Die praktische Umsetzung der Fachkräftestrategie 2035

Die Ziele der Fachkräftestrategie 2035 werden erreicht, indem die im Strategieprozess bewährte enge Koordinierung zwischen den Senatsverwaltungen sowie der konstruktive Austausch mit den Stakeholdern und die enge Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern fortgeführt wird.

Um die strategischen Ziele in operatives Handeln zu übersetzen, hat der Berliner Senat

  • sich für eine Umsetzungsstruktur entschieden, die die Fachkompetenz der beteiligten Häuser nutzt und gleichzeitig die verbindliche Entscheidungsfindung ermöglicht. Dabei werden bestehende Formate für die strukturierte Behandlung von strategierelevanten Themen mit Stakeholdern und Partnern genutzt. Diese werden darüber hinaus fachlich anlassbezogen beteiligt (►Umsetzungsstruktur).
  • im Rahmen der Umsetzungsstruktur ein Monitoring aufgesetzt, das einen Überblick über die aktuelle Fachkräftesituation liefert, Trends sichtbar macht und einen Überblick über die eingesetzten Ressourcen verschafft (►Monitoring).

Umsetzungsstruktur

Die Umsetzungsstruktur der Fachkräftestrategie 2035 besteht aus vier Elementen und baut auf den bewährten Strukturen auf, die zur Entwicklung der Fachkräftestrategie 2035 etabliert wurden. Darüber hinaus werden existierende Abstimmungs- und Entscheidungsstrukturen innerhalb des Berliner Senats genutzt, um Doppelstrukturen zu vermeiden und klare Zuständigkeiten zu definieren.

Das Arbeitsgremium für die Fachkräftesicherung im Land Berlin ist die Interministerielle Arbeitsgruppe (ImAG), die die Fachkräftestrategie 2035 bereits erarbeitet hat. Die ImAG bewertet das Monitoring und leitet entsprechende Handlungsbedarfe ab. Dies dient der Prioritätensetzung und der Entscheidungsvorbereitung für die Staatssekretärskonferenz. Die ImAG definiert in jedem Jahr thematische Schwerpunkte, die als besonders relevant eingestuft werden oder bei denen Anpassungs- und Ergänzungsbedarf gesehen wird. Die ImAG kann ad-hoc Arbeitsgruppen auch mit externer Expertise und einem klaren und zeitlich begrenzten Arbeitsauftrag einberufen. Die ImAG hat außerdem die Möglichkeit, thematische Veranstaltungen sowohl mit verschiedenen Bereichen des Berliner Senats als auch mit Stakeholdern durchzuführen.

Als zentrale Entscheidungsebene ist die Staatssekretärskonferenz des Berliner Senats vorgesehen. Hier sind alle an der Fachkräftestrategie 2035 beteiligten Senatsverwaltungen vertreten. Die Staatssekretärskonferenz befasst sich turnusmäßig mit der Umsetzung der Fachkräftestrategie 2035. Grundsätzliche und strategische Entscheidungen werden hier getroffen.

Zur Organisation des Steuerungsprozesses wird im Verantwortungsbereich der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung eine Geschäftsstellenstruktur eingerichtet. Diese ist für die inhaltliche Auswertung des Monitorings zuständig und bereitet die Sitzungen der ImAG inhaltlich und organisatorisch vor. Auch die Koordination der Abstimmungsprozesse zwischen den einzelnen Handlungsfeldern erfolgt über die Geschäftsstelle Fachkräftestrategie 2035.

Darüber hinaus werden relevante bestehende Austauschformate mit Stakeholdern genutzt, um das Thema Fachkräftesicherung regelmäßig durch die jeweils vertretenen Senatsverwaltungen aufrufen zu lassen. Mit dem Rückgriff auf etablierte und bewährte Formate soll auch hier der Aufbau von Doppelstrukturen vermieden werden.

Monitoring

Das Monitoring unterstützt die Umsetzungsstrukturen der Fachkräftestrategie 2035 bei der Identifikation von Handlungsbedarfen. Es basiert auf folgenden Grundsätzen:

  • Das Monitoring ist übersichtlich und bedarfsorientiert gestaltet.
  • Die Daten sind verfügbar und können ohne Mehraufwand erhoben werden.

Diesen Grundsätzen folgend besteht das Monitoring aus drei Elementen: (1) Den im Rahmen des Strategieprozesses identifizierten Orientierungsgrößen, (2) den Prognosen des Projektes QuBe – Qualifikation und Beruf in der Zukunft sowie (3) einem Finanzmonitoring.

Das Monitoring der Orientierungsgrößen stellt wesentliche Veränderungen in den einzelnen Handlungsfeldern der Fachkräftestrategie dar. Sie zeigen rein quantitative Entwicklungen an und werden mit dem Fokus Fachkräftesicherung mit vorliegenden fachlichen Analysen ergänzt. Die ImAG ordnet die Ergebnisse qualitativ ein. Eine Übersicht über die vereinbarten Orientierungsgrößen befindet sich unter den weiterführenden Hinweisen.

Die Projektionen aus dem QuBe-Projekt werden alle zwei Jahre auf Länderebene fortgeschrieben. Sie bieten einen guten Überblick über die allgemeine Arbeits- und Fachkräfteentwicklung im Land Berlin und werden als sinnvolle Ergänzung zu den Orientierungsgrößen Teil des Monitorings sein.

Das Finanzmonitoring dient einer jährlichen Übersicht über die finanziellen Ressourcen, die im Zusammenhang mit der Fachkräftesicherung in den verschiedenen Handlungsfeldern bereitgestellt werden. Grundlage für das Finanzmonitoring sind die Ausgaben der in den einzelnen Handlungsfeldern aufgeführten Leitaktivitäten der Fachkräftestrategie 2035, vorbehaltlich einer möglichen Zuordnung. Dabei erfolgt bei Leitaktivitäten mit mehreren Zielen eine Schätzung, zu welchem Anteil diese zur Fachkräftesicherung beitragen. Aktivitäten, die sich auf die Rahmenbedingungen beziehen, sind vom Finanzmonitoring ausgenommen. Die genaue Festlegung des Finanzmonitorings erfolgt im Rahmen der Umsetzung der Fachkräftestrategie.

Arbeit und Berufliche Bildung

Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung,
Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung