Juni 2025
Als die Spiegelwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz feierlich eingeweiht wurde, schrieben wir den 7. Juni 1995. Helmut Kohl war in seiner letzten Amtsperiode Bundeskanzler, Roman Herzog Bundespräsident. Eberhard Diepgen amtierte als Regierender Bürgermeister, Herbert Weber als Steglitzer Bezirksbürgermeister. Lange Jahre erbitterte politische Diskussionen waren der Entscheidung vorausgegangen, ein Denkzeichen für die deportierten Steglitzer Jüdinnen und Juden zu errichten. Realisiert werden konnte die Spiegelwand erst, als der damalige Berliner Bausenator Wolfgang Nagel 1994 das Verfahren an sich gezogen hatte. Inschriften an der Wand erinnern an 1758 deportierte Jüdinnen und Juden aus Berlin, darunter 229 Menschen aus Steglitz – mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift. Unter Mitwirkung des Historikers Hans-Norbert Burkert wurde die Glaswand von den Architekten Joachim von Rosenberg und Wolfgang Göschel entworfen. 1992 hatte das Bezirksamt Steglitz einen Wettbewerb für ein Denkzeichen zur Geschichte jüdischen Lebens in Steglitz ausgeschrieben.