Der Künstler Horst Bartnig stirbt im Alter von 88 Jahren

Pressemitteilung vom 29.04.2025

Der Maler, Grafiker, Computer-Künstler und studierte Bühnenmaler Horst Bartnig starb am 14. April 2025 nach schwerer Krankheit in Berlin. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Kunst in Deutschland.
Horst Bartnig zählt zu den renommiertesten Künstlern des Bezirks Treptow-Köpenick. Sein Atelier hatte er in Berlin-Adlershof.

Am 15. November 1936 in Militsch in der Provinz Niederschlesien geboren, studierte er zunächst an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg Bühnenmalerei. Während seiner Tätigkeiten für das Deutsche Theater und das Berliner Ensemble begann er sein eigenes freies Kunstschaffen, das von Beginn an von einem Interesse an der Variation von Farben, geometrischer Formen und grafischer Algorithmen geprägt war. Für immer komplexer werdende Kombinationen arbeitete Bartnig ab 1974 mit dem Physiker Reinhard Koch am Zentralinstitut für Kernforschung Rossendorf bei Dresden zusammen. Anfang der 1980er Jahre führte ihn seine künstlerische Beschäftigung mit Computergrafik sogar an das Institut für Informatik und Rechentechnik der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Adlershof, an dem er von sowjetische Großrechenanlage Gebrauch machen konnte. So entstanden Serien von bis zu 3622 Variationen, in denen er jede mögliche Deklination seines selbst gesetzten Themas ausarbeitete.

1984 bekam er den Preis der 7. Norwegischen Grafikbiennale in Fredrikstad, wurde 1993 mit dem Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin geehrt und erhielt 2001 den Hannah-Höch-Preis für sein Lebenswerk. Seine berühmten Neujahrskarten erreichten seine Freunde, Kollegen, Sammler, Nachbarn und das Bezirksamt Treptow-Köpenick 2023 zum letzten Mal. Die liebevoll gestalteten, kleinen Farb-Chiffren auf Büttenpapier versandt er stets mit einer Sondermarke. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin trauert um einen seiner wichtigsten Bildenden Künstler. Aktuell zu sehen ist Bartnigs Kunst in der aktuellen Sammlungspräsentation der Neuen Nationalgalerie „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft. Sammlung der Nationalgalerie 1945 – 2000“.

Weitere Informationen:
www.berlin.de/bildung-t-k