Auf dem Weg zu einer verbindlichen Beteiligungskultur für Treptow-Köpenick

Titel Leitlinienprozess für Bürgerbeteiligung
Bild: AG Urban
Pressemitteilung vom 11.01.2019

Das Jahr 2019 startet die Sozialraumorientierte Planungskoordination (SPK) mit drei Workshops zum „Leitlinienprozess für Bürger*innenbeteiligung“ in den Regionen des Bezirks. Viele Treptow-Köpenicker/-innen haben das SPK-Team bereits auf eine der 20 Ortsteilkonferenzen oder auf einer Bürgerversammlung zu lokalen Themen kennengelernt. So fand im September 2018 die zwanzigste Konferenz im Plänterwald statt.

Leitlinien für Bürger*innenbeteiligung

Auf Landesebene hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen einen Leitlinienprozess für Bürger*innenbeteiligung angestoßen. Angelehnt daran wurde für Treptow-Köpenick Ende letzten Jahres der bezirkliche Prozess mit einer Auftaktveranstaltung und zwei Workshops für die ersten acht Bezirksregionen eingeleitet. Im Ergebnis sollen Leitlinien für die Bürgerbeteiligung auf bezirklicher Ebene entstehen. Sie sollen Möglichkeiten und verbindliche Rahmenbedingungen zur Beteiligung aufzeigen.
Das Team der AG.URBAN und die SPK laden Vertreter/-innen aus der Bewohnerschaft, Politik und Verwaltung ein, um gemeinsam Leitlinien für die Bürger*innenbeteiligung in Treptow-Köpenick zu gestalten sowie eine lokal angepasste und verbindliche Beteiligungskultur zu etablieren.

Die erste Workshops zum „Leitlinienprozess für Bürger*innenbeteiligung“ in diesem Jahr fand am
Mittwoch, 09.01.2019, 18:00-21:00 Uhr für die Regionen: Altglienicke, Bohnsdorf, Grünau, Schmöckwitz/Karolinenhof/Rauchfangswerder im KIEZKLUB Bohnsdorf, Dahmestraße 33, 12526 Berlin unter reger Beteiligung statt.

Die nächsten Termine sind:
Dienstag, 15.01.2019, 18:00-21:00 Uhr
Für die Regionen: Allende-Viertel, Altstadt-Kietz, Köpenick-Süd, Müggelheim
Ort: Rathaus Köpenick, Alt-Köpenick 21, 12555 Berlin

Dienstag, 22.01.2019, 18:00-21:00 Uhr
Für die Regionen: Dammvorstadt, Friedrichshagen, Köpenick-Nord, Rahnsdorf/Hessenwinkel
Ort: KIEZKLUB VITAL, Myliusgarten 20, 12587 Berlin-Friedrichshagen

Anmeldung zu den Workshops unter: leitlinien@ag-urban.de
Eine weitere Teilnahme am Prozess ist auch über die Beteiligungsplattform des Landes Berlin unter: www.mein.berlin.de möglich.

Berlin entwickelt neue Nachbarschaften

Auch im Jahr 2019 unterstützt die SPK die Arbeit des Programms BENN (Berlin Entwickelt Neue Nachbarschaften) durch die Koordination des Programms auf bezirklicher Ebene. Seit dem Jahr 2017 gibt es im Bezirk Treptow-Köpenick zwei Standorte des berlinweiten Programms BENN: im Allende-Viertel und in Altglienicke mit jeweils einem Team vor Ort. Die Arbeit des Teams wird durch die bezirkliche Koordination unterstützt, die die Schnittstelle zur Verwaltung bildet.
Das Programm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen zielt auf die Stärkung von Nachbarschaften rund um große Unterkünfte für Geflüchtete. Dies soll insbesondere durch die Umsetzung gemeinsamer Aktionen möglich gemacht werden, die Begegnungsräume schaffen.

Das wichtigste Ereignis im Jahr 2018 für das BENN-Team im Kosmosviertel war die feierliche Eröffnung des Cafés „Quitte“ mit dem Bezirksbürgermeister Oliver Igel und die Ehrung der ehrenamtlich engagierten Nachbarinnen und Nachbarn sowie Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft Quittenweg. Das Café wird seitdem vom BENN-Team, Trägern sozialer Einrichtungen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt, um Angebote und Veranstaltungen umzusetzen.
Im Jahr 2019 soll das nachbarschaftliche Leben außerhalb der Unterkunft gestärkt werden, indem Maßnahmen im öffentlichen Raum sowie relevanten sozialen Einrichtungen im Gebiet unterstützt werden.

Für das BENN-Team im Allende-Viertel stand die Vernetzung von Ehrenamtlichen und Initiativen in der Region im Fokus seiner Arbeit im Jahr 2018. Dazu wurde u. a. auch eine Fortbildungsreihe zum Thema „Ehrenamt“ angeboten, die jeweils verschiedene Schwerpunktthemen umfasste und die auch 2019 fortgeführt wird. Im Jahr 2019 möchte das BENN-Team zudem stärker als bisher gemeinsam mit Geflüchteten Angebote und Aktionen entwickeln und sie dadurch noch aktiver in die Nachbarschaft einbinden.

Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften

Zur Aktivierung der Bürgerschaft auch außerhalb von sogenannten sozialen Brennpunktgebieten ist es der SPK in Treptow-Köpenick gelungen, auch für 2018 eine Förderung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen für Pilotprojekte im Rahmen des „Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften“ (FEIN) für die Bezirksregionen Bohnsdorf, Alt-Treptow und die Köllnische Vorstadt/ Spindlersfeld zu erhalten. Mit diesen Projekten konnten gezielt lokale Strukturen und die Bürgerschaft gestärkt sowie bürgerschaftliches Engagement und sozialer Zusammenhalt weiter gefördert werden.

Das Netzwerk „Bohnsdorf, ein Ort in Bewegung!“ hat zum Ziel, Alteingesessene und Zugezogene besser miteinander bekannt zu machen und zu unterstützen, so dass sich alle im Lebensumfeld heimisch fühlen. Ein gutes Beispiel für eine gelungene Nachbarschaft in Bohnsdorf ist das Projekt: „Neue Nachbarschaft – Falkenberg“. Ein erstes Zusammenkommen erfolgte 2018. Im Frühjahr 2019 ist ein Nachbarschaftsfest im Quartier geplant. Ein weiteres interessantes Beispiel ist der „Laufbus Bohnsdorf“ – ein Schulbus auf Füßen. Der „Laufbus Bohnsdorf“ ist eine Idee, um den Schulweg für Schüler/-innen der Grundschule am Buntzelberg sicherer und attraktiver zu machen. Je mehr Kinder zur Schule laufen, mit dem Rad oder dem Roller fahren, umso weniger Eltern müssen ihre Kinder mit dem Auto bringen.

Die Akteure aus dem FEIN-Pilot-Projekt Alt-Treptow haben sofort diese Idee aufgegriffen und in enger Zusammenarbeit wurde das Laufbusprojekt nun auch in Alt-Treptow etabliert. Über das Pilotprojekt „Alt-Treptow – eine Bezirksregion im Wandel“ wurde neben dem „Laufbus“ ein Nachbarschaftsgarten im direkten Umfeld des Zirkus Cabuwazi weitergeführt. Dieser Garten wird intensiv von Familien mit Kindern, Nachbarinnen und Nachbarn z. B. für gemeinsames Gärtnern, für Veranstaltungen und andere Projekte genutzt.

Unter dem Motto: „Köllnische Vorstadt/Spindlersfeld – Sozialen Zusammenhalt entwickeln und stärken“ wurde 2018 insbesondere die Einrichtung von Projekten und die Förderung ehrenamtlicher Arbeit im Nachbarschaftstreff der Kita „Knirpsenbude“ umgesetzt. Neben diversen Kursen ist ein Treffpunkt für alle Generationen entstanden, wo zukünftig die Chance besteht, noch mehr Angebote ehrenamtlich organsiert und betreut zu schaffen. Finanziell unterstützt wurden ebenfalls eine ehrenamtliche Gruppe zur Grünpflege des Friedhofs in der Rudower Straße und der Ortsverein mit bunten Bänken und Mülleimern an der Müllerecke.

Für 2019 stehen wieder finanzielle Mittel zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und zur Verstetigung der begonnenen Projekte bereit, die unter Leitung der SPK mit den Aktiven vor Ort umgesetzt werden.

Kiezkassen für die Bezirksregionen

In Treptow-Köpenick werden seit 2013 jährlich 50.000 Euro und seit 2018 100.000 Euro aus dem Bezirkshaushalt für Kiezkassen zur Verfügung gestellt. Die Kiezkassen werden durch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick initiiert. Die BVV möchte sich damit stärker für die Bürger/-innen vor Ort einbringen und verdeutlicht dies durch die Übernahme von Kiezpatenschaften für die einzelnen Bezirksregionen. Die Kiezpatinnen und -paten werben vor Ort für die Kiezkassen und wurden dabei von Anfang an vom Team der SPK unterstützt.
Der Betrag für die 20 Regionen wird entsprechend der Einwohnerzahlen verteilt und hat die Mindesthöhe von 2.600 Euro. Es können Anträge mit konkreten Vorschlägen zur Mittelverwendung eingereicht werden. Über die Vergabe der Mittel wird in Bürgerversammlungen bzw. Kiezkassenveranstaltungen vor Ort mit den Anwesenden entschieden. Es ist daher hilfreich, wenn bereits im Vorfeld eine Ansprechperson umfassend über alle Förderkulissen informiert und bei der Antragstellung berät. Für die Begleitung der Kiezkassenprozesse wird deshalb das Team der SPK 2019 verstärkt.

Ortsteil- und Dialoggespräche

In diesem Jahr möchte die SPK mit lebendigen Ortsteil- und Dialoggesprächen Bürger/-innen zur Vertiefung ortsbezogener Themen und Fragestellungen stärker einbeziehen und zum „Mitmachen“ anregen. Die Themenauswahl soll sich an aktuellen Geschehnissen in den 20 Bezirksregionen orientieren. Dafür braucht die SPK die Unterstützung Interessierter, um geeignete Themen aufzubereiten, vor Ort Gespräche gemeinsam zu organisieren und durchzuführen.
Eine gemeinsam organisierte Veranstaltung vor Ort gestattet es, sich aktiv einzubringen, Dialog-Fähigkeiten zu fördern, gemeinschaftlich kreative Ansätze oder Varianten gemeinsam zu denken und Netzwerke gezielt zu erweitern.

Das Team der SPK will hierbei Begleiter auf dem Weg zu einer verbindlichen Beteiligungskultur für Treptow-Köpenick sein.

Informationen und Kontakt:
Sozialraumorientierte Planungskoordination
E-Mail: sozialraumorientierung@ba-tk.berlin.de
Internet: www.berlin.de/tk-spk

Anmeldung zum SPK-Newsletter unter:
https://www.berlin.de/ba-treptow-koepenick/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/sozialraumorientierte-planungskoordination/newsletter/