Susanna Sultana

Susanna Sultana

Liederzyklus · 2026

Berliner Erstaufführung

Elena Kats-Chernin · Musik
Susanne Felicitas Wolf · Text

Auftragswerk des Beethovenfests Bonn und des Fachbereichs Kultur Steglitz-Zehlendorf
sowie Werke von Dobrinka Tabakova und Lubomir Pipkov

Termine / Ort

Freitag, 25. September 2026, 19 Uhr
Samstag, 26. September 2026, 19 Uhr
Kulturhaus Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin

Tickets

Eintritt: 10 €, Tickets: www.pretix.de/kultur-berlin-sz
und an der Abendkasse
Reservierungen per Mail an kultur@ba-sz.berlin.de

Der Liederzyklus Susanna Sultana erzählt die unglaubliche, wahre und universelle Geschichte von Susanna Moshonov (1920–2022). Geboren im bulgarischen Sliwen als Kind geflohener sephardischer Juden prägen sie als junge Frau die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg: die Folgen des Naziterrors auf dem gesamten Balkan, die Verfolgung und Entrechtung jüdischer Menschen und nicht zuletzt auch in Bulgarien Arbeitslager, von denen man mehr ahnt als wirklich weiß, und in welche auch Susannas Ehemann verschleppt wird.

Nach dem Krieg wandert Susanna mit Mann und Kindern nach Israel aus. In einer kleinen Siedlung weist man ihr ein Haus zu, das zuvor einer arabischen Familie gehörte. Kaum hat sie das Haus betreten, spürt Susanna den Geist und die Präsenz jener Mutter, die für ihre Familie ihr Zuhause verlassen musste: sie gibt ihr den Namen „Sultana“. Die Verbindung zu der ihr unbekannten Frau wird Susanna bis zu ihrem Lebensende nie wieder loslassen. Viele Jahre später begegnet die Berliner Sopranistin Alma Sadé, Enkelin von Susanna Moshonov, in Berlin einer arabischen Frau. In ihr findet sie ihre ganz eigene „Sultana“ – und beschließt, der Geschichte ihrer Großmutter in einem Liederzyklus nachzuspüren.

Die Komponistin Elena Kats-Chernin und die Autorin Susanne Felicitas Wolf nehmen die Lebensgeschichte von Susanna Moshonov als Grundlage für ein vielschichtiges und farbenreiches Werk für Sopran und Kammerensemble. Sie erzählen in Susanna Sultana anhand der bewegenden Frauengeschichte(n) spannend und poetisch von der Verflechtung von Einzelschicksalen mit Politik und Weltgeschichte. Eine kraftvolle Hommage an das Miteinander und Verstehen.

Alma Sadé, Sopran
Elenora Pertz, Klavier
Byol Kang, Violine
Jone Bolibar Núñez, Klarinette
Wassim Mukdad, Oud
Arnulf Ballhorn, Kontrabass

Biografien

Alma Sadé

Alma Sadé

Alma Sadé

Die Sopranistin Alma Sadé wurde in Tel Aviv in eine Familie von Schauspielern und Opernsängern geboren. Sie studierte Musik am Mannes College of Music in New York und tritt seit 2009 an bedeutenden Opernhäusern Europas auf.
Sie war Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein und ist seit 2014 festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin. Dort sang sie zahlreiche Hauptrollen, darunter Susanna (Le nozze di Figaro), Pamina (Die Zauberflöte), Maria (West Side Story) sowie Jenny in Barrie Koskys gefeierter Inszenierung von Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny.
2025 gab Alma Sadé ihr äußerst erfolgreiches Debüt am Teatro alla Scala als Anna I in Kurt Weills Die sieben Todsünden, das beim Publikum und in der Presse große Begeisterung auslöste. Auch ihre Interpretation der Nanetta in Falstaff wurde von der Kritik hoch gelobt. Online Merker schrieb: „Die vokal beste Leistung von internationalem Rang bringt Alma Sadé als Nanetta: ein runder Timbre, eine technisch brillante Sopranstimme, die in den hohen Pianissimi zudem viel Charme besitzt. Ein großer Hörgenuss. Brava.“
In der kommenden Spielzeit kehrt Alma Sadé an das Berliner Ensemble zurück und arbeitet erneut mit Barrie Kosky an der neuen Produktion K, inspiriert vom Leben Franz Kafkas.

Eleonora Pertz

Eleonora Pertz

Elenora Pertz

Die italienisch-amerikanische Pianistin Elenora Pertz wird für ihr „großartiges Spiel mit unendlicher Feinheit“ gelobt. Sie tritt regelmäßig in ganz Europa und darüber hinaus auf, unter anderem in der Wigmore Hall, der Berliner Philharmonie, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Musée d’Orsay und bei der Schubertiade Schwarzenberg, und war bereits bei France Musique und SWR zu hören. Zu den kommenden Höhepunkten zählen Debüts in der Tonhalle Düsseldorf, beim Heidelberger Frühling, in der Semperoper Dresden, im Konzerthaus Berlin, beim Tanglewood Festival und in der Queen Elisabeth Chapel sowie Meisterkurse in Europa und den USA und die Assistenz von Joana Mallwitz bei der Premiere von „Lohengrin“ im Festspielhaus Baden-Baden. Elenora hat für Hänssler Classics und B Records aufgenommen und wird 2026 ihr Debüt-Soloalbum TERRA veröffentlichen, das sich mit der Verbindung des Klaviers zum Element Erde beschäftigt. Als Opernpianistin hat sie mit führenden Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen, Thomas Guggeis und Sir Donald Runnicles zusammengearbeitet und arbeitet regelmäßig mit KS Brigitte Fassbaender in ihren Lied-Meisterkursen zusammen. Seit 2023 leitet sie die Kunstliedklasse an der Hochschule für Künste in Bremen. Elenora ist außerdem Gründerin und Direktorin von Lied the Way e.V., einer gemeinnützigen Organisation, die Frauen in der Kunstliedszene unterstützt und fördert.

Byol Kang

Byol Kang

Byol Kang

Die Musik wurde der gebürtigen Salzburgerin Byol Kang als Tochter einer südkoreanischen Komponistin und eines Sängers in die Wiege gelegt. Nach ihrem Umzug ins Rheinland begann Byol Kang im Alter von acht Jahren mit dem Violinspiel. Nur vier Jahre später debütierte sie in der Berliner Philharmonie mit den Berliner Symphonikern und verfolgt seither eine rege Konzerttätigkeit im In-und Ausland. So gastierte sie bereits in bedeutenden Konzertsälen, wie u.a. in der Carnegie Hall New York, im Konzerthaus Wien, Gewandhaus Leipzig, in der Elbphilharmonie Hamburg, Bremer Glocke und Nürnberger Meistersingerhalle. 2009 gewann Byol Kang als einzige Solistin den Deutschen Musikwettbewerbs und es folgten Preise und Sonderpreise bei Internationalen Violinwettbewerben wie Henri Marteau, Lipizer, Varallo Sesia und Max Rostal. Ausgezeichnet wurde sie ebenfalls vom Londoner Borletti-Buitoni Trust sowie der Deutschen Stiftung Musikleben. Als Solistin konzertierte sie u.a. mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover, den Hofer Symphonikern und den Nürnberger Symphonikern. Mit besonderer Hingabe widmet sich Byol Kang der Kammermusik. Engagements in verschiedenen Formationen führten sie zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Verbier Festival, dem PODIUM Festival Esslingen und dem Kammermusikfestival „Spannungen“ in Heimbach, wo auch mehrere live-Mitschnitte ihrer Konzerte entstanden. Im Januar 2015 erschien bei dem Label GENUIN ihre zweite CD „Romantic Impressions“ mit dem Pianisten Boris Kusnezow und Werken von Johannes Brahms, Clara Schumann und Edvard Grieg. Seit der Spielzeit 2016/17 ist Byol Kang Konzertmeisterin des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Nach Studien in Rostock und Düsseldorf, absolvierte sie 2013 ihr Konzertexamen an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Prof. Antje Weithaas. Dort unterrichtet sie seit 2022 ihre eigene Klasse.

Jone Bolibar Núñez

Jone Bolibar Núñez

Jone Bolibar Núñez

Jone Bolibar Núñez, geboren in Donostia-San Sebastián (Baskenland, Spanien), studierte Klarinette an der Hochschule für Musik des Baskenlandes Musikene und an der Universität der Künste Berlin. Sie wirkte bei verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles mit (Junge Deutsche Philharmonie, Spanisches Jugendorchester, Orquesta Sinfónica de Navarra, Trickster Orchestra, Spira Mirabilis, Zafraan Ensemble u. a.) und trat an zahlreichen Musikfestivals in ganz Europa auf (MaerzMusik Berlin, Achtbrücken Köln, Ultraschall Festival Berlin, Festival d’Aix-en Provence, Festival Internacional de Santander sowie Quincena Musical de San Sebastián). In den letzten Jahren hat sie sich intensiv mit Musiktheater beschäftigt. Sie war Mitglied des zeitgenössischen Musiktheaterensembles Opera Lab Berlin, mit dem sie an vielen Produktionen und Uraufführungen zu sehen war. Außerdem hat sie mit den kollektiven Björnsson/Marx und DieOrdnungDerDinge gearbeitet, sowie am Staatstheater Cottbus, am Deutschen Nationaltheater Weimar, am Holland Festival und an der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin. Jone Bolibar Núñez lebt und arbeitet als Klarinettistin und Musikpädagogin in Berlin.

Wassim Mukdad

Wassim Mukdad

Wassim Mukdad

Wassim Mukdad ist ein in Berlin ansässiger Musiker mit syrischen Wurzeln. Er spielt die Oud (die arabische bundlose Laute), komponiert und dirigiert verschiedene Ensembles. Er vermischt gerne Elemente der orientalischen und westlichen Musikkultur und ist spezialisiert auf verschiedene Genres wie Tarab, Fusion und traditionelle Musik.
Wassim wirkt regelmäßig bei Theater- und Opernaufführungen mit, zum Beispiel an der Neuköllner Oper, Maxim Gorki Theater und der Komischen Oper Berlin. Mit seinen Ensembles Ajam Quartet, Kayan Project, Trio Laulu und Atlas Ensemble (u. a.) spielt er in ganz Deutschland und darüber hinaus.
Vor seinem Umzug nach Deutschland trat Wassim mit einer Vielzahl von Ensembles in Syrien und in der Türkei auf, wobei er sich darauf konzentrierte, das Gespräch zwischen den Kulturen zu öffnen und sich für Frieden angesichts von Stereotypisierung, Rassismus und Kriegen einzusetzen.

Arnulf Ballhorn

Arnulf Ballhorn

Arnulf Ballhorn

Arnulf Ballhorn ist seit über 25 Jahren Bassist im Orchester der Komischen Oper Berlin und dort auch in kammermusikalische Produktionen und interkulturelle Projekte involviert. Sein Kontrabass-Studium hatte er bei Prof. Rainer Zepperitz in Berlin absolviert. Musikalische Vorlieben lassen sich für ihn schwer eingrenzen: Neben seiner Arbeit im Orchester gehören zeitgenössische Musik und klassische Kammermusik ebenso wie Jazz und Tango und die intensive Arbeit mit dem E-Bass zu seinen musikalischen Grundbedürfnissen. Inspirationen bekam er durch Unterricht bei Bassisten wie Miroslav Vitous, Gary Willis und Jonas Hellborg, aber auch das Glorvigen Trio, die Arbeit mit der Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel und verschiedene Projekte mit dem Vibraphonisten Oli Bott bieten immer neue Herausforderungen. Er spielt regelmäßig auf internationalen Festivals unterschiedlichster Musikrichtungen und betreibt außerdem ein eigenes Label und Studio. Sein Engagement im Orchester der Komischen Oper Berlin geht über den „normalen“ Dienst weit hinaus. Im Team des interkulturellen Outreach-Projekts Selam Opera! und dort besonders bei den Konzepten des Operndolmuş konnte Arnulf Ballhorn Ideen und Erfahrungen einbringen. Bei einigen der aufsehenerregenden Festivals der Komischen Oper Berlin der vergangenen Jahre (u. a. den beiden Tango-Festivals und dem Festival „Schall und Rausch“) sind verschiedene Programmbausteine maßgeblich von ihm gestaltet worden.