam helfen“, so Bezirksbürgermeister Oliver Igel.

Die Veranstaltung wird ergänzt durch eine Gedenkminute sowie Redebeiträge bedeutender Akteur*innen im Kampf gegen Gewalt: die bezirkliche Gleichstellungsbeauftragte Frau Koch, Frau Klingenstein von der Anti-Gewalt-Beratungsstelle Treptow-Köpenick sowie Frau Schulz vom Infopoint Alleinerziehende in Altglienicke.

„Gewalt hat viele Gesichter, und die Betroffenen erleben viele unterschiedliche Lebensrealitäten“, so die Gleichstellungsbeauftragte Frau Koch. „Besonders vulnerable Gruppen – wie Frauen mit Behinderungen, queere Personen, geflüchtete Frauen oder von Rassismus betroffene Frauen – stehen vor besonderen Barrieren beim Zugang zu Schutz und Unterstützung. Daher ist es wichtig, nicht nur auf die Gewalt an sich aufmerksam zu machen, sondern auch auf die strukturellen Hürden, denen diese Frauen begegnen.“

Die alarmierenden Zahlen sprechen für sich: 2024 wurden in Deutschland fast 266.000 Fälle häuslicher Gewalt polizeilich erfasst – die höchste Zahl seit Beginn der Erfassung. Alle zwei Minuten wird in Deutschland jemand Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum. Rund 73 % der Betroffenen sind Frauen, und drei von vier Täter*innen sind männlich. Diese Zahlen verdeutlichen, wie dringend eine gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung mit diesem Thema notwendig ist.

„Wir glauben den Betroffenen – sichtbar, laut, gemeinsam. Wir stehen solidarisch an der Seite derjenigen, die Gewalt erfahren haben“, so Frau Koch.