Wieder Baum angebohrt und Chemie reingekippt: 108-jährige Linde in der Nieberstraße 13 in Johannisthal in Gefahr – Bezirksamt bittet um Hinweise

Pressemitteilung vom 26.03.2025

Bei einer Kontrolle am 19.03.2025 wurde ein Bohrloch sowie chemischer Geruch an einer 108-jährigen Linde (Baumnummer 13/4) in der Nieberstraße 13 in Johannisthal festgestellt. Die Wunde hat einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern und geht 35 Zentimeter tief in den unteren Teil des Stammes etwa 30 Zentimeter über dem Boden. Es wird davon ausgegangen, dass Unbekannte den 25 Meter hohen Baum abtöten wollen.

Das Straßen- und Grünflächenamt wird den Zustand des Baumes beobachten. Diese Straftat wurde zur Anzeige gebracht. Die Polizei hat bei der Beweissicherung Proben eines weißen, chemischen Substrats entnommen. Der Gesamtschaden wurde noch nicht ermittelt, wird aber auf mehrere tausend Euro geschätzt.

Das ist bereits der vierte bekannte Fall von Baumbeschädigung im Bezirk. Eine alte Linde gegenüber der Regattastraße 158 wurde im Juni 2024 angebohrt und Chemie hineingekippt – ob der Baum überlebt hat, steht noch nicht fest.
Im Jahr 2021 wurde an einer ca. 200 Jahre alten Eiche in der Parkanlage gegenüber der Regattastraße 151-158 ein Bohrloch am Stammfuß und Lösungsmittelgeruch festgestellt. Ebenfalls in der Regattastraße wurde im August 2013 eine ca. 100-jährige Linde im Wurzelstammbereich angebohrt und eine toxische Flüssigkeit eingefüllt. Die beiden letzteren Bäume wurden dadurch abgetötet und mussten gefällt werden.

Falls Sie etwas Verdächtiges beobachtet haben, melden Sie sich bitte bei einer Polizeidienststelle oder beim Straßen- und Grünflächenamt.

Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt:
„Dieser erneute Vorfall von mutwilliger Zerstörung an einem unserer wertvollen alten Bäume ist zutiefst besorgniserregend. Bäume wie diese über 100-jährige Linde in der Nieberstraße sind nicht nur prägende Elemente unseres Stadtbildes, sondern leisten auch einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualität in unserem Bezirk. Derartige Straftaten sind ein Angriff auf die Natur und auf unsere Gemeinschaft.“