Drucksache - 1371/V  

 
 
Betreff: Paul von Hindenburg als Person der Zeitgeschichte für die Bürgerinnen und Bürger im Alltag erfahrbar machen
Status:öffentlichAktenzeichen:874/V
 Ursprungaktuell
Initiator:CDU-FraktionCDU-Fraktion
Verfasser:1. Hippe
2. Mier
 
Drucksache-Art:AntragBeschluss
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin Vorberatung
20.03.2019 
28. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf überwiesen   
Ausschuss für Bildung und Kultur Empfehlung
24.04.2019 
22. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur vertagt   
05.06.2019 
23. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur      
Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf von Berlin Entscheidung
19.06.2019 
31. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf ohne Änderungen in der BVV beschlossen (Beratungsfolge beendet)   

Sachverhalt
Anlagen:
Antrag vom 13.03.2019
BE BK vom 05.06.2019
Beschluss vom 19.06.2019

Die BVV möge beschließen:

 

Das Bezirksamt wird aufgefordert, am nördlichen und am südlichen Anfang des Hindenburgdammes jeweils eine gleichlautende Hinweistafel anzubringen, an Hand derer sich die Menschen über das Leben und Wirken von Paul von Hindenburg (1847-1934), dem Namensgeber dieser großen Straße unseres Bezirks, als besondere Person seiner Zeit mit allen Höhen und Tiefen, Besonderheiten und Bchen, Stärken und Schwächen informieren und zur Weiterbeschäftigung angeregt werden können. Der Text der Hinweistafeln soll unter Hinzuziehung von Historikern und den Fraktionen der BVV erarbeitet und von der BVV letztlich beschlossen werden.

 

Begründung:

 

In einer Zeit, in der einige politisch Verantwortliche und Interessengruppen öffentlich die Auffassung vertreten, man solle historische Persönlichkeiten unserer Geschichte als Straßennamen aus dem Stadtbild durch Umbenennungen entfernen, ist es notwendig darauf zu verweisen, dass man Geschichte nicht dadurch ungeschehen macht, dass man Namen verschwinden lässt. Sich mit unserer Geschichte und der unserer Nachbarn zu beschäftigen ist immer eine umfassende, kritische Betrachtung unserer komplexen und in der Tat nicht immer einfachen Vergangenheit in komplizierter Wechselbeziehung zu anderen Staaten. Wer aus der Geschichte lernen will, muss die Geschichte kennen und für die Menschen erfahrbar machen und darf sie nicht totschweigen wollen. Wer Rückschlüsse für das heutige Zeitgeschehen und unsere Zukunft für die Bürgerinnen und Bürger aus der Historie ableiten will, muss die Geschichte den Menschen näher bringenund die heutigen Sichtweisen und die damaligen Vorstellungen zueinander in Beziehung setzen. Paul von Hindenburgs Leben und Wirken und das anderer Persönlichkeiten unserer Geschichte ausschließlich aus dem heutigen politischen und gesellschaftlichen Verständnis und dem Wertekanon unseres Grundgesetzes heraus beurteilen zu wollen, würde viel zu kurz greifen und den Persönlichkeiten in ihrem historischen Kontext nicht gerecht werden. Hinweistafeln der geforderten Art, hier für Paul von Hindenburg, sollen die Möglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger eröffnen, sich mit der jeweiligen historischen Person bejahend, verneinend, kritisch, ablehnend oder wie auch immer auseinanderzusetzen, um ihn und andere als das zu sehen, was jeder ist, nämlich ein „Kind seiner Zeit“, und zu versuchen die Person zu verstehen und einzuordnen. Es ist unsere Aufgabe, Demokratie und Freiheit und Toleranz zu verteidigen und aufzuzeigen, was geschehen kann, wenn wir es nicht tun. Dazu gehört auch, dass wir uns unserer Geschichte bewusst sind und, sie kennen und jeder im Sinne unseres heutigen Systems und Verständnisses die angemessenen Schlüsse, Vergleiche und Konsequenzen für unsere Zukunft ziehen kann.

 

 

Der Antrag wurde am 05.06.2019 in der 23. Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur beraten und mit 7 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen beschlossen.

 

Der Bezirksverordnetenversammlung wird die Annahme des Antrags empfohlen.

 

 

Specht-Habbel

Ausschussvorsitzende

 

 

Die BVV hat in ihrer 31. Sitzung am 19.06.2019 beschlossen:       

 

Das Bezirksamt wird aufgefordert, am nördlichen und am südlichen Anfang des Hindenburgdammes jeweils eine gleichlautende Hinweistafel anzubringen, an Hand derer sich die Menschen über das Leben und Wirken von Paul von Hindenburg (1847-1934), dem Namensgeber dieser großen Straße unseres Bezirks, als besondere Person seiner Zeit mit allen Höhen und Tiefen, Besonderheiten und Bchen, Stärken und Schwächen informieren und zur Weiterbeschäftigung angeregt werden können. Der Text der Hinweistafeln soll unter Hinzuziehung von Historikern und den Fraktionen der BVV erarbeitet und von der BVV letztlich beschlossen werden.

 

 

Rögner-Francke

Bezirksverordnetenvorsteher

 
 

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