01/2026 – Steglitz-Zehlendorf gedenkt der Opfer des nationalsozialistischen Genozids

Januar 2026

Seit 30 Jahren wird in Deutschland am 27. Januar der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz gedacht. Der durch den Deutschen Bundestag 1996 eingeführte Gedenktag erinnert an den nationalsozialistischen Völkermord an Jüdinnen und Juden. International wird der 27. Januar durch eine UN-Entscheidung von 2005 als „Holocaust Remembrance Day“ begangen. Die systematische Entrechtung der jüdischen Bevölkerung wurzelte in einem fanatischen Antisemitismus. Dass antisemitische Reflexe jederzeit wiederbelebt werden können, zeigt sich in diesen Tagen. Er ist wieder da, weil er nie wirklich weg war – milieuübergreifender Antisemitismus von ganz Rechts, Links und aus dem islamistischen Spektrum.

Durch eine Reihe von Veranstaltungen ehren Politik und Zivilgesellschaft diesen wichtigen Tag auch im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Stolpersteine vor dem Haus der Diakonie in Berlin-Steglitz

Stolpersteine vor dem Haus der Diakonie in Berlin-Steglitz

Diakonie lädt zum Stolperstein-Spaziergang

Die Stolperstein-Initiative ist ein unermesslich wichtiger Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus. Zu einem rund einstündigen Spaziergang entlang von einigen Stolpersteinen lädt das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. am 27. Januar 2026 um 16:30 Uhr ein. Startpunkt ist der Sitz der Diakonie in der Paulsenstraße 55-56, 12163 Berlin. Am Start- und Endpunkt des Spaziergangs sind fünf Stolpersteine eingelassen, die den jüdischen Familien Berger und Schindler gewidmet sind (wir berichteten). Sie hatten dort ihren letzten selbst gewählten Wohnort.

„Ihr unvorstellbares Leid können wir heute nicht wirklich nachfühlen. Doch wir können uns von ihrer Geschichte berühren lassen, über die Umstände und Ursachen der Verfolgung reflektieren und zu einem Nachdenken kommen über unser Handeln in der Gegenwart“, schreibt das DWBO in seiner Einladung.

An drei Stationen wird es jeweils einen Kurzvortrag geben, die reine Gehzeit beträgt rund 15 Minuten. An den Stolpersteinen werden Rosen und Kerzen niedergelegt.

Logo des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Initiative Haus Wolfenstein ruft zum Gedenken an der Spiegelwand auf

Die Initiative Haus Wolfenstein versammelt sich am 27. Januar 2026 um 16 Uhr an der Spiegelwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz, um Kränze niederzulegen. Ganz besonders freuen sich die Initiatoren über die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern der in Steglitz ansässigen Fichtenberg-Oberschule. Sie werden sich in Form von Redebeiträgen beteiligen. An der stillen Kranzniederlegung werden auch Vertreter der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf (BVV) und des Bezirksamtes teilnehmen, heißt es in einer am 15. Januar 2026 verbreiteten Pressemitteilung.

27. Januar 2026: Initiative Haus Wolfenstein lädt zum gemeinsamen Gedenken ein

27. Januar 2026: Initiative Haus Wolfenstein lädt zum gemeinsamen Gedenken ein

27. Januar 2023: Kranzniederlegung vor der Säule der Gefangenen, Gedenkstätte ehem. KZ-Außenlager Lichterfelde

27. Januar 2023: Kranzniederlegung vor der Säule der Gefangenen, Gedenkstätte ehem. KZ-Außenlager Lichterfelde

BVV und Bezirksamt gedenken gemeinsam an der Säule der Gefangenen

Die Hauptveranstaltung von BVV und Bezirksamt findet bereits um 15 Uhr vor der Säule der Gefangenen statt, einem Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers des KZ Sachsenhausen an der Ecke Wismarer Straße/Eugen-Kleine-Brücke. Worte des Gedenkens spricht Carolina Böhm, Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit.

Die Initiatoren „erinnern sich der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes und gedenken der Millionen Menschen, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden“, heißt es im Aufruf zur Teilnahme. Auch im Vorjahr berichteten wir über die Kranzniederlegungen zum 27. Januar.

Schüsseln mit Popcorn und eine Filmklappe vor rotem Hintergrund

Gottfried-Benn-Bibliothek: Special-Popcorn-Kino für Erwachsene

Eigentlich ist die populäre Reihe „Popcorn-Kino“ in der Gottfried-Benn-Bibliothek am Nentershäuser Platz in Zehlendorf nur für Kinder gedacht. Angesichts des Gedenkens vom 27. Januar 2026 wird eine Ausnahme gemacht: Um 19 Uhr lädt die Bibliothek zu einem „Erwachsenen-Special“ ein. Gezeigt wird eine im Jahr 2024 gedrehte Tragikomödie, in der zwei ungleiche Cousins aus den USA auf ihre Reise nach Polen und in ihre schmerzhafte Familiengeschichte begleitet werden. Mehr verrät die Bibliothek (noch) nicht.

Um Voranmeldung wird gebeten. Alle Details finden Sie hier.

Antisemitismusprävention

Beauftragter gegen Antisemitismus

Christian Urlaub