08/2025-PONIATOWA – Steglitz-Zehlendorf trauert um Danuta Danielewicz

Ehepaar Danuta und Witold Danielewicz zusammen mit Sebastian Leskien (Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins; links im Bild)

Ehepaar Danuta und Witold Danielewicz zusammen mit Sebastian Leskien (Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins; links im Bild)

Poniatowa / August 2025

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf trauert um Danuta Danielewicz, die am 27. August 2025 verstorben ist. Zusammen mit ihrem Ehemann Witold leitete die Musikwissenschaftlerin 50 Jahre lang die von beiden gegründeten „Szczygiełki“-Chöre und das Ensemble „Scholares minores pro Musica Antiqua“ für Alte Musik.

Die Verstorbene hatte eine außergewöhnliche Gabe im Umgang mit jungen Menschen, was den enormen Erfolg der in den 1970er Jahren gegründeten „Scholares minores“ – national und international – erklärt. Die Kinder und Jugendlichen des Ensembles bestritten unzählige Auftritte in ganz Europa und bewahrten mit ihren historischen Instrumenten die Tradition mittelalterlicher Musik. Danuta Danielewicz galt als Kopf und Herz jedes musikalischen Projekts. „Wer je die Gelegenheit hatte, in Poniatowa oder im Ausland ein Konzert des Ensembles zu erleben, der hat erfahren, wie sehr das stimmte“, so Bezirksstadtrat a.D. Michael Karnetzki. In Poniatowa seien Danuta und Witold Danielewicz „sehr bekannte und hoch angesehene Persönlichkeiten“.

Danuta Danielewicz mit einigen ihrer jungen Schützlinge des Jugend- und Kinderensembles für Alte Musik

Danuta Danielewicz mit einigen ihrer jungen Schützlinge des Jugend- und Kinderensembles für Alte Musik

In einem Schreiben an den Witwer drückte Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg ihre Anteilnahme aus und würdigte das Lebenswerk von Danuta Danielewicz als ein Erbe, „das Bestand haben und künftige Generationen zweifellos inspirieren wird“. Der kulturelle Austausch mit dem Ensemble „Scholares minores pro Musica Antiqua“ habe „viele Jahre lang im Mittelpunkt der Partnerschaft zwischen Poniatowa und Steglitz-Zehlendorf“ gestanden.

Das Kondolenzschreiben der Bezirksbürgermeisterin trägt auch die Unterschrift von Cerstin Richter-Kotowski, Staatssekretärin für Kultur der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und vormalige Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport in Steglitz-Zehlendorf.

Als Ko-Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin e.V. (DPG) engagiert sich Bezirksstadtrat a.D. Michael Karnetzki stark für die deutsch-polnische Zusammenarbeit. In einem auf der DPG-Webseite verbreiteten Nachruf würdigte er die Verstorbene als „eine wichtige Freundin der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin und der Städtepartnerschaft mit dem Berliner Bezirk Steglitz“ (bzw. heute Steglitz-Zehlendorf).

Ganz ähnlich äußerte sich Sebastian Leskien: Der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Steglitz-Zehlendorf e.V. bezeichnete Danuta Danielewicz als „eine herausragende Musikerin und eine der tragenden Säulen der Musikszene in Poniatowa“. Die Ursprünge der Städtepartnerschaft zwischen Poniatowa und dem Altbezirk Steglitz führte er auf „ihre Leidenschaft für Musik und ihre herzliche Gastfreundschaft“ zurück. Danuta und Witold Danielewicz bereisten viele Länder Europas und machten auch mehrmals Station in Berlin. Bei seinen Poniatowa-Besuchen 2022 und 2024 seien er und seine Reisebegleiter „stets mit Gastfreundschaft und Wärme“ empfangen worden. Bis zuletzt habe es dem Ehepaar am Herzen gelegen, die Beziehungen zu Berlin zu pflegen. Ein Auftritt zum 50. Chorjubiläum in Steglitz-Zehlendorf war bereits geplant, doch dazu kam es leider nicht mehr. „Ihr Erbe wird in der Musik und in der Städtepartnerschaft weiterleben, die sie und Witold geprägt haben“, schlussfolgert Leskien.

Die ersten Kontakte zwischen beiden Kommunen wurden im November 1986 geknüpft, als die „Scholares minores“ in Berlin auftraten – damals noch in Sichtweite des Eisernen Vorhangs. Sie mündeten 1993 in die offizielle Städtepartnerschaft, die Steglitz mit den drei polnischen Kommunen Kazimierz Dolny, Naleczów und Poniatowa abschloss.

Dokumentarfilm auf Youtube

In einem auf Youtube veröffentlichen Videobeitrag können alle, die der polnischen Sprache mächtig sind, noch tiefer in das künstlerische Schaffen von Danuta und Witold Danielewicz eintauchen. Die Reportage wurde anlässlich des 50. Jubiläums des Chores „Szczygiełki” und des Ensembles „Scholares Minores pro Musica Antiqua” produziert.

Darin erinnern sich die beiden Gründerfiguren an die Anfänge des Chores in den frühen 1970er Jahren. Nachdem erste Kontakte mit dem damaligen Bezirk Steglitz bereits 1988 entstanden waren, wurde das Ehepaar Danielewicz bei einem seiner Berlinbesuche zu einer Senatssitzung eingeladen. Bei dieser Gelegenheit schlug der Regierende Bürgermeister eine städtepartnerschaftliche Kooperation vor, vorzugsweise im kulturellen Bereich. Bei der Gemeindeverwaltung von Poniatowa stieß Witold Danielewicz seinerzeit auf offene Ohren.

Danuta Danielewicz wurde 75 Jahre alt. Ihre Beisetzung fand am 1. September 2025 statt.

Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren. Ihr Beitrag zur kommunalen Partnerschaft zwischen Poniatowa und unserem Bezirk ist von unschätzbarem Wert.

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub