02/2026-BAD GODESBERG – Karnevalsjecken übernehmen die Herrschaft

Karnevalssonntag 2026: Das Rathaus Bad Godesberg beugt sich der Übermacht der Jecken - in der Mitte (mit roter Narrenkappe) Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz, links daneben Bonns OB Guido Déus; ganz links Godesia Eva, ihr gegenüber Karnevalsprinz Gregor I.; rechts im Hintergrund: Kindertollitäten Marwin I. und Kindergodesia Emma

Karnevalssonntag 2026: Das Rathaus Bad Godesberg beugt sich der Übermacht der Jecken - in der Mitte (mit roter Narrenkappe) Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz, links daneben Bonns OB Guido Déus; ganz links Godesia Eva, ihr gegenüber Karnevalsprinz Gregor I.; rechts im Hintergrund: Kindertollitäten Marwin I. und Kindergodesia Emma

Bad Godesberg / Februar 2026

Feyza Yildiz ist erst seit 6. November 2025 Bad Godesbergs Bezirksbürgermeisterin. Ernsthafte Sorgen, von den närrischen Jecken nach wenigen Monaten schon wieder aus dem Amt gedrängt zu werden, musste sie sich freilich nicht machen – obwohl an den tollen Tagen traditionell die Rathäuser in den rheinischen Karnevalshochburgen gestürmt werden. Am Karnevalssonntag, dem 15. Februar 2026, war es wieder mal so weit: Erfolglos versuchte die Rathauschefin unseres Partnerbezirks, ihren Amtssitz gegen die anrückenden Jecken zu verteidigen. Dabei hatte sie sich sogar hochkarätige Unterstützung durch Bonns Oberbürgermeister Guido Déus geholt. Pünktlich um 11:30 Uhr hatten die Garden der Bad Godesberger Karnevalsgesellschaften vor dem Rathaus Stellung bezogen und zum Sturm geblasen. Angeführt vom Godesberger Prinzenpaar Gregor I. und seiner in Godesberg sinnigerweise „Godesia“ genannten Prinzessin Eva übernahmen die Jecken wenigstens einen Tag lang die Herrschaft.

Dass alles nicht so schlimm kam wie befürchtet, zeigte die Verbrüderungsszene unmittelbar nach der Erstürmung: Bestens gelaunt und mit Dauerlächeln im Gesicht posierten Bezirksbürgermeisterin, Oberbürgermeister und die beiden Godesberger Prinzenpaare einträchtig auf dem Rathausbalkon – neben Gregor I. und Godesia Eva auch die Godesberger Kindertollitäten: Kinderprinz Marwin I. und seine Kindergodesia Emma.

14. Februar 2026: Geladene "Kurgäste" versammeln sich auf der Godesburg zur traditionellen feucht-fröhlichen "Närrischen Trinkkur"

14. Februar 2026: Geladene "Kurgäste" versammeln sich auf der Godesburg zur traditionellen feucht-fröhlichen "Närrischen Trinkkur"

Um Punkt 13:11 Uhr – auch dieser Zeitpunkt ist karnevalistisch skurril – machte sich der Karnevalszug auf den Weg durch Godesbergs Innenstadt. Am Samstag, dem 14. Februar 2026, hatte Bezirksbürgermeisterin Yildiz rund 200 geladene Gäste und „Tollitäten“ auf die Godesburg zur traditionellen „Närrischen Trinkkur“ geladen – ein Kuraufenthalt in Bad Godesberg der besonderen Art und eine heilsame Maßnahme gegen die Wintertrübsal.

Die Godesburg - Wahrzeichen und Namensgeberin von Bad Godesberg

Die Godesburg - Wahrzeichen und Namensgeberin von Bad Godesberg

Ausstellung zu 200 Jahren Bonner Karneval in Bad Godesberg eröffnet

Am selben Tag folgte die Eröffnung einer Wanderausstellung zum 200-jährigen Karnevalsjubiläum in Bonn, die nun auch Station in Bad Godesberg macht. Für das Publikum ist die Ausstellung „Loss mer fiere. 200 jecke Johr en Bonn“ ab dem 21. Februar 2026 zugänglich – zunächst samstags und sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr. Präsentiert werden rund 30 ausgewählte Exponate, die Geschichte, Kultur und Bedeutung des Bonner Karnevals beleuchten. Zu sehen ist sie bis 28. April 2026, ehe sie innerhalb Bonns weiterzieht. Nähere Infos zum Jubiläumsjahr sind hier nachzulesen.

Wie Ralph Eisenstein, Präsident des Festausschusses Godesberger Karneval e.V., auf der Vereinswebseite verkündete, stand der Godesberger Karneval in der Session 2025/2026 unter folgendem Motto: „In Jodesberch fiert Jroß un Kleen – zosamme sin mir nit alleen“. – Karneval bringt alle Generationen zusammen und ist ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit. Was will man mehr?

Berlin ist nicht unbedingt als Hochburg der Narren und Jecken berühmt. Daher ist das karnevalistische Treiben in der früheren Bundeshauptstadt für den einen oder anderen in unseren Breiten sicher etwas gewöhnungsbedürftig – auch in Steglitz-Zehlendorf. Egal wie man zu Karneval, Fasching und Fastnacht generell steht: Den bewegten Bildern aus dem Rheinland, die rund um den Rosenmontag alljährlich den Weg in die Wohnzimmer der Republik finden, kann man sich kaum entziehen. Dem karnevalistischen „Ausnahmezustand“ wohnt zwar eine Prise Anarchie inne, er ist aber auch Sinnbild für Lebensfreude und Frohsinn. Eine kleine Portion mehr davon könnte auch uns Berlinern nicht schaden. Auch wenn am Aschermittwoch eh alles vorbei ist.

Bevor es wirklich so weit ist, rufen auch wir Steglitz-Zehlendorfer ganz beherzt unseren Bad Godesberger Freunden zu: Dreimol vun Hätze – Jodesbersch Alaaf!

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub