Pimp my school – Berliner Kongress für Schülervertreter:innen in der Friedrich-Ebert-Stiftung

Rückblick auf den Workshop am 17.11.2025

Cindy Franke & Brigitte Rappert

Cindy Franke & Brigitte Rappert

Das 2. Mal in diesem Jahr trafen sich Schülervertretungen diverser Schulen aus mehreren Bezirken, um über das Thema Armut bei Schülern und Schülerinnen zu diskutieren.
Die Kinder- und Familienarmutskoordinatorinnen aus Reinickendorf (Cindy Franke) und Steglitz-Zehlendorf (Brigitte Rappert) (siehe Foto im Anhang) schärften den Blick der Schüler und Schülerinnen auf das Thema durch die Überprüfung der eigenen Wahrnehmung und durch die Beschäftigung mit Berliner Fakten und Zahlen. (siehe Anhang Foto Daten und Fakten)

Anschließend schauten die Schüler und Schülerinnen sehr konkret in Ihre jeweilige Schulen. Sie sammelten Beispiele für konkrete Ungleichheit und Benachteiligung in ihrem Schulalltag, die aus der Armut resultieren.

Es schloss sich eine Ideenwerkstatt an. Die Ausgangsfrage war, welche Maßnahmen helfen würden, diese Ungleichheiten abzumildern.
Die Schülervertreter und Vertreterinnen planten eine konkrete Maßnahme für ihre Schule, die wirksam und umsetzbar sein sollte.

  • Umfeldanalyse
  • Schüler lehren Schüler
  • Konkrete Maßnahmen 1
  • Konkrete Maßnamen 2
  • Konkrete Maßnahmen 3
  • Konkrete Maßnahmen 4
  • Daten & Fakten
  • PIMP my School Berliner Kongress für Schülervertreter_innen

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Rückblick auf den Workshop am 28.01.2025

Frau Rappert beim Berliner Kongress für Schülervertreter:innen in der Friedrich-Ebert-Stiftung

Frau Rappert beim Berliner Kongress für Schülervertreter:innen in der Friedrich-Ebert-Stiftung

Am 28.01.2025 diskutierte die Kinderarmutsprävention aus Steglitz-Zehlendorf im Workshop „Kinderarmut meets SV-Arbeit“ mit Schülervertreter:innen und Klassensprecher:innen.

Es ging um die Frage, ob alle Schüler:innen mit den gleichen Chancen in die Schule starten.

Um sich in unterschiedliche Schüler:innen-Biographien einzufühlen, erhielten die Jugendlichen fiktive Rollenbeschreibungen.

Hier folgen ein paar Beispiele dieser ausgedachten Rollenbeschreibungen:

  • Maria, 17 Jahre, 11. Klasse
    • Hat eine jüngere Schwester. Die Mutter ist alleinerziehend, die Familie
      lebt in einer 3-Zimmer-Mietwohnung. Ihre Mutter arbeitet Vollzeit in zwei Schichten. Maria wollte noch nie einem Hobby nachgehen. Manchmal klaut sie Dinge, die sie sich nicht leisten kann.
  • Jakob, 19 Jahre, Abitur
    • Studiert im 1. Semester Musikwissenschaften, er hat
      keine Geschwister und lebt bei seinen Eltern in einer 5-Zimmer Eigentumswohnung. Seine Eltern arbeiten als Anwälte in Vollzeit. Jakob spielt Geige in einem Jugendorchester und hat einige Auftritte im europäischen Ausland. Er engagiert sich ehrenamtlich bei Amnesty International.
  • Max, 11 Jahre, 6. Klasse
    • Hat einen Bruder, 15 Jahre, mit dem er sich ein Zimmer teilt. Seine Eltern arbeiten als Busfahrer in Vollzeit und Schichtdienst und als Erzieherin halbtags in einer Kita. Max spielt gerne Fußball, ist aber in keinem Verein. Er interessiert sich für Astronomie und wünscht sich ein Teleskop. Die Familie lebt in einer 3-Zimmer-Mietwohnung. Max hat einen besten Freund, den er mehrmals in der Woche zu Hause besucht.
  • Jonas, 8 Jahre, 3. Klasse
    • Seine Eltern sind geschieden, er wohnt abwechselnd eine Woche bei Papa und eine Woche bei Mama. Beide Elternteile wohnen zur Miete.
      Sein Vater arbeitet als Sachbearbeiter beim Finanzamt, seine Mutter als Angestellte in einer Buchhandlung, die bis 20:00 Uhr abends geöffnet hat.
      Jonas geht mehrmals in der Woche in eine Kinderfreizeiteinrichtung in seinem Bezirk.
  • Salah, 16 Jahre, 10. Klasse
    • Hat drei Geschwister (8 J., 10 J.,13 J.) Die Familie ist vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland geflohen. Die Familie wird in Deutschland geduldet. Seine Eltern haben in Syrien studiert und als Zahnärztin und als Informatiker gearbeitet. In Deutschland verdienen sie ihr Geld als Altenpflegerin und als Hausmeister. Die Familie spricht inzwischen ganz gut Deutsch. Die Familie lebt in einer kleinen 4-Zimmerwohnung. Salah würde gerne zurück nach Syrien gehen.
  • Anna-Lena, 14 Jahre, 8. Klasse
    • Hat einen jüngeren Bruder, und lebt mit ihren gehörlosen Eltern in einer 3-Zimmer-Eigentumswohnung, die ihre Eltern geerbt haben. Ihre Eltern arbeiten in einer Behindertenwerkstatt. Sie mag niemanden mit nach Hause nehmen, weil sie dann immer übersetzen muss. Anna-Lena geht gerne in die Theater-AG an ihrer Schule und möchte einmal Schauspielerin werden.

Auf welche Hürden werden diese ausgedachten Personen in der Schule treffen? Wie werden sie sich in der Schule fühlen? Wie erreichbar sind ihre Vorstellungen von der Zukunft?

Um diese Fragen zu beantworten, bekamen die Schüler:innen insgesamt 12 Fragen gestellt.

Für jede Frage, die mit Ja beantwortet werden konnte, durften sie einen Schritt nach vorn gehen. Bei fehlender Eindeutigkeit konnte zwischen eher ja oder eher nein frei entschieden werden.

Hier eine Auswahl der Fragen:
  • Leben deine Eltern noch zusammen?
  • Können dir deine Eltern bei schulischen Aufgaben helfen?
  • Sind in der Familie alle gesund?
  • Geben dir deine Eltern Geld, wenn du z. B. ins Kino möchtest?

Nach 12 Fragen stellten alle Teilnehmenden fest, dass sie alle an unterschiedlichen Stellen standen. Wer weit nach vorn gekommen ist, der wird sehr wahrscheinlich unabhängig von seinen schulischen Leistungen gute Zukunftschancen haben. Die Schüler:innen verstanden, dass neben den schulischen Leistungen noch viele andere Umstände ein Vorwärtskommen im Leben beeinflussen.

Es wurde sehr deutlich, wie das Thema Kinder- und Familienarmut in der Schule wenig Beachtung findet. Die Vertreter:innen der teilnehmenden Schulen nehmen mit, dass das Thema der Chancengerechtigkeit auch in der Schule eine wichtige Rolle spielen muss, um allen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive für eine gelungene Schullaufbahn zu bieten.

Hier können Sie sich einen Eindruck von dieser Übung machen:
Schüler vs. Kinderarmut

Flyer der Veranstaltung als Download

  • Flyer zum Berliner Kongress für Schülervertreter:innen „Pimp my school“

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    Dokument: Friedrich-Ebert-Stiftung