01/2026-HAGEN/KÖNIGS WUSTERHAUSEN/ZUGLÓ – Partnerstädte erklären Solidarität während des Stromausfalls

Aufenthalts- und Übernachtungsquartier während des Strom- und Heizungsausfalls: Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf

Aufenthalts- und Übernachtungsquartier während des Strom- und Heizungsausfalls: Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf

Hagen, Königs Wusterhausen und Zugló / Januar 2026

Alles andere als vielversprechend hat das neue Jahr in Steglitz-Zehlendorf begonnen: Eine Gruppe, die dem linksextremistischen Milieu zugerechnet wird, hat die Strom- und Heizungsversorgung in einigen Teilen unseres Bezirks Anfang Januar 2026 über mehrere Tage lahmgelegt. Viele traf der Blackout in Lichterfelde, Zehlendorf, Schlachtensee, Nikolassee und Wannsee aus heiterem Himmel.

Durch eine geeinte Kraftanstrengung konnte der Ausfall von Strom und Heizung behoben werden. Die kritische Infrastruktur ist flächendeckend wieder verfügbar und intakt. Mit ihrer Aktion hat die selbsternannte „Vulkangruppe“ nicht vermeintliche Villenbesitzer getroffen, sondern Pflegebedürftige, Bewohner von Seniorenheimen, Kranke, Schwangere und ganz normale Bürgerinnen und Bürger.

6. Januar 2026 (Hl. Drei Könige): Mitten in der Krise sorgen die Sternsinger bei ihrem Besuch im Rathaus Zehlendorf für etwas Trost und Erbauung von ganz oben

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Hagen, Königs Wusterhausen und Zugló sind solidarisch

Tragfähige Freundschaften bewähren sich in der Not. Das gilt im privaten Bereich von Mensch zu Mensch, aber auch bei Städtepartnerschaften. Es war sehr berührend, dass aus mehreren Partnerstädten unseres Bezirks mutmachende E-Mails mit Hilfs- und Unterstützungsangeboten eingegangen sind: Aus Hagen, Königs Wusterhausen und sogar aus dem Budapester Partnerbezirk Zugló.

Hagens Oberbürgermeister Dennis Rehbein schrieb, dass die Feuerwehr seiner Stadt mit Fahrzeugen, Gerät und Personal direkt an der Behebung der akuten Probleme in Zehlendorf beteiligt war. „Im Namen von Rat und Verwaltung, aber auch persönlich, möchte ich Ihnen mitteilen: Wir denken an Sie und die Bürgerinnen und Bürger“, wandte er sich direkt an Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg. „Es ist immer schön, wenn einem geholfen wird, aber genau so schön, helfen zu können“, bilanzierte der Rathauschef in seinem Schreiben vom 7. Januar 2026. Kolleginnen und Kollegen seien „überwältigt von der Dankbarkeit der Zehlendorfer Bevölkerung“.

Die brandenburgische Partnerstadt Königs Wusterhausen hatte dem Bezirksamt telefonisch Notstrom-Aggregate und darüber hinaus weitere Unterstützung angeboten. Für eine Solidaritätsbekundung aus dem europäischen Ausland sorgte Andrea Kinisch, stellvertretende Bezirksbürgermeisterin aus Budapest-Zugló: „Die Einwohner von Zugló sympathisieren mit den Bewohnern des Bezirks und vertrauen darauf, dass das System so schnell wie möglich wiederhergestellt wird“, schrieb sie am 5. Januar 2026 an die Adresse unserer Bezirksbürgermeisterin. „Wenn wir Ihnen irgendwie helfen können, lassen Sie es uns bitte wissen“, bot Frau Kinisch konkrete Unterstützung an.

Als wichtigste Anlaufstelle und Rückzugsraum für Betroffene des Stromausfalls diente der Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf. Rund 500 Personen wurden täglich gezählt. Davon nutzte ein Zehntel die Möglichkeit, dort zu übernachten. Menschen konnten sich bei Kaffee, Tee oder Wasser aufwärmen, ihr Handy aufladen, miteinander ins Gespräch kommen und ihre Sorgen teilen. Oder einfach mal durchatmen. Bundeswehr und Hilfsorganisationen stellten warmes Essen bereit – im Bürgersaal und verschiedenen zentralen Ausgabepunkten. Viele haben plötzlich festgestellt, dass auch „analoges“ Leben funktioniert, wenn alle mitmachen und die Lasten auf viele Schultern verteilt werden.

Alle an der Bewältigung der Schadenslage Beteiligten – Rotes Kreuz, THW, Hilfsdienste, Bundeswehr, viele zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen, Kirchengemeinden, Sportvereine, Unternehmen und viele andere – haben bis an die Grenzen der Belastbarkeit gearbeitet.

Tagtäglich erleben die Menschen in unserer ukrainischen Partnerstadt Charkiw Attacken auf die Grundversorgung: Derzeit versuchen sie, den vierten Kriegswinter nach der Großinvasion am 24. Februar 2022 zu überstehen, was ihnen trotz aller Bedrohung mit einem erstaunlichen Durchhaltewillen gelingt.

Das Beispiel Charkiw lehrt: Ohne verlässliche Infrastruktur, ohne Frieden und ohne gesellschaftlichen Zusammenhalt ist alles nichts. Die Menschen in Steglitz-Zehlendorf haben in den hinter uns liegenden schwierigen Tagen bewiesen, dass wir Zusammenhalt und Solidarität können. Wir haben gelernt, dass wir zwar verletzlich, aber auch widerstandsfähig sind.

Einmal mehr hat sich eine Volksweisheit bewahrheitet: In der Not hält man zusammen und das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt. Dieses Prinzip gilt in einer solidarischen Welt lokal, regional, national und international.

Beauftragter für Partnerschaften

Christian Urlaub