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Grünpflege in Treptow-Köpenick

Grünanlage Coloniapark
Bild: BA Treptow-Köpenick
Pressemitteilung vom 04.06.2021

Mähen oder nicht mähen, das ist hier die (ökologische) Frage.

Die Förderung der Arten ist ein wichtiges Thema im Bezirk, daher werden verschiedene Konzepte verfolgt. Nicht jede Grünanlage ist geeignet. Bei der Durchführung der ökologischen Pflege dürfen die bisherigen Funktionen wie Verkehrssicherheit, Nutzung für Sport, Spiel und Erholung nicht außer Acht gelassen werden. So wird in ausgewählten Anlagen (extensiv genutzt) und teilweise im Verkehrsgrün (seit 2019) extensive Rasenpflege in Form von Staffelmahd ausgeführt. In diesem Jahr werden nach dem Prinzip 26 Grünflächen gemäht (z.B. Gerosteig, Grünanlage BBI).

Bildvergrößerung: Verkehrsgrün in Köpenick
Bild: BA Treptow-Köpenick

Anfallendes Schnittgut wird überwiegend zu Benjeshecken verarbeitet und als Nisthabitate für Vögel und Kleinstlebewesen vor Ort belassen (z.B. Görlitzer Bahndamm). Blühinseln werden unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte stehen gelassen (Verkehrsgrün Schloßinsel Köpenick Bild 13). Zudem wurden in verschiedenen Anlagen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wildtier Stiftung Blühwiesen angelegt, die nach Projektende 2022 dauerhaft etabliert werden sollen (z.B. Ludwig-Boltzmann-Straße, Adlershof).
Die ökologische Pflege ist i. d. Regel etwas zeitintensiver als die einfache Pflege, weshalb die Durchführung auch durch die personellen und materiellen Möglichkeiten begrenzt ist.

Die hochwertige Grünanlage Treptower Park eignet sich aufgrund des sehr starken Nutzungsdrucks und dem Status als Gartendenkmal nur eingeschränkt für eine ökologische Pflege, insbesondere die Spreeseite. Die Bürgerinnen und Bürger wollen den Treptower Park ganzheitlich nutzen. Er stellt für eine dicht besiedelte Stadt wie Berlin einen hohen Wert für die Lebensqualität dar. Die Wiesenflächen sind gerade bei schönem Wetter voll. Leider zeigt sich dies auch an einem sehr hohen Müllaufkommen.
Auf der Seite des Sowjetischen Ehrenmals wird die Rasenpflege daher extensiv ausgeführt und auf der Spreeseite nur in Teilbereichen Wildwuchs zugelassen. Die Flächen, die stark genutzt werden, werden gemäht, denn die starke Nutzung wirkt sich negativ auf Langgras und Wiesen aus. Das Grün wird plattgedrückt, kleinere Arten und vor allem die wertvollen, nicht sehr robusten Wildblumen erhalten kein Licht mehr und gehen ein, das Gras wird lückenhaft. Stattdessen setzen sich die robusten Wildkräuter stärker durch, zusätzlicher Nährstoffeintrag durch Hundekot oder Urin begünstigen Brennnesseln, Melden etc. und es kommt zur Verwilderung, was häufig zusätzliche Vermüllung nach sich zieht. Darüber hinaus unterliegt der Treptower Park als Gartendenkmal den Vorgaben des Parkpflegewerkes, das es natürlich zu berücksichtigen gilt.

Es ist nicht leicht allen Ansprüchen der Bevölkerung gerecht zu werden. Zudem lassen nicht alle Grünanlagen aufgrund ihrer Nutzung eine „Verwilderung“ zu. Doch Treptow-Köpenick ist schon jetzt reich an naturnahen Grünanlagen.