Drucksache - 1569/V  

 
 
Betreff: Geschichte des Yehudi-Menuhin-Platzes sichtbar machen
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:GRÜNE-FraktionGRÜNE-Fraktion
Verfasser:1. Steinhoff/Wojahn
2. Berger
 
Drucksache-Art:AntragAntrag
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin Vorberatung
11.09.2019 
32. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf überwiesen   
Ausschuss für Bildung und Kultur Empfehlung
Ausschuss für Haushalt, Personal und Verwaltungsmodernisierung Empfehlung

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag vom 04.09.2019

Die BVV möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird ersucht, auf dem Yehudi-Menuhin-Platz in Düppel eine bezirkliche Gedenkstele aufzustellen, die die vielschichtige Geschichte dieses Platzes und seiner heren Umgebung erläutert.

 

Begründung:

 

Der Bereich des heutigen Yehudi-Menuhin-Platzes hat in den letzten 100 Jahren sehr unterschiedliche, z.T. zeitgeschichtliche bedeutsame Funktionen gehabt. Er war ursprünglich Teil der Felder und Wälder des fast 800 ha großen Ritterguts Düppel mit seiner bewegten Geschichte. In den dreißiger Jahren wurden dort zum einen ein großer Barackenkomplex für das Oberkommando des Heeres (OKH) errichtet und zum anderen das Kriegsgefangenenlager „Wiesengrund“ als Außenstelle des Stalag IIID in Lichterfelde-d, dessen Fläche heute zum Teil zum Waldfriedhof Zehlendorf gehört und zum Teil zur Gartenstadt Düppel. In dem Barackenkomplex des OKH war nach dem Krieg zuerst ein UNRA-Lager für Displaced Persons (DP), d.h. vor allem für befreite KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter eingerichtet worden, worauf sich auch die Namensgebung nach Yehudi Menuhin bezieht, da er für diese Personen ein Konzert unter bemerkenswerten Umständen gegeben hat. Aufgrund der Berliner Blockade wurde das DP-Lager geschlossen und dort ein Flüchtlingslager für Flüchtlinge aus der SBZ/DDR eingerichtet, das nach dem Mauerbau 1961 zu Ende ging. Heute gibt es dort eine vorbildliche Wohnsiedlung, deren Entstehung durch intensive und heftige Auseinandersetzungen mit der Schlachtenseer und Düppler Einwohnerschaft entstanden ist. Auf der anderen Seite der Potsdamer Chaussee, auf den ehemaligen Feldern des Bauern Hönow, wurden unter den Nazis zwei Zwangsarbeiterlager errichtet, eines von der Organisation Todt und eines vomGeneralbauinspektorr die Reichshauptstadt“ (GBI). Nach dem Krieg wurde auf einem Teil des Geländes das Studentendorf Schlachtensee gebaut. Diese bemerkenswerte und bewegte Geschichte aus den letzten 100 Jahren sollte Platz auf einer der bezirklichen Gedenkstelen finden. Sie ist u.a. in der Broschüre: Idylle und Lager, Schlachtensee 19331945, Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager von Dirk Jordan (Berlin 2017) dokumentiert worden.

 
 

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