Erinnerungsort für Opfer nationalsozialistischer Gewalt wird neu gestaltet

Perspektive des Entwurfs von struber_gruber
Bild: struber_gruber
Pressemitteilung vom 29.11.2019

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick möchte auf eine Mitteilung der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz aufmerksam machen:

Patinnen und Paten für Gedenkort auf dem Friedhof Altglienicke gesucht

Die Begräbnisstätte für 1.360 Opfer nationalsozialistischer Gewalt auf dem Friedhof in Altglienicke im Bezirk Treptow-Köpenick wird zu einem Erinnerungsort umgestaltet.
Das Anliegen ist, die 1.360 Toten, die bisher namenlos in einem Sammelgrab bestattet sind, aus der Anonymität zu holen und einen würdevollen Begräbnisort zu schaffen. Dies soll den Hinterbliebenen eine angemessene Trauerbewältigung ermöglichen und die Erinnerung an die damaligen Ereignisse für nachfolgende Generationen wachhalten. Auf dem Begräbnisplatz sind Urnen von Opfern aus Konzentrationslagern und Tötungsanstalten (Euthanasie) in einem Sammelgrab auf kleinstem Raum bestattet worden.

Für die Neugestaltung der Begräbnisstätte ist ein Wettbewerb ausgelobt worden, bei dem der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft struber_gruber mit outside landschaftsarchitektur aus Wien im März 2019 ausgewählt wurde. Der Entwurf, der nun realisiert wird, sieht eine Gliederung des betreffenden Friedhofsbereiches in zwei Teilbereiche vor: ein durch ein Metallband eingefasstes und bepflanztes Urnengrabfeld und einen separaten, sich unmittelbar anschließenden Versammlungsbereich mit einer Namenswand.

Die Leitidee bei der Umsetzung des Konzeptes besteht darin, durch eine partizipative Mitwirkung von Bürgerinnen und Bürgern ein aktives Erinnern und Gedenken zu fördern. Es werden daher Patinnen und Paten gesucht, die die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen mit ihrer persönlichen Handschrift festhalten. Die auf diese Weise dokumentierten Namen und Daten werden anschließend auf Glaswände übertragen, welche L-förmig parallel zur Friedhofsmauer aufgestellt werden.

Der Aufruf zur Übernahme einer Patenschaft richtet sich zum einen an Hinterbliebene der hier Begrabenen, zum anderen an interessierte Bürgerinnen und Bürger und soll zum Mitwirken an dieser Form des Erinnerns und Gedenkens anregen.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Internetseite www.erinnerungsort-altglienicke.de. Dort ist auch der Anmeldebogen für die Übernahme einer Patenschaft hinterlegt. Das Schreiben der Namen wird am 27. Januar 2020 stattfinden, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Das Konzept für die Neugestaltung des Erinnerungsortes auf dem Friedhof Altglienicke wird am Montag, den 2. Dezember um 10 Uhr bei einer Pressekonferenz des Bezirksamts Treptow-Köpenick im Ratssaal des Rathauses Köpenick vorgestellt.

Den Wettbewerb für die Neugestaltung der Begräbnisstätte haben die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wohnen sowie Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Treptow-Köpenick ausgelobt.
Für die Realisierung der Neugestaltung ist die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zuständig.