Der Liederzyklus Susanna Sultana erzählt die unglaubliche, wahre und universelle Geschichte von Susanna Moshonov (1920–2022). Geboren im bulgarischen Sliwen als Kind geflohener sephardischer Juden prägen sie als junge Frau die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg: die Folgen des Naziterrors auf dem gesamten Balkan, die Verfolgung und Entrechtung jüdischer Menschen und nicht zuletzt auch in Bulgarien Arbeitslager, von denen man mehr ahnt als wirklich weiß, und in welche auch Susannas Ehemann verschleppt wird.
Nach dem Krieg wandert Susanna mit Mann und Kindern nach Israel aus. In einer kleinen Siedlung weist man ihr ein Haus zu, das zuvor einer arabischen Familie gehörte. Kaum hat sie das Haus betreten, spürt Susanna den Geist und die Präsenz jener Mutter, die für ihre Familie ihr Zuhause verlassen musste: sie gibt ihr den Namen „Sultana“. Die Verbindung zu der ihr unbekannten Frau wird Susanna bis zu ihrem Lebensende nie wieder loslassen. Viele Jahre später begegnet die Berliner Sopranistin Alma Sadé, Enkelin von Susanna Moshonov, in Berlin einer arabischen Frau. In ihr findet sie ihre ganz eigene „Sultana“ – und beschließt, der Geschichte ihrer Großmutter in einem Liederzyklus nachzuspüren.
Die Komponistin Elena Kats-Chernin und die Autorin Susanne Felicitas Wolf nehmen die Lebensgeschichte von Susanna Moshonov als Grundlage für ein vielschichtiges und farbenreiches Werk für Sopran und Kammerensemble. Sie erzählen in Susanna Sultana anhand der bewegenden Frauengeschichte(n) spannend und poetisch von der Verflechtung von Einzelschicksalen mit Politik und Weltgeschichte. Eine kraftvolle Hommage an das Miteinander und Verstehen.
Alma Sadé, Sopran
Elenora Pertz, Klavier
Byol Kang, Violine
Jone Bolibar Núñez, Klarinette
Wassim Mukdad, Oud
Arnulf Ballhorn, Kontrabass